Die hiesigen Banken gehen den falschen Weg, auf jeden Fall nicht in Richtung Bank 2.0

Ueber den Jahreswechsel liest der Geschäftsmann auch Printmedien – ausnahmsweise. In der Handelszeitung 51/52 2012 titelt ein Artikel mit “Ausweitung der Wohlfühlzone“. Im Artikel werden die “Anstrengungen” der Schweizer Retailbanken beim Aufbau von neuen Konzepten für das Retailbanking beschrieben. Da ist von “Begegnungsbank” die Rede, oder dass die neuen physischen Filialen die Bank “emotional erlebbar machen” sollen. So ein Seich! Wenigstens zitiert die Handelszeitung den Oliver Fiechter*, dass unsere Banken den grundlegenden (durch das Internet induzierten) Wandel verschlafen. Der Geschäftsmann hat ja zu diesem Thema ebenfalls einen beachteten Artikel geschrieben: Warum Grossbanken das Retailgeschäft verlieren werden, zwar aus einer anderen Optik, aber in die gleiche Richtung weisend wie der Beitrag aus der Handelszeitung.

Wie die meisten will der Geschäftsmann 2.0 KEINE Begegnungsbank. Er hat schon genug Begegnungen am Bankschalter, nämlich in der Warteschlange! Nachdem bei Ihm im Dorf, nach der UBS nun auch die Credit-Suisse den zweiten Schalter in der Filiale rückgebaut hat ist er nun bei der Valiant. Die hat nämlich noch zwei Schalter, wie übrigens die BEKB auch. Und der Geschäftsmann 2.0 will nur etwas: Wenn es “Einsnullmässig” sein muss, schnell seine Geschäfte erledigen und wieder raus aus der Bank.

*Oliver Fiechter’s Buch kann der Geschäftsmann nur empfehlen, es liegt bei Ihm noch auf dem Stapel mit an- /ungelesenen Büchern, auf einer hohen Warteposition

 

Grossbanken werden das Retailgeschäft verlieren

Der Geschäftsmann hat mit seiner kleinen Serie zum Thema Bank 2.0 doch einigen Anklang gefunden, vielen Dank fürs Lesen! In einem der letzten Posts zu diesem Thema hat er bereits bemerkt, dass die Banken – vorallem die Grossbanken – sich nicht allzu sicher sein sollten, was Ihre Zukunft anbelangt (hier). Er ist nicht der Einzige, welcher sich zu diesem Thema Gedanken macht. Im Rahmen seiner Arbeiten zum Thema “Customer Experience” ist der Geschäftsmann 2.0 auf ein Buch von zwei Mitarbeitern der Firma Forrester Research gestossen. Harley Manning und Kerry Bodine haben in Ihrem kürzlich erschienen Buch “Outside In” : The Power of Putting Customers at the Center of Your Business ein sackstarkes Werk abgeliefert, in welchem Sie auch voraussagen, dass die U.S. Grossbanken das Retailbankengeschäft verlieren werden! Der Geschäftsmann 2.0 glaubt, dass sowas durchaus auch in Europa möglich wird. Oder kann die nachfolgend beschriebene Situation nicht auch bei uns eintreten?

Grosse Banken werden das Rennen ums Retail Banking verlieren. Die Geschäftsmodelle von US Banken waren und sind im Kreuzfeuer der Regulatoren und der Wettbewerbsbehörden. Ihnen wurden Beschränkungen auferlegt, wieviel diese beim Kreditkartengeschäft, bei Kontoüberzügen oder bei den Karten-Transaktionsgebühren verdienen dürfen. Solche Eingriffe sind nicht verwunderlich, sind doch die Bankkunden und somit die Wähler entzürnt über die von den Banken angerichtete Immobilienkrise, welche in den USA in die zweite Grosse Rezession mündete. Die Kombination dieser neuen Beschränkungen und die schwache Wirtschaftslage kostete den Banken Milliarden von Dollars. Auf der Suche nach neuen Einkunftsmöglichkeiten im Endkundengeschäft, sprich im Retailbanking, erhöhten oder kreierten die Grossbanken neue Gebührenmodelle: Transaktionsgebühren bei Debitkarten (Bei uns weniger bekannt, dass sind Karten mit Geld drauf und häufig ohne Kreditlimite), Kosten bei Papierauszügen, Saldierungen von Konten und sogar Gebühren beim Kontaktieren eines Bankangestellten! (Details).

Es ist die Regel, dass wirtschaftliche Strömungen mit einem Verzug von 12+ Monaten jeweils von den USA her nach Europa herüberschwappen. Die Tatsache, dass jetzt gerade die mediale Aufregung über die diverse Gebührenänderungen von Schweizer Finanzinstituten hochkocht, beweist dies umso mehr (Dezember 2012).

Es ist nicht verwunderlich, dass die amerikanischen Grossbanken sehr schwach sind, was die Kundenzufriedenheit anbelangt. Der sogenannte “Customer Experience Index 2012” der Firma Forrester zeigt, dass die U.S. Bankriesen darin schlecht (Citibank, Wells Fargo, Chase) oder gar sehr schlecht (Bank of America) abschneiden. Im Gegensatz dazu zeigen die lokalen Sparkassen (Credit Unions) eine viel bessere Bewertung. Was jetzt kommt, das kennen wir auch in der Schweiz: Die Sparkassen konnten einen massiven Zulauf an Geldern verzeichnen, als im Herbst 2011 die Grossen allen voran die Bank of America, ihr Gebührenmodell änderten. Innerhalb von 4 Wochen gewannen die Sparkassen 650’000 (!) neue Kunden mit 4.5 Mia USD Neueinlagen! Mehr Details siehe hier. Banken, welche an Ihrem bestehenden Geschäftsmodell festhalten und Kundenorientierung mit den Füssen stossen, werden in Zukunft weiter Kunden verlieren, auch in Europa. Sie werden sich weiter wegen Ihren Gebühren mit den Gesetzgebern, den Regulierungsbehörden und Kunden herumschlagen, anstelle eine neue Ausrichtung, ein neues – kundenzentrisches – Geschäftsmodell zu entwerfen und umzusetzen. Für diese Entwicklung darf man nicht allein die aktuell grassierende Regulierungswut* in der Finanzbranche verantwortlich machen: Es ist der neue Kunde, der “Social Customer“, welcher vernetzter, emanzipierter und misstrauischer als je zuvor gebärt. Welchen die Nachricht der Gebührenerhöhung duchr die Bank in Echtzeit erreicht. Der “Social Customer” ist auch aktiver, was sich zum Beisipel in Initiativen wie dem “Bank Transfer Day” manifestiert, welcher natürlich – wie könnte es auch ander seins – über Facebook organisiert wurde. Dort wurden die Kunden aufgerufen, von den Grossbanken zu den Sparkassen zu wechseln. (Anmerkung des Geschäftsmannes: Diejenigen Banker unter den Lesern, welche sich denken, dass das Wort “aufmüpfig” den Kern der Sache wohl besser treffen würde, denen kann der Gmann nur sagen: “Sie haben bereits verloren! Ändern Sie Ihre Haltung, sofort.” Sie brauchen Ihre Kunden mehr als diese Sie brauchen) Hier geht’s zur Facebook-Page des Transfer Day.

Wenn das nun so weiter geht, dann werden einerseits die kleineren Finanzinstitute von dieser Entwicklung profitieren und auch die in einem früheren Post beschriebenen Direktbanken werden erstarken. Finanzinstitute, welche customer-driven sind und sich auf Ihre Fahne geschrieben haben, dass sie das Richtige für Ihre Kunden tun. Manning und Bodine nennen dafür als Beispiel die Leitsätze der Ally Bank: “Wir machen es aus Sicht unserer Kunden richtig”,Wir reden Klartext” und “Wir streben danach, offensichtlich besser zu sein

Solche Banken werden durch Ihr kundenzentrisches Verhalten die Rosinen von Grossen picken und Kunden abwerben. Manning und Bodine nennen als konkreten Player z.B. die Englische First Direct Bank (Direktbank). Weiter stellen sie gleichzeitig fest, dass die amerikanischen Grossbanken noch keine Anstalten machen, sich zu ändern, denn Sie sind gefangen in Ihrem alten Geschäftsmodell, welches zu lange seehr gute Profite abgeworfen hat. Diese werden weiterhin probieren, den Kunden auszuquetschen, ungeachtet der negativen Kundenerfahrung, welche sie dadurch dem Kunden bieten. Und die Spirale dreht für die Grossen weiter nach unten: Neue Gebühren – Neue Abwanderungswellen… (Mehr gibt es hier).

Der Geschäftsmann wünscht eine besinnliche Weihnachtszeit 2012, auch den Bankern!

So Long, Euer Palo “Pavel” Stacho

*Achtung: Bei uns in der Schweiz kommt die Minder-Initiative: Mehr dazu nächstes Jahr (2013) auf diesem Kanal!

Quelle: Manning, Harley; Bodine, Kerry (2012-08-28). Outside In: The Power of Putting Customers at the Center of Your Business (S. 207ff).

Die Bank 2.0 wird wohl nicht durch die Banken geboren

In den letzten Posts zum Thema Bank 2.0 hat der Geschäftsmann 2.0 ja schon drauf hingewiesen, dass das in der Schweiz innovativste grosse Finanz-Unternehmen keine Bank ist, sondern ein “Quereinsteiger” namens Postfinance.

Die Vergangenheit hat gezeigt, dass die Innovationen in einer Branche häufig durch neue Player getrieben wurden: Der Kühlschrank wurde genau so wenig von den Eishausbetreibern entwickelt wie das Auto von den Pferdezüchtern.

Vielleicht läuft das beim Bankenwesen ja gleich: Aktuell wird das klassische Geschäftsmodell der Banken weltweit diskutiert und immer wie häufiger hinterfragt. In seinem Post The Customer-Driven Bank berichtete der Geschäftsmann 2.0 bereits über Quereinsteiger, welche gegebenenfalls den Bankenmarkt aufmischen könnten. Dabei traut er es vorallem PayPal zu.

Die Banker selber haben keine Angst davor, aufgemischt zu werden. Das zeigt zumindest die Grafik aus der NZZ am Sonntag vom letzten Weekend. Gemäss der “Studie Retail Banking 2020” glauben die wenigsten Banker daran, dass ein Branchenfremder das Banking aufmischt.

Betriebsblind? Banker fürchten sich nicht vor dem Eintritt eines Quereinsteigers in den Bankenmarkt – NZZ So 9.12.2012

Der Geschäftsmann meint: “Wenn ich Banker wäre, ich wäre mir da nicht so sicher!” The World needs Banking but do we need Banks? Also – Auch hier: Augen auf! ;-.)

Die Studie kann hier bei Ernst & Young downgeloadet werden (12.5 MB)

So Long, Euer Gmann 2.0

PS: Die Aufarbeitung des Customer Experience Themas kommt – nur Geduld!

Bank 2.0 = Customer driven = Kundenbegeisterung = Customer Experience?

Der Geschäftsmann 2.0 hat in den Posts zum Thema Bank 2.0 einige Male den Ausdruck “Customer driven” Bank erwähnt. Ob ein Finanzinstitut sich so ein Langzeitziel auf die Fahnen schreiben will, ist schlussendlich Sache der Bank: “It is not necessary to change. Survival is not mandatory” hat bereits vor Jahrzehnten der legendäre William Edwards Deming gesagt…

Die digitale Revolution verschiebt das Kräfteverhältnis in Richtung Kunde, dem stimmen wohl heute die meisten zu. Und was in Anbetracht des anbrechenden “Zeitalters des Kunden” (Errinnert Ihr Euch: “Sie” sind die 99%) sofort auf die Agenda jedes Unternehmens gehört ist die Thematik der “Customer Experience”. Diese wird zukünftig matchentscheidend sein – ja, sie ist es bereits heute! Natürlich gilt das nicht nur für die Banken. Andere sind da schon viel weiter, wie z.B. die Game-Industrie (Wen wunderts?) oder die Telekommunikationsunternehmen. Aber bleiben wir vorerst bei den Banken oder besser ganz konkret bei der Postfinance (PF). Die Postfinance ist nicht nur die Bank* mit dem höchsten Anteil von Online-Kunden – nein – die PF tut auch viel, um innovativ zu bleiben und rückt nach Ansicht des Geschäftsmannes 2.0 wie kein anderes grösseres Finanzinstitut den Kunden ins Zentrum seiner Tätigkeit:

  • Kein anderes Finanzinstitut hat so ein grosses und dichtes Netz wie die Postfinance: Jede Poststelle bietet die Leistungen der PF an
  • Die PF hat bei Weitem die beste E-Banking Lösung in der Schweiz (Meinung Gmann 2.0)
  • Kein anderes Finanzinstitut ist vertrauenswürdiger und hat ein besseres Image: Kein Wunder haben die jetzt schon wieder 100’000 neue Kunden gewonnen dieses Jahr

Und kommen wir nun zur innovativen Tätigkeit der PF. Die Berner (nocheinmal: die B E R N E R – Hey Züribänker, habt Ihr das gelesen?!) haben gerade einige coole Leistungen an den Markt gebracht, welche unbestrittenermassen in Richtung “2.0/Mobile” gehen:

Und warum die das? Der neue Chef der Postfinance, Hansruedi Köng spricht in der Schweizer Bank 12/2012 direkt an, um was es dem Unternehmen geht: Um Kundenbegeisterung! – Ist denn Kundenbegeisterung ist ein Teil von “Customer Experience”? Nein, die Kundenbegeisterung sollte das Resultat einer optimal umgesetzten “Customer – Experience” Strategie sein.

Customer Experience ist aber mehr als lediglich ein Innovationsprojekt. Es ist die vollumfängliche Ausrichtung einer Unternehmung auf den Kunden. Customer Experience betrifft alle Interaktionen des Kunden mit dem Unternehmen, über alle Kanäle hinweg. Es ist der Paradigmenwechsel schlichtweg und es beschert denjenigen Unternehmen, welche so etwas wirklich dauerhaft umsetzen können, richtig fette Wettbewerbsvorteile – Auch weniger Kosten und mehr Umsatz! Mehr glückliche Kunden führen zu weniger grossen Call- und Supportzentren, sie bleiben länger Kunden, geben mehr aus und empfehlen die Firma sogar weiter!

Also: Mehr zu Customer Experience später auf diesem Kanal!

So Long, Euer Gmann 2.0

*Naja – eigentlich ist die PF ja keine Bank. Nächstes Jahr im 2013 wird sie erst einmal eine eigenständige AG

Auf der Suche nach der Bank 2.0 – Alternative Bank Schweiz – Geldgespräch 3.12.2012

ABS Bank
ABS Bank in Olten by Night. Natürlich ein Minergie-P Bau

Der Geschäftsmann 2.0 hat vom Angebot der ABS Bank Gebrauch gemacht und hat sich dieses Finanzinstitut vor Ort in Olten angesehen. An einem Abendanlass referierte Prof. Dr. Marc Chesney über “Die Krankheiten des Finanzsektors” und anschliessend präsentierte der Geschäftsführer Martin Rohner, was sozial-ökologische Banken wie die ABS zur Gesundung dieses Finanzsektors beitragen können.Der Vortragssaal im 4. Stock der Bank war voll. Viele Jüngere Leute, sozusagen keine Kravattenträger!Das Referat von Chesney zeigte verschiedenste Missstände bei den Banken auf:

  • Ein Grundgesetz des Kapitalismus werde durch die Hedge Fonds verletzt: Nämlich derjenige, welcher höhere Risiken trägt entweder mehr bekommt oder im Schadenfall mehr zahlt. Hedge Fonds sind nicht reguliert und können die Risiken an die Gesellschaft abwälzen
  • Dann ist da die Gier: Chesney erwähnt die Boni der UBS-Angestellten oder ein aktuelles Beispiel der Bancia
  • Die ungerechte Einkommen auf unserem Planeten. Von dieser Ungerechtigkeit haben die Finanzinstitute über Massen profitiert
Dabei sprach Chesney von einer Mutation des Homo oeconomicus zum „Homo financiarius“ 😉 (Anm Gmann 2.0: Nice try! Aber der „Homo financiarius“ ist lediglich die schlimmste Ausprägung des Homo Oeconomicus! und lest doch mal das hier). Weiter zeigte er auf, wie sich sogenannte „Finanzinnovationen“, welche eigentlich der Realwirtschaft dienen sollten, die z.B etwas Absichern sollten, zu Wetten mutiert sind.Zusätzlich zur Wette kommt die enorme Komplexität der Produkte (Beispiel CDS) – Chesney spricht von Pyromanen im Finanzmarkt und unterlegt dies mit einem Ausschnitt aus dem öffentlichen „Financial Crysis Report“, welcher von einem Zusammenbruch in den Bereichen „Ethik“ und „Verantwortung“ spricht. Er sagt auch, das heute im 2012, vier Jahre nach Ausbruch der Krise, nicht viel dagegen gemacht worden ist! Und die Steuerzahler finanzieren nach wie vor die Verluste (der Grossbanken).  Eine weitere “Krankheit” ist die bereits im letzten Satz angetönte Krise der Werte: Chesney spricht Zynismus, Verhalten wie eine Prostituierte, keine Ethik mehr und dauernden Vergleichen mit “Frankenstein” (Siehe Bild unten)
Prof Chesney spricht von “Frankenstein-Systemen”! Lesen lohnt sich….
Chesney schliesst mit drei Statements: 1.) Man soll sich mal die horriblen Zustände im Finanzsektor zur Gemüte führen, welche der Geschäftsmann 2.0 schon mal hier auf diesem Kanal angeprangert hat (NY-Times) 2.) Wer mehr wissen will soll responsiblefinance.ch lesen und 3.) “too big to fail” sollte es nicht geben!
 
Der ABS Bank Geschäftsführer Martin Rohner, begann dann in seinem Referat mit dem Kurszerfall von British Petroleum nach der Explosion von Deepwater Horizon. Die Aktionäre flüchteten aber nicht wegen der Naturkatastrophe oder dem offensichtlich nicht nachhaltigen Geschäftsgebahren, sondern sie sorgten sich um den Firmenwert. Als weitere Beispiele nannte Rohner Fukushima oder bei uns in der Schweiz die Zersiedelung.
ABS Bank Chef M. Rohner am Bankgespräch
Die ABS gebe hier klar Gegensteuer: Bei der Photovoltaik war die ABS eine der Ersten und bei Projekten, welche in der Schweiz die Zersiedelung fördern, werden nicht unterstützt. Die ABS Bank lebe nach Ihren Werten. Die ABS lebe nach anderen Werten wie z.B. die UBS, so Rohner. Die Werte der ABS basieren auf 3 Säulen: Die Nachhaltigkeit, ein ethisch reflektiertes Geschäftsmodell und der Impact (der Geschäftstätigkeit).
Im “groben” Detail bedeutet das
  • Ethisch reflektiertes Geschäftsmodell
    -Ganzheitlichkeit
    -Transparenz
    -Konsequenz
    -Partizipation
  •  Nachhaltigkeit
    -Vorbildliche Governance
    -Vorbildliche Personalpolitik
    -Verantwortung der Umwelt gegenüber
    Nachhaltigkeit im Bankgeschäft: Fokus auf nachhaltige Zielgruppen, strenge Ausschlusskriterien
  • Impact: Als Unternehmen
    -Will man die Kunden sensibilsieren und im Finanzplatz Schweiz Position beziehen
    – Im Bankgeschäft will man speziellen Dienstleistungen/Produkten einen Marker setzen. Stellvertretend nennt Rohner die Vergabe der Kredite: Die meisten generieren einen sozialen oder ökologischen Mehrwert!
    -Speziell erwähnt der Chef der Bank den Positionsbezug der Bank. Man dulde weder Schwarzgelder und die Weissgeld-Strategie wird aktiv verfolgt, auch bei Ausländischen Kunden. Die Bank hat keine monetären