Polizei 2.0 – Der grosse Unterschied zwischen Fiktion und Realität

Die laufenden Polizeiserien im TV sowie die Abhörskandale im jüngerer Vergangenheit suggerieren ein Polizeiwesen, welches mit Hilfe der Sozialen Medien, der neuesten Technologien seine Arbeit verrichtet und mit zwei oder mit mindestens einem Bein in den Zeiten des Social Business angekommen ist. Der Gegenteil ist der Fall.  

Im letzten Tatort “Ohnmacht” wurden die älteren Kommissare  von einer Kriminalassistentin der Millenialgeneration unterstützt. Deren papierlose Arbeit, die digitale Effizienz, Ihre Recherchequalitäten in der Blogosphäre und Ihre Technikkenntnisse hatten die Ermittlungen massgeblich unterstützt – Polizei 2.0 eben. Und: Natürlich waren die Bullen alle Gut und die mit dem Smartphone alles aufnehmenden, jugendlichen Schläger alle Schlecht.

Die Realität sieht leider anders aus. Die Ordnungshüter sind nicht effektiv im Umgang mit Social Media und nutzen mitnichten die technischen Möglichkeiten aus. Gute Polizisten sind sie auch nicht immer. Doch betrachten wir den Umgang mit den sozialen Medien ein wenig näher: Für die meisten Polizeidienste scheint die Nutzung eher ein Zwang zu sein. Sie leben nach wie vor in einem prä-digitalen Paradigma, sie verwenden Facebook, Twitter und Co. lediglich als Marketingkanal via Einwegkommunikation und leben nach wie vor in einer Wertewelt, in welcher Intransparenz, Machtausübung und Rechenschaftslosigkeit eine tragende Rolle spielen.  Dazu kommt, dass sich die Polizei im westlichen Raum (von der restlichen Welt wollen wir gar nicht reden!) je länger wie mehr auf die gleiche Stufe wie das Gesetz zu stellen versucht.

Berner Polizei stellt sich auf die gleiche Stufe wie die Justiz
Stellt sich die Polizei auf die gleiche Stufe wie Justitia? Solche Bilder machen das Vertrauen der Bevölkerung nicht besser

Das Resultat ist klar: In einer Welt voller kritischer Bürger, in welcher Vertrauen, Transparenz und Kommunikation die neue Währung sind, verliert die Polizei reputationsmässig an Boden. Schon der gesunde Menschenverstand sagt einem, dass bei abnehmenden Vertrauen in die Polizei und mit zunehmender Distanz zur Bevölkerung die Effizienz der Ordnungskräfte galloppierend abnimmt. Diese Entwicklung wird zusätzlich verstärkt, wenn die Polizeikräfte gleichzeitig immer wie mehr auf Gewalt und Repression setzen, so wie z.B in New York.

#myNYPD – Apropos New Yorker Polizei: Die haben ja mit einer Twitter-Kampagne das Image heben wollen. Sie forderten die Einwohner auf, Photos zu twittern , welche die “lieben” Polizisten zusammen mit Bürgern zeigen. Wie naiv, wie man hier sieht. Anstelle der Jööö-Bildli kamen lauter Bilder von polizeilichen Übertretungen zusammen. Denunziation mal anders rum! In der Schweiz absolut auch denkbar, auch wenn es die Zürcher Stadtpolizei auf Twitter und auch auf Facebook doch ansehnlich macht (Das ist ein Lob)!

Ganz anders die Berner Polizei, die hat Ihre Facebook Präsenz gar eingestellt, siehe letzter Beitrag! Anstelle die dringend nötige digitale Präsenz zu pflegen und den digitalen Paradigmenwechsel in Angriff zu nehmen, stellen sich die Berner mit grenzwertigen Plakatphotos in Szene, siehe Bild oben.

Schulung gefällig? Der Geschäftsmann 2.0 hätte es lieber, wenn die Polizei mit den Versuchen aufhört, Ihn im Strassenverkehr zu kriminalisieren (Andere haben das gleiche Problem, ein sehr guter Artikel ist hier). Stattdessen sollten die Polizeikader und die Justizleute bei Ihm lieber einen Workshop zum Thema disruptive Transformation in Gesellschaft und Wirtschaft buchen! Kontakt hier. – So Long, Euer GM2.0

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Was ist denn Eure Meinung dazu?

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