Die Unterschiede von Hermes 5 zu Hermes 2003 – Grobübersicht (Teil 4)

Delta Hermes 2003 zu Hermes 5 – Dieser Artikel eignet sich nur für Hermes Profis. Hier werden die Unterschiede von Hermes 5 zu Hermes 2003 angeschaut. Die Angaben sind ohne Gewähr und repräsentieren lediglich die persönlichen Beobachtungen des Geschäftsmannes 2.0, welcher das Thema im Detail analysiert hat und als Projektleiter mit jahrelanger Hermes-Erfahrung (und Hermes-Zertifikat), die ‘alte’ Version auch noch kennt. Vorneweg: Der Gmann 2.0 meint, Hermes 5 ist gut! Besser als das ‘alte’ Hermes 2003.

  1. Man unterscheidet neu zwischen Stammorganisation und Projektorganisation
  2. Im Projekt soll nun der Betreiber von Anfang an mit dabei sein (Triumvirat Ersteller, Betreiber und Anwender)
  3. Die komplette Ergebnisorientierung der Methodik wurde mit dieser Version endlich geschafft
  4. Es gibt nicht mehr nur Hermes-Systementwicklung und Hermes-Systemadaptation sondern Szenarien: IT-Standardanwendung, IT-Individualanwendung, Dienstleistung/Produkt, Geschäftsorganisation und ein individuelles Szenario.
  5. Ganz wichtig: Szenarien bestehen aus Modulen, Module bestehen aus Aufgaben, Aufgaben beinhalten Ergebnisse.
  6. Es gibt neu auch ein Szenario “IT-Individualanwendung agil” – wobei dieses mit Vorsicht zu geniessen ist (Siehe folgenden Post dieser Blogserie). Man beachte aber trotzdem die Seiten 161ff – Kapitel Agiles PM mit HERMES und SCRUM
  7. Die Phase Voranalyse ist verschwunden
  8. Der Term Tailoring ist verschwunden, dafür gibt es neu die Module und im Speziellen das Kapitel “Planung” (Planungsanleitung S. 154)
  9. Es braucht nicht immer alle Module  (Die mit einem * braucht’s immer)
  10. Der Projektplan und das Projekthandbuch wurden im Projektmanagementplan zusammengefasst
  11. Dem Umstand, dass Projekte in ein Projektportfoliomanagement eingebettet sein können wird neu auch Rechnung getragen (S. 18 / S. 147ff) und hat mehr Gewicht (siehe Grafik)
  12. Es gibt ein neues Lieferobjekt Projekteskalationsprozess
  13. Beschaffung” ist nun auch ein Hermes-Lieferobjekt, Nein, Entschuldigung es ist sogar ein Modul! (Was man nicht sieht, ist ob die Beschaffung produktespezifisch oder produkteneutral durchgeführt werden kann/muss/darf)
  14. Es gibt neu ein Deliverable “Studie” während Initialisierungsphase – Was man früher in der Voranalyse machte, macht man jetzt in der Initialisierung mit der Studie
  15. Somit gibt es auch keinen “Bericht Voranalyse” mehr, das Ergebnis heisst neu “Studie”.
  16. Das Gleiche ist mit dem “Bericht Konzept” passiert, dieses Ergebnis gibt es Hermes 5 nicht mehr. Neu kommt dem wohl – zumindest im Szenario IT-Individualentwicklung – die Aufgabe “Systemkonzept erarbeiten” am nächsten. Die Resultate dieser Aufgabe sind “Situationsanalyse”, “Systemanforderungen”, “Detailstudie” und “Systemarchitektur”
  17. Der Projektauftrag ist jetzt nicht mehr eine Handlung, sondern ein Dokument
  18. Das ehemalige Submodell Projektmarketing ist verschwunden – Neu hat man Stakeholdermanagement und Kommunikation und das gibt dann auch neue Ergebnisse wie z.B eine
  19. Stakeholdermanagement-Liste
  20. Das ehemalige Submodell Riskmanagement ist neu ein Teil der Projekt-Governance (S. 143)
  21. Die Ergebnisse Systemanforderungen und die Systemarchitektur wurden nun zusammengefasst in “Systemkonzept erarbeiten” (Aufgabe)
  22. Die Phasen Initialisierung und Konzept haben die fast die gleichen Prüfkriterien und die gleichen Abbruchkriterien.
    • Prüfkriterien: Bei der Initialisierung prüft man ob man das Projekt starten soll
    • Prüfkriterien: Bei der Konzeptpahse prüfr man, ob man das Projekt realisieren soll
    • Abbruchkriterien: Bei beiden Phasen prüft man ob man abbrechen soll: “Mögliche Gründe für eine Beendigung sind Unwirtschaftlichkeit, zu hohe Risiken, fehelende Realisierbarkeit, fehlende Übereinstimmung mit den Zielen und Strategien der Organisation”
  23. ERST in der Phase Konzept sind die ungefähren Projektkosten bekannt! (s. 19)
  24. Viele neue Module anstelle einige wenige alte Submodelle. Die ehemaligen Submodelle
    • Konfigurationsmanagement
    • Risikomanagement
    • Qualitätssicherung
    • Projektmarketing

