Wir haben wirklich ein Sommerloch: Die Sonntagszeitung zieht über Twitter her (5.8.2012)

Der Geschäftsmann 2.0 liest keine Sonntagszeitungen mehr. Das hat zwei Gründe: Einerseits sind das alle Zürcher Zeitungen (oder im Aargau beheimatet) und zweitens sind die Blätter Ihm immer wie weniger glaubwürdiger erschienen.

Der erste Punkt hat den Geschäftsmann schon lange geärgert. Die Blätter, insbesondere die Sonntagszeitung, nehmen vollmundig “Schweizer xy-Blatt” in den Mund, aber schlussendlich nimmt die Berichtserstattung nach geografischer Ausrichtung MASSIV ab, je weiter westlich man geht. Die Ostschweiz ist interessanterweise gut vertreten, im Winter auch das Bündnerland. Beiträge aus dem Seeland, dem Berner Oberland, dem Wallis oder gar aus der Romandie sind hingegen Mangelware. Wenn mal was kommt, dann sind es häufig negativ gefärbte Artikel zu Filz etc.

Der zweite Punkt ist wohl direkt bei den (Züricher?- / Deutschen?-) Journalisten zu suchen, zuviel vom Gleichen, zu tendenziös, findet der Geschäftsmann. Auch kam beizeiten das Gefühl auf, dass man da noch ein wenig kompetenter hätte schreiben können. Aber das ist nun wirklich nur ein persönliches Empfinden des Geschäftsmannes.

Die Katia Murmann als Verfasserin des Artikels “Die Twitter-Falle” musste einem letzten Sonntag beinahe leid tun. Kurz aus den Ferien zurück, leistete sich der Geschäftsmann 2.0 wieder mal die Sonntagzeitung. Da stiess er beim Lesen im Fokus-Teil des Blatts auf einen riesen Artikel zu Twitter. Da wurde auf anderthalb Seiten u. A.

  • Twitter-Bashing betrieben, über
  • die Entgleisungen eines Sportlers an den olympischen Spielen berichtet, über
  • die englischen Rechtschreibfehler von Fabian Cancellara und über das
  • “rasante Wachstum von Twitter in der Schweiz

geschrieben. Hierzu möchte der Geschäftsmann die Dinge aus seiner (divergierenden) Sicht reflektieren: Was das Twitter-Bashing anbelangt, man mag Twitter oder dann eben nicht. Was aber klar ist, dass es eine Zeit braucht, bis man sich “eingelebt” hat, zumindest war das beim Geschäftsmann so und da reichen nicht einige wenige abgesetzte Tweets, so wie z.B. die knapp über 30 Tweets der Journalistin der SZ. Was die Entgleisungen anbelangt, Entgleisungen finden überall statt und haben überall Folgen, sofern diese erkannt werden. Hört doch damit auf, dass Twitter hier “gefährlicher” sei als andere Medien! Das man auf die Rechtschreibfehler von Fabian Cancellara hinweist, dass findet der Geschäftsmann a.) Geschmacklos und b.) zeigt es überdeutlich, dass die Verfasserin der Artikels “es” nicht begriffen hat. Menschen machen Fehler und Twitter ist eine “User-Generated-Content” Plattform. Wenn der Geschäftsmann auf solchen Plattformen Beiträge ohne Rechschtschreibfehler liest, dann wird er seeehr aufmerksam! Man ist authentischer mit Fehlern. Apropos Authentizität: Hierzu gibt es mehr in einem der nächsten Posts auf diesem Kanal. Und zum “rasanten” Wachstum von Twitter in der Schweiz kann der Geschäftsmann nur sagen, dass auch dieses Statement ein Witz ist. Die im Artikel der Sonntagszeitung erwähnten 60’ooo User in der CH sind marginal. Im Vergleich zu den 2.8 Millionen FB-Usern. Oder auch im Vergleich zu anderen Ländern. Schweizer sind Twittermuffel und die Twitter-Wachstumsrate ist im Gegensatz zu anderen Sozialen Plattformen massiv unter dem Durchschnitt.

Also kein Take-Home Value auf den anderthalb Seiten des Artikels? Doch, man erfährt, dass z.B. die SBB in ihrem Multi Media Guideline Ihre Mitarbeiter anweist, auf  “Ironie, harsche Reaktionen oder Humor auf Kosten des Dialogpartners oder Dritter zu verzichten”. Das macht Sinn, meint der Geschäftsmann, stehts höflich bleiben. Und Ironie, wie auch Sarkasmus werden im Web 2.0 sehr häufig nicht erkannt oder nicht verstanden, das hat der Gmann selber auch schon bemerkt.

So, das wärs mit der Replik und auch Schluss mit Posten in den Ferien, der Geschäftsmann hat jetzt Familienfest(e). So Long, Euer Geschäftsmann 2.0

One Reply to “Wir haben wirklich ein Sommerloch: Die Sonntagszeitung zieht über Twitter her (5.8.2012)”

Leave a Reply