Das Ende der “Ältestenräte”: Der geforderte Schweizer “Strategierat 21” funktioniert so nicht mehr

Engagierte Schweizer Bürger, vereinigt euch! Das Land braucht eine Strategie” fordert Jobst Wagner, ein gewichtiger Mann in der Schweizer Wirtschaft. Mit dieser Forderung hat der Leiter der Rehau-Gruppe nicht unrecht, meint der Geschäftsmann 2.0! Die Orientierungslosigkeit tritt in Zeiten des Umbruchs so wie heute verstärkt zu Tage und dies spürt der Geschäftsmann 2.0 auch.

schweizermonatWagner formuliert in seinem Essay mit dem Titel “Strategierat 21” – welcher in der 1000. Ausgabe (!) der Zeitschrift “Schweizer Monat” publiziert worden ist – einen Vorschlag um die Schweiz wieder auszurichten und so dem Land wieder eine klare Perspektive zu geben: Dazu soll mit im Land “geachteten Personen” ein Strategierat besetzt werden, welcher in den sieben für die Schweiz so wichtigen Themen Föderalismus, Bildung, Energie, Finanzplatz / Bankgeheimnis, Handel, Demographie und Sicherheit eine entsprechende nationale Strategie ausarbeiten soll. Dieser Strategierat soll natürlich nicht im Elfenbeinturm seine Arbeit verrichten. Nein, zusammen mit den Universitäten aller Landesteile und mit den heimischen Denkfabriken wie Avenir Suisse / foraus sollen die Resultate anhand eines breit abgestützten Prozesses ausgearbeitet werden.

Coole Idee! – Nur wird das in der heutigen Zeit im digitalen Zeitalter des Social Business nicht mehr funktionieren. Solche Prozesse können, nein sie müssen im Volk, in der Crowd ablaufen! Die Bürger emanzipieren sich und sie haben heute auch die Mittel dazu, Ihre individuelle Meinung zu äussern. Die sozialen Netzwerke sind die Plattform um genau so einen Diskurs zu starten. Eine weitere Tatsache ist, dass durch die Emanzipation die Bürger kritischer sind und es somit schwierig sein wird, die Kompetenz des Volkes nur an 10 “geachtete Leute” (so wie im Artikel von Wagner vorgeschlagen) zu delegieren. Eine weitere Frage ist dann, ob man es in der heutigen Zeit überhaupt noch hinbekommt, zehn solche Persönlichkeiten mit einer entsprechenden Kredibilität UND Akzeptanz zu nominieren. Heute wird die Kreditbilität – sprich Transparenz, Akzeptanz und Vertrauen – je länger wie mehr im Internet gebildet. Und dem Geschäftsmann 2.0 fällt auf die Schnelle gerade keine bekannte und geachtete Person der Zivilgesellschaft ein, welche eine entsprechende Identität in der virtuellen Welt hätte.

Die heutigen “Weisen” in der Schweiz sind eben alle 1.0. Sie stehen dem Stereotyp des Homo Oeconomicus näher als dem des Homo Coniunctus – des vernetzen Menschen. Diese Leute verstehen die jungen Menschen, die Millenials sowieso nicht und die Wertewelten differieren sowieso. Somit steht fest: Ältestenräte funktionieren heute nicht mehr. An ihre Stelle sind die Aktivisten der Crowd getreten (Details hier).

Im nächsten Post gibt es noch eine kurze inhaltliche Beurteilung des Artikels “Strategierat 21” an die Adresse von Jobst Wagner, da hat der Geschäftsmann 2.0 noch einige Anmerkungen dazu.

So Long aus Muri bei Bern, Euer “Palo” Pavel Stacho

PS: Hier gibts eine Auswahl von Artikeln vom Geschäftsmann 2.0 rund um die Millenials

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