Vortrag guild42.ch Fit für Web 3.0 – Semantische Technologien

Die Event und Networkingplattform für IT namens “Guild42.ch” präsentierte am 17.3.2014 ein Seminar zum Thema “Web 3.0 – Semantische Technologien”. Frau Ursula Deriu von der Tirsus GmbH führte in das Thema ein.

So wie das der Geschäftsmann 2.0 begriffen hat, hat Web 3.0 mit folgenden Themen etwas zu tun:

  • Data Science
  • Internet of Things
  • Big Data
  • Linked Data

Der Vater von Web 3.0 sei Tim Berners Lee und es gehe dabei vorallem ums semantische Web, das Thema ist auch nicht neu, wurde doch der Term bereits um 2001 geprägt. Es geht weitgehend um die “natürliche Verwendung” des Internets, insbesondere der natürlichen Sprachsuche.

Semantische Technologien beziehen sich vorallem auf “Linked Data”

Semantische Technologien liefern Antworten auf folgende Fragen:

  1. Wie extrahiert man automatisch strukturierte Daten aus “natürlichen” Texten?
  2. Wie erkennt man automatisch die Bedeutung eines natürlichen Textes?
  3. Wie werden natürliche Texte so aufbereitet, dass diese (erweiterte) Suchmaschinen sinnvoll durchsuchen können?

Frau Deriu zeigte auf, welchen Nutzen das semantische Web für den Nutzer / User bieten kann. Diese liegen auf der Hand: Man kann das Internet auf ganz natürliche Art und Weise nutzen. Die Firma wird viel einfacher im Netz sichtbar werden, da der Surfer ganz natürlich das findet, was er sucht (sorry wegen den vielen “natürlich”).

Weiter ging die Referentin auf die benötigte Infrastruktur ein, welche sich seit Jahren im Aufbau befindet. Dabei handelte es sich viel um solche Fremdwörter wie “Folksnomien”, “Nomenklaturen” oder Ontologien ( = Ein für ein Themengebiet harmonisierter Satz von Begriffen) und sie wies darauf hin, dass überall in der Welt immer wie mehr solche Ontologien aufgebaut werden, wie z.B Begriffe rund um das Leben im Meer oder eine Begriffswelt für eCommerce. Kurz: Semantik Web dreht sich weitgehend um unvierselles, globales Wissensmanagement.

Auch zeigte die Referenten den “Semantic Web Layer Cake” und auf die wohl wichtigsten technischen Standards ein, nämlich die Inhaltsformate namens RDF und SPARQL

Semantic Web Data Layer Cake @guild42 Presentation
Der semantic Layer Cake

Eine Facette des semantischen Web ist auch das Thema “Open Government Data”. Ämter der öffentlichen Hand sollten Ihre frei zugänglichen Daten eben genau in diesen RDF und SPARQL Formaten publizieren, damit diese dann von Maschinen und Tools sauber gelesen werden können. Für diese publizierten Daten sind dann eben diese Begriffswelten, diese Ontologien verfügbar. Dadurch werden dann die Daten effektiv zu Informationen und zwar zu vergleichbaren Informationen! …von Maschinen vergleichbaren Informationen. Und der grösste Clou dabei ist, dass diese Informationen nicht nur innerhalb eines Themengebietes (einer Ontologie) verglichen werden können, sondern über Themengebiete hinweg. So muss man auch diese “Open Data Cloud” verstehen, welche zeigt, wie diese vielen und immer noch wachsenden Ontologien miteinander verbunden sind:

Open Data Cloud
Verbundes Wissensmanagement auf Basis von semantischem Web: Die Open Data Cloud verbindet die Ontologien http://lod-cloud.net/

Dann wurde es ganz technisch, nämlich wie man solche semantischen Abfragen programmiert, was Tripel sind, welche OWL2-Regeln dabei zum Zuge kommen, die Verwendung von Apache-Lena, etc. Hardcore Softwareentwicklerzeugs eben….

Zu guter Letzt wurde ein nettes Beispiel gezeigt. Mit Semantic Web und Linked Data können Beziehungsmaschinen Verbindungen aufzeigen. Der untenstehende Printscreen zeigt den “Relation Finder“, welcher die Beziehungen zwischen “Fiat” und “Ferrari” grafisch aufzeigt.

Relation Finder - Beziehung Ferrari zu Fiat
Relation Finder – Beziehung Ferrari zu Fiat

Fazit Gmann 2.0: Es war ein recht interessanter – technischer – Vortrag zum Thema “Semantic Web” und um die “Fruchtbarmachung” von unstrukturierten Inhalten und die Vernetzung von Wissen. Google Glass und SIRI werden damit einfach noch gescheiter. Deswegen jetzt von Web 3.0 zu sprechen, das findet der Geschäftsmann 2.0 doch ein wenig übertrieben. Es gibt sowieso keine höhere Version des Internet. Web 1.0 repräsentiert das prä-soziale Zeitalter und Web 2.0 ist das heutige Internet, das nach der digitalen Disruption. Und: Semantische Suche ist ja voll “sozial”, denn sie ist ja absolut menschengerecht, oder?

Ach ja: Der Anlass wurde von Centeractive, Born und Netcetera gesponsored. Vielen Dank!

So Long, Euer getripelter Geschäftsmann 2.0

PS: Die Schweizerischen Verwaltungseinheiten sind bei dieser Entwicklung recht weit mit vorne dabei, sei doch die Schweiz auf Platz #22 im weltweiten Open Government Data Ranking. Das Bundesamt für Statistik ist aktuell mit aller Kraft daran, hier im Ranking weiter nach vorne zu kommen. Wir sind gespannt, wo die Schweiz Mitte 2015 im Ranking stehen wird.

 

Leave a Reply