Gefährdet Hermes 5 die öffentliche Hand auf Ihrem Weg zur Verwaltung 2.0?

In der Verwaltung  funktioniert SCRUM nicht Palo, zumindest nicht für ganze Projekte. Ich hatte letzthin ein ‘agiles’ Vorhaben zu verantworten, bei welchem aus einem Dutzend geplanten Sprints über 40 wurden!“ (Zitat einer Führungskraft im öffentlichen Dienst)*

So etwas ist in der Tat ein Albtraum  – die Ohnmacht des Managers, die Hilflosigkeit und die ständige Frage „Hört denn das nie auf, dieses Projekt?“  gehören sicher zu den Kehrseiten des Managerlebens, über welche die Presse in der Regel nicht so viel zu schreiben weiss. Klar –  als Journalist ist man bei Verrichtung seiner Tätigkeit eine Einzelmaske und dazu noch vogelfrei, da liegt es auf der Hand, wenn man nichts von Führungsverantwortung kennt und dazu nichts zu schreiben weiss.

Doch zurück zur Sache: Das Zitat am Anfang des Textes widerspiegelt die Befürchtungen vieler, wenn gar nicht der meisten Vorgesetzten, welche mit der Entscheidung konfrontiert sind, ob diese ein Projekt mit agilen Methoden (allem voran mit SCRUM) oder mit „klassischem“ Projektmanagement durchführen wollen.  Diejenigen Organisationen -insbesondere die Verwaltungseinheiten des Bundes und der Kantone – welche das Projektmanagementmodell Hermes 5 anwenden, müssen sich diese Frage gar nicht stellen, denn in H5 ist Scrum / Agile Methoden lediglich in der Realisierungsphase vorgesehen – Leider.

„Schnell was machen und dann am Markt austesten“ – das gibt es bei H5 nicht. Und der Geschäftsmann 2.0 bedauert das zutiefst. Warum? Weil „lean“ & „agile“ zwei elementare Eigenschaften der digitalen Revolution und des Social Business sind. Darum! Und dieses Blog dreht sich ja hauptsächlich um die ZwoNull (2.0).  Klar, Hermes 5 ist „leaner“ geworden, das ist unbestritten.  Und es gibt Projekte, welche sich nicht für eine schlanke Abwicklung eignen, auch das ist klar. Auch wird die öffentliche Hand mit der Anwendung von agilen Projektabwicklungsmodellen nicht plötzlich eine „Agile Verwaltung 2.0“. Dafür braucht es schon mehr.

Nichts desto trotz wird in der Wirtschaft in den nächsten Jahren oder gar Jahrzehnten „Lean“ das Schlagwort sein und bleiben. Die Harvard Business Review (HBR) nannte letzthin, das Lean Startup Modell als „A New Strategy for the 21st Century Corporation“. Der Geschäftsmann 2.0 sieht das genau so und nicht erst seit er dieses Zitat in der HBR gelesen hat. Und er wünscht sich als Bürger, dass ebenfalls die öffentliche Hand agiler wird.

Langer Rede kurzer Sinn: Auf die Veränderungsprozesse bei der öffentlichen Hand hat Hermes 5 und Ihre fehlende Möglichkeit, ganze Projekte nach agilem Vorbild umzusetzen, wenig Impact. Da haben Communities, welche öffentlich Druck machen viel mehr Kraft! – Trotzdem hätte der Geschäftsmann 2.0 Freude, wenn man auch bei der Verwaltung “Schnell etwas machen könnte” 😉

Mehr Lesenswertes vom Gmann 2.0 zu Hermes 5 

So Long, Euer Geschäftsmann 2.0

*Anmerkung zu den “40 Sprints”: Der Geschäftsmann wartet noch auf die Diskussion mit dieser Führungskraft um zu erklären, dass wohl in diesem Fall der Fehler mit grösster Wahrscheinlichkeit nicht bei der Agilen Methode lag sondern wie so oft bei Projekten der Öffentlichen Hand seinen Ursprung viel früher hatte. Zwei Stichwörter: Ungenügende Businessanalyse oder mangelhaftes Pflichtenheft bei Vergabe (Das reicht jetzt aber, wenn schon widmet der Geschäftsmann 2.0 diesem Thema einen Post)