    sind nun alles Aufgaben im Modul Projektführung

  25. Wie gesagt sind Projektmarketing und Riskmanagement sind wieder in die Projektführung ‚zurückgewandert’ (S.30 Projektführung), es gibt aber klar die Rolle eines Qualitäts- und Risikomanagers (S. 67)
  26. Die Stammorganisation hat zwei neue Organisationseinheiten zu betreiben:
    • Kompetenzzentrum Projektmanagement, Synonym ist PMO (Projektmanagementoffice)
    • Controlling & Vorgabestellen (z.B eine Governance-Abteilung)
  27. Bei “Entwicklung Agil” führt der Projektleiter das Product Backlog, auch führt er “Protokoll” bei Sprints (Der Geschäftsmann 2.0 ist damit wirklich nicht einverstanden, das ist schlicht und einfach Nonsens. Es gibt keinen PL bei agiler Softwareentwicklung und wenn eine Hermes Rolle das Product Backlog führen müsste, dann wäre es wohl am ehesten die Rolle “Geschäftsprozessverantwortlicher” oder vielleicht noch der “Business Analyst” (Mehr zu “agil” im nächsten Beitrag “Hermes 5 und Agile SW-Entwicklung“).
  28. Konfigurationsmanagement heisst neu “Änderungsmanagement führen” (S. 77)
  29. Die ehemalige Konfigurationsidentifikation und der KM-Plan sind teilweise in das Dokument Änderungsstatusliste eingeflossen
  30. Es gibt eine Reihe neu benannter Konzepte: Produktkonzept, Betriebskonzept, Integrationskonzept, Einführungskonzept, Geschäftsorganisationskonzept, Migrationskonzept, Testkonzept, Systemkonzept
  31. Das Systemkonzept ist ein Merge von Systemarchitektur und Systemanforderungen (welche es aber auch immer noch als eigenständige Deliverables gibt)
  32. Das Referenzhandbuch H5 geht auch (eben schön im Sinne der Ergebnisorientierung) explizit auf Entscheide ein. Es wird beschrieben dass Entscheide zu treffen sind bei:
    • Entscheid zu SCRUM
    • Entscheid zu ISDS-Konzept
    • Entscheid zum Projektabschluss
    • Entscheid zum Zuschlag
    • Entscheid zur Abnahme der Migration
    • Entscheid zur Abnahme
    • Entscheid zur Ausschreibung
    • Entscheid zur Betriebsaufnahme
    • Entscheid zur Projektfreigabe
    • Entscheid zur Variantenwahl
    • Entscheid zur Vorabnahme
  33. Der Projektauftrag (ist neu ein Dokument und kein Vorgang) beinhaltet weite Teile der Kapitelstruktur des ehemaligen Dokuments Voranalyse.
  34. Es gibt auch neu einen Projektinitialisierungsuaftrag
  35. Das Projekthandbuch und der Projektplan sind neu in den Projektmanagementplan eingeflossen
  36. “Neue” Optiken sind ebenfalls in Hermes 5 eingeflossen
    1. Nachhaltigkeit (S. 149)
    2. Finanzielle Steuerung und Führung (S. 153)
    3. Release Management
    4. Vorgehen bei Programmen – Programm Management

 

h5-PTDC0001
Hermes 5 und Projektporfoliomanagment

Hä? Nicht verstanden – Einige Sachen hat der Geschäftsmann 2.0 im neuen Hermes 5 Referenzhandbuch nicht begriffen, nicht verstanden oder er meint diese seien falsch:

  • S. 83 Entscheid zu SCRUM treffen – nicht verstanden
  • S. 113 “Die Einführung von SCRUM hat einen klaren Start und ein klares Ende“. Nicht begriffen – Ja, klar hat SCRUM auch ein klares Ende, aber SCRUM kennt keinen klaren Endtermin, oder?
  • S. 113 bei Sprints durchführen heisst es im Absatz “Hermes Spezifisch”: Die Projektleitung überträgt dem SCRUM-Team die Verantwortung für die Durchführung eines Sprints” – nicht verstanden. Sollte es nicht eher heissen: “Der Product-Owner (den es im Hermes ja so nicht gibt) überträgt dem SCRUM-Team die Verantwortung für die Erstellung des Produkts? –> Man versteht, wieso das bei Hermes 5 so ist, denn ab S. 161 gibt es ein Spezialkapitel zu Hermes und SCRUM und dort sieht man, dass die Autoren es als nicht möglich erachten SCRUM für den ganzen Projektzyklus zu verwenden sondern nur für den Teil, wenn entwickelt wird.

Fazit: Einiges bleibt gleich, vieles ist neu und das meiste ist besser: Hermes 5 ist ein Gewinn!

Beitragsserie Hermes 5:

  1. Einleitung und Anlass
  2. Eine kurze Übersicht für PM-Profis und Hermes-Kenner
  3. Anstelle Tailoring: Szenarien und Module
  4. Die Unterschiede von Hermes 5 zu Hermes 2003 – Grobübersicht
  5. Hermes 5 und agile Softwareentwicklung (SCRUM) – Ein Lösungsansatz
  6. Wie geht es weiter?

Mehr zu Hermes 5: Update 18.3.2014 Aufgrund der regen Nachfrage gibt es nun einen Hermes-Bereich, mit Grundlagen, Erklärungen, Mindmaps, Lernhilfen und sogar mit echten Prüfungsfragen: http://geschaeftsmann20.com/projektmanagement

3 Replies to “Die Unterschiede von Hermes 5 zu Hermes 2003 – Grobübersicht (Teil 4)”

    1. Hallo Stefanie,
      nein Hermes Poweruser wird nicht mehr unterstützt. Man hat nun alles im Internet zur Verfügung. Wenn du die gesamte Ergebnisbibliothek auf Deinem PC haben willst, dann lädst Du Dir diese unter http://www.hermes.admin.ch/anwenderloesung/szenarien-overview.xhtml unter dem Menüpunkt “Alle Szenarien” (ganz unten) runter und rufst dann das index.html auf. Alternativ hast Du hier die Gesamtstruktur zur Verfügung (Szenario IT-Indiv Anwendung agil) http://geschaeftsmann20.com/hermes5struktur/scenario/de/index.html . Ich hoffe das hilft. Viel Erfolg beim Projekte leiten! Grüsse Palo

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