2013 kommen die Aktionäre an die Macht? Ja, ABER!

Aufstand der Aktionäre titelte die Bilanz bereits vor einem Jahr. Zugegebenermassen hatte die Zeitschrift in einige interessante Artikel in dieser Ausgabe, zum Beispiel den zum “Aufstand des Kapitals“. Den Kern der wirtschaftlichen Umwälzung, die das auf uns zukommt, hatten die Verfasser aber lediglich am Rande erfasst. Um was geht’s?

Der Gmann 20 freut sich, Die Bilanz 11/121 2012 hat sein Logo zur Vorlage genommen :-)
Der Gmann20 freut sich, Die Bilanz 11/12 2012 hat sein Logo zur Vorlage genommen 🙂

Der (Klein)-Aktionär hat in der Wirtschaft nichts zu melden. Seine Macht und seine Kraft ist klar geregelt. Das Gewicht seiner Stimme entspricht nämlich der Menge der Aktien, welche der Shareholder hält. Da hilft es auch nichts, an der Generalversammlung lauter zu schreien. Dem Geschäftsmann hat die “Bevölkerungsgruppe der Aktionäre” jahrelang Kopfzerbrechen bereitet. Denn, Sie wollten einfach nicht in sein Weltbild hineinpassen! Bei den Bürgern, den Mitarbeitern, den Patienten und den Kunden war der Wandel zu einer besseren Welt und Gesellschaft spürbar, aber nicht bei den Aktionären! Hier war keine Entwicklung in Richtung “2.0” erkennbar, das Verhalten der Aktionäre war immer noch das Gleiche: Der Anleger* hält die Aktien nur des Geldes, des Gewinnes werden. Kurzfristiger Profit. Um jeden Preis. Gier. Rücksichtslosigkeit. Opportunismus. Herdentrieb. Deswegen bekam de Geschäftsmann 2.0 immer einen Auschlag, wenn er jeweils den Begriff “Shareholder Value” hörte oder las. Ja – der Aktionär passte so gar nicht in das Weltbild des Social Business.

Das Logo des Geschäftsmannes seit 2010
Das Logo des Geschäftsmannes seit 2011

Doch die Revolution findet trotzdem statt! Auch bei den Aktonären. Menschen sind nämlich keine Schwarmwesen, sondern Herdentiere. Wenn jemand stark genug ist, dann folgen die anderen den Leitaktionären. Ab Frühling 2013 werden wir in der Schweiz ebenfalls die Verschiebung der Kräfte hin zu den 99 Prozent erleben! Angeführt durch die institutionellen Anleger, die Pensionskassen. Die passiven und zurückhaltenden Pensionskassen von Heute sind die Leitaktionäre von Morgen. Sie werden dazu gezwungen werden. Durch die Minder-Initiative, auch Abzocker-Intiative genannt. Egal ob die Initiative oder der indirekte Gegenvorschlag angenommen wird: An beiden Orten steht +/- : “Die Pensionskassen stimmen im Interesse ihrer Versicherten ab“. Der indirekte Gegenvorschlag gibt zusätzlich den Pensionskassen Zeit, technische Verunmöglicher aus dem Weg zu räumen. Die führenden Wirtschaftsanwälte des Landes sind sich einig darüber, dass ein rechtlicher und faktischer Stimmenzwang für die Vorsorgeeinrichtungen Realität werden wird, egal ob die Initiative oder der Gegenvorschlag umgesetzt wird. Es gibt keinen Ausweg und keine Alternativen, die institutionellen Investoren werden Ihre Mitwirkungrechte im Interesse Ihrer Anleger ausüben und werden deren Interessen wahrnehmen. Sie werden Grundsätze** erlassen, wie abzustimmen ist und die Pensionskassen werden einmal jährlich offen legen, wie sie Ihre Mitwirkungsrechte ausgeübt haben.

Damit ist die kritische Masse errreicht, denn die schweizerischen Vorsorgeeinrichtungen und Pensionskassen verwalten ein Vermögen von rund 630 Mia CHF und halten ca 10% der börsenkotierten Aktien in der Schweiz. Auch in der Börsen- und Aktionärswelt beginnt diesen Frühlung die Machtverschiebung zu den 99% , zu den Aktionären. Ja, die Aktionäre kommen an die Macht, ABER das grosse Sagen werden hauptsächlich die PKs haben. 2013 wird als Meilenstein in Sachen Umwälzung in die Schweizer Wirtschaftsgeschichte eingehen. Und Thomas Minder wird deren Ikone, ob er nun will oder nicht….

…im nächsten Post gibt es eine kurze Übersicht zur Minder-Initative und Impacts im Web.

 

So Long, Euer Gmann 2.0

 

*Persönliche Definition: Der Anleger ist derjenige Aktionär, welcher Anteile an einer Firma hält in welcher er nicht direkt operativ beteiligt ist. Interessant…. Heisst das, dass wenn sich der Aktionär an der Geschäftstätigkeit einer Firma beteiligt, dass er dann zum Unternehmer wird?

**Die Richtlinien dazu sind aktuell (Anfang 2013) in Ausarbeitung. Herausgegeben durch die economiesuisse, getragen wird das z.B. von der Bankiervereinigung, ethos, ASIP, SwissHoldings. Der Termin ist gemäss Cash auf den 21.1.2013 gesetzt

2013 wird ein noch spannenderes Jahr: Die Machtverschiebung zu den 99% wird spürbar!

In seinem 350 Beitrag in einem immer noch frischen 2013 möchte sich der Geschäftsmann bei der treuen Leserschaft bedanken und er wünscht allen eine erfolgreiche Zukunft. Der Geschäftsmann selbst freut sich riesig auf 2013! Warum? Weil er einerseits sich eine neue berufliche Betätigung suchen wird. Und andererseits, weil er gespannt ist, ob das, was er nun über zwei Jahre proklamiert, verstärkt spürbar wird. Einer der ersten Posts des Geschäftsmannes 2.0 überhaupt ging auf die zu erwartende zunehmende Rolle der Millenials in der Gesellschaft ein. Das war am 24. November 2010. Kurz vorher hatte der Geschäftsmann 2.0 die Erkenntnis, dass er selber noch über zwanzig Jahre arbeiten wird und dass er mit den Millenials wird zusammenarbeiten müssen. Heute, über zwei Jahre später, hat er neben den Themen rund um die 2.0 viel über wandelnde Werte und über den anstehenden sozialen Wandel geschrieben.

Und jetzt ist es soweit: Dieser “anstehende” Wandel wird landesweit offensichtlich und spürbar! Wovon spricht der Geschäftsmann 2.0? Er spricht von der sogenannten Abzocker-Initiative. Diese Initiative des parteilosen Schaffhauser Ständerates Thomas Minder verfolgt das Ziel, dem Volk – den 99% – mehr Macht und mehr Durchsetzungskraft in der Schweizer Wirtschaftswelt zu verschaffen. Es laufen bereits seit zwei Monaten Abwehrmassnahmen dagegen. Monate vorher ist die halbe Schweiz damit schon vollgepflastert, so etwas ist selten der Fall! Doch den Geschäftsmann interessiert die “Abzocker” Thematik nur am Rande. Die Initiative hat noch in einem anderen Bereich eine viel grössere Sprengkraft, meint er!

Warum es nun zu diesem Wandel kommen soll, das erklärt der Geschäftsmann im nächsten Beitrag. So Long und bis zum nächsten Mal.

Das Establishment ist besorgt: Anti-Minder Plakat: Bereits Anfangs Dezember 2012 wurde plakatiert

Der Geschäftsmann 2.0 meint wieder mal:

Social Communities are the armies of the 21st century!

Mal guckn!

Sie sind die 99% – Neue Kategorie im Blog

Der Geschäftsmann 2.0 bedient aktuell 15 Kategorien in seinem Blog. Zusammen mit dem Beitrag zu den amerikanischen Krankenkassen hat er eine neue Kategorie eingeführt:”Die 99%

faustWas ist damit gemeint? Es geht um die Verlagerung weg von den Unternehmen, den Marketingleuten, den Produzenten, den Bossen hin zu den “anderen” Stakeholdern, den

  • Verbrauchern / Kunden / Patienten
  • Aktionären
  • Bürgern
  • Mitarbeitern

Diese Stakeholdergruppen werden in den nächsten Jahren massiv an Bedeutung gewinnen. Beginnen wird es in der Schweiz bei den Aktionären – Und bald: Wegen der Minder-Initiative! Dieser weltweite Prozess ist disruptiv, auch wenn uns Schweizern das nicht so vorkommt, denn wir sind hierzulande in der einzigartigen Lage, Teil einer direkten Demokratie zu sein. Uns fragt der Staat als Bürger schon lange. Als Mitarbeiter tragen wir dieses direktdemokratische Selbstverständnis auch in die Unternehmen hinein. Der Geschäftsmann erinnert sich sehr gut an “Den basisdemokratischen Groove” seiner Mitarbeiter in seinen früheren Unternehmungen! Und die daraus resultierenden langen Diskussionen und Erklärungsrunden den Mitarbeitern gegenüber… …Aber so etwas ist in Europa die Ausnahme, das dürfen wir nicht vergessen!

Details zu den 99% gibt es auch hier auf dem Wiki

So Long Euer Geschäftsmann 2.0

Die amerikanischen Krankenkassen rennen um ihr Leben – Präsident Obama und die 99%

In einem Jahr, zu Beginn 2014 wird die Tsunamiwelle die amerikanischen Krankenkassen erreicht haben. Ab diesem Zeitpunkt wird in den USA die Reform greifen und schlagartig wird ein Grossteil des Geschäfts durch Privatkunden kommen. Was sich die meisten Leute hier in Europa nicht bewusst sind: Die meisten Leute in der USA sind heute bereits bei einer Krankenkasse versichert. Dies erfolgt jedoch durch den Arbeitgeber und nicht direkt, wie bei uns in der Schweiz. Genau deswegen haben ja diejenigen, welche keine regelmässige Arbeit oä haben, im Krankheitsfall oder bei einem Unfall Probleme. Menschen trauen sich nicht, Ihren gehassten Job hinzuschmeissen, weil diese dann nicht mehr versichert sind, wie z.B hier im genialen Blog des Nackt- und Fetishmodels Wonderhussy beschrieben.

Die USA sind immer noch DIE Supermacht und werden es immer noch einige Zeit bleiben. Somit sind die Vereinigten Staaten auch ein massiver Treiber der Veränderungen, wenn denn eine Veränderung ansteht. Und diese Veränderung betrifft jeden Amerikaner und in einem Bereich, welcher jedem Menschen wichtig ist: Nämlich bei seiner Gesundheit. Präsident Obama hat mit seiner durchgeboxten Gesundheitsreform die Kompetenz für das Management der Gesundheit den Arbeitgebern weggenommen und Sie dorthin getan, wo diese Kompetenz hingehört, nämlich den Menschen. Und diese sind die 99%!

Wem hat das nicht gepasst? Nicht so sehr den Arbeitgebern, aber sicher den Krankenkassen. Die haben nämlich an der Situation massiv verdient. Die Krankenkassen konnten sich bis anhin erlauben, Ihre Kunden – nämlich die Arbeitgeber zu verwöhnen. Den Versicherten aber boten Sie einen schlechten und somit billigen Service (??? Link 9 und 10). Und jetzt müssen sich die Krankenkassen neu ausrichten, denn die Versicherten sind neu (auch) ihre Kunden. So einen Wechsel im Geschäftsmodell überlebt nicht jeder Marktteilnehmer! Die rennen jetzt um Ihr Leben!

Und was passiert bei den Bürgern? Neben neuen Möglichkeit, direkt eine Krankenkassenversicherung abzuschliessen werden sie sich bewusst werden, dass Sie eine ganze Industrie innert kurzer Zeit umkrempeln: Sie, die normalen Leute auf der Strasse, die 99% ! Präsident Obama hat das für sie ermöglicht und zukünftig werden die Amerikaner nur noch Präsidenten wählen, welcher das tut, was für die 99% richtig ist.

Der Geschäftsmann 2.0 meint, dass Hr. Obama in die Geschichte eingehen wird und zwar nicht (nur) wegen seiner Hautfarbe*….

… Euer Palo Stacho, 10.1.2013

*First Social President of the United States of America?