Genau wie die Wirtschaftsbosse hat sich Avenir Suisse an das digitale Zeitalter noch nicht angewöhnt.

Wie die Wirtschaftsbosse ist Avenir Suisse noch lange nicht im digitalen Zeitalter und in den Zeiten des Social Business angekommen, trotz braver Facebookpräsenz und (technischem) Twitteraccount.

G. Schwarz Avenir Suisse - Quo Vadis?
G. Schwarz Avenir Suisse – Quo Vadis?

Klar hat Avenir Suisse eine Facebook Seite und diese wird schön brav mit einer Statusmeldung pro Tag bespielt. Auch den Twitterstream gibt es, notabene mit dem absolut gleichen Content wie die FB-Page. Das macht aber noch lange einen modernen Thinktank aus. Und modern sollte diese Organisation doch sein, oder? Der Name “Avenir Suisse” – Zukunft Schweiz – sollte doch gerade hier Programm sein!

Der Geschäftsmann 2.0 durfte letzte Woche ein wirklich tolles Referat vom Direktor Gerhard Schwarz mit dem Titel “Einige Gedanken zu Wirtschaft und Politik in der Schweiz” besuchen. Schwarz ortete einen Graben zwischen Politik und Wirtschaft und seine vier Thesen zur Überbrückung dieses Grabens kann der Geschäftsmann 2.0 vorbehaltlos teilen:

  • Wirtschaftsführer tragen eine gesellschaftliche Verantwortung und sollten diese vermehrt wahrnehmen
  • Politisches Engagement der Unternehmensführer ist nützlich und hilfreich für die Schweiz
  • Das Milizsystem sollte gestärkt werden und nicht durch Profipolitiker und technokratisierte CxO, welche häufig nicht so integrierte Ausländer sind (das ist nicht wertend), kannibalisiert werden
  • Die Wirtschaft sollte zusammen an einem Strick ziehen (Anm GM20: und zwar in der gleichen Richtung) 

Diese Thesen sind wie schon gesagt ok. Nur beschlichen den Geschäftsmann während dem Referat akute Bedenken. Er hat das starke Gefühl, dass die Wirtschaftsbosse wie auch Avenir Suisse die Hebel zur Behebung dieses Grabens leider am falschen Ort ansetzen.

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Social Business verändert die Welt

Die Gesellschaft in der Schweiz ist eine ganz andere als vor 5 Jahren! Das merkt man vielleicht nicht auf den ersten Blick, aber ein Thinktank sollte sich dem schon bewusst sein. Die Bürger von heute sind aufsässiger, emanzipierter, kritischer und digitaler als vor 5 Jahren. Die Gesellschaft interagiert heute viel mehr im digitalen Raum, mit viel mehr Akteuren/Aktivisten. Die Politik und Wirtschaft soll endlich die sozialen Netze und deren Opinion Leader – wovon es viel mehr gibt als in der realen Welt – zur Kenntnis nehmen und den Dialog beginnen. Die Wirtschaftsbosse und die Politiker sollten endlich aufhören, sich den bei den todgeweihten Zeitungen und Fernsehstationen anzubiedern und im Web 2.0 selber aktiv werden: Authentisch, realtime, mit echter Motivation und ohne vorgängige Crosschecks Ihrer Statements durch die Legal Departements oder durch PR-Fuzzis. So werden Wirtschaftsbosse und Politiker wieder akzeptiert bei uns in der Bevölkerung! – Wir sind die 99% und zwar digital.

So Long, Euer Geschäftsmann 2.0

Weiterlesen:

  1. Die Zusammenfassung des Referates von Gerhard Schwarz hat ein befreundeter Blogger hier gepostet, Details können da nachgelesen werden.
  2. Wie sich die Gesellschaft und deren Werte verändert kann hier nachgelesen werden.
  3. Ein Blogpost vom Gmann2.0 von 2013 zeigt, wie man am Volk vorbeireden kann
  4. Wieso Jobst Wagners “Strategierat 21” nicht mehr funktioniert kann hier nachgelesen werden

 

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