Frustrierend: Die Jungfraubahnen sind nicht noch einmal im Web 1.0 angekommen

„Wir haben aus Sicherheitsgründen, um Betrugsfällen vorzubeugen, eine Kreditlimite von Fr. 1’000.– hinterlegt. Daher ist es bei einem grösseren Einkauf (z.B. Ski-Abo etc.) notwendig mehrere Bestellungen zu platzieren.“ war die Antwort auf meine Anfrage, wieso ich bei einem Kauf eines Skiabos fuer meine Tochter und mich im „neuen“ Webshop der Jungfraubahnen nicht zahlen konnte.

Die Jungfraubahnen bewerben zwar eifrig die neue Möglichkeit, dass man neu das Saison-Abonnement im eigenen Webshop erwerben kann. Das Saison-Abo kostet aber inzwischen 900 CHF und da finde ich die Limite von 1000 CHF doch ziemlich unglücklich gewählt, und die obige Begründung noch unglücklicher. Haben Die denn kein sicheres System? E-Commerce gehört noch zu Web 1.0 und es scheint Firmen zu geben, die zwar vordergründig schon dort angekommen sind. Wenn man jedoch genau hinsieht, dann merkt man, dass dies nur die halbe Wahrheit ist….

….leider haben die Jungfraubahnen in dieser Region das Monopol, ich werde also gar nicht „Geschäftsmann 2.0“-like in Interlaken an den Schalter gehen, um meine Abo’s zu erwerben.

(Vermeintliche) Ausrüstung für den Geschäftsmann 2.0 – Toshiba Libretto W100

Toshiba Libretto W100
Toshiba Libretto mit zwei 7 Zoll Touch-Screens

Auf meinem Weg zum G-Man 2.0 versuche ich es auch mit einigen Hardware-Upgrades, wie dem Toshiba Libretto:

Kaufen Sie dieses Gerät NICHT! Es ist zu laut, die Lautsprecher sind zu schwach bzw. zu leise und das Gerät produziert grundsätzlich viel zu viel Wärme. Die Toshiba-eigenen, eigentlich für so ein Gerät echt sinnvollen Utilities wie das “Toshiba Bulletin Board” sind nicht auf die Touchscreenbedienung angepasst und somit kaum anwendbar. Dazu ist es recht lahm.

Aber um ehrlich zu sein, das alles wäre auszuhalten, denn irgendwie ist diese übergrosse dreifache Schoggitafel mit seinen zwei kapazitiven 7-Zoll Touchscreens schon sexy. Es ist das Betriebssystem, Windows 7 Premium. Das ist kein OS, welches für den Touch-Screen Einsatz vollumfänglich taugt. Der Umgang mit der Startleiste ist zu hakelig, die Steuerung des Systems ist einfach zu mühsam. Ich habe die beiden Multi-Touch-Screen fähigen Browser Google Chrome und Firefox 4.0 darauf verwendet, aber auch hier: Im aktiven Window ist der Umgang ok, aber die Steuerung der Browser (Navigation) ist mühsam, vorallem mit Männerfingern und -Daumen.

Vom Erwerb der SuisseID und dessen/deren Hindernissen (Teil1)

Kurz: Variante 3 Jahre mit USB kostet 170 Schtutz und Gebühren von ca 20 Franken obendrauf. Antrag muss zB. bei SBB abgestempelt und dann versendet werden. Zeitaufwand: 30 Min und Schalterbesuch nötig.

Aufgrund der grassierenden Zunahme meiner Userprofile/Passwörter infolge meiner Migration zum Geschäftsmann 2.0 habe ich für eine Lösung meines “Passwort-Managements” alle anderen G-Man 2.0 Aktivitäten reduziert. Anbei meine Story zur SuisseID:

Die SuisseID, die “Schweizerische elektronische Identitätskarte”, ist ja ein Ausweisdokument. Deswegen habe ich schon erwartet, dass der Kauf dieser ID nicht so einfach wird wie die Erstehung eines Buches im Internet. Ich google “SuisseID kaufen” und wähle trotz der Übermacht von Links der Schweizer Post das Angebot der http://www.quovadisglobal.ch , denn ich will ja nicht den Grossen mein Geld bringen, sondern den KMUs, so wie das auch initial im Rahmen des 3. Konjunkturpaketes gedacht war.

Der Shop ist ok, ich wähle das 3 Jahres SuisseID-Paket mit USB-Token zum Preis von knapp 170 CHF (Hier subventioniert die Eidgenossenschaft noch 65 CHF oben drauf, o d e r, wie geht das eigentlich?). Der Bestellprozess dauert bei mir gegen 20 Minuten mit all den Angaben etc. Nach dem Erwerb mit der Kreditkarte bekomme ich drei Mails, wovon eines das (vom Shop ausgefüllte) Antragsformular beinhaltet. Dieses hat man, zusammen mit einer beidseitigen Pass/ID-Photokopie, welche durch einen ” Authorisations-Stempel” beglaubigt ist, an die QuoVadis zu senden. So eine Beglaubigung erhält man zB durch eine Moneytransfer-Niederlassung, Mobilezone oder die Gemeindeverwaltung.

Es ist Samstag und ergo ist die Variante Gemeindeverwaltung kein Thema. Da wir aber in dem Ort, wo ich lebe, einen Bahnhof mit Schalter haben, gehe ich kurz dort vorbei. Denn inzwischen ist ja jeder bemannte/befraute Bahnhofschalter ein Ticketcorner und eine Western-Union Niederlassung. Hier erlebe ich meine erste Ueberraschung. Der Schalterbeamte erklärt mir, dass er meine Antragsformulare für die SuisseID nicht beglaubigen könne, denn dies sei ein Bahnhof der BLS und nicht der SBB (Das stand nirgends in den Unterlagen, liebe QuoVadis). Die BLS könne das nicht. Er empfiehlt mir ein Dorf weiter zu gehen oder einen Abstecher in die Stadt zu machen.

Ein Dorf weiter werde ich zunächst mal vom Hrn. Weber, Leiter Verkauf des Bahnhofs angeschnauzt, dass er sowas vier Minuten vor Feierabend nicht erledigen wollle. Super. Zum Glück hat es eine Glasscheibe zwischen uns Zweien. Er erklärt mir, er mache das zum ersten Mal und er verlangt 18 CHF Gebühren für das Abstempeln und Signieren des Blattes mit meiner Passkopie von mir.  Das Antragsformular, welches ich ja mit meiner Passkopie mitschicken muss, ist ebenfalls durch die “Identitätsprüfungsstelle” zu unterschreiben. Herr Weber weigert sich, dort nochmals seine Unterschrift und seinen Stempel zu hinterlassen. Er habe lediglich die Passkopie abzustempeln und zu signieren, sagt er mir. Klar, für 18 Franken liegt wohl auch nicht mehr drin (Diese Mehrkosten hast Du mir auch verschwiegen, liebe QuoVadis).

Nach ca anderthalb Stunden Aufwand tu ich den Antrag und die gestempelte Passkopie ins Couvert und werfe meinen A-Brief in den Briefkasten. Es ist Samstag. Mal schauen, wann ich vom Teil 2 berichten darf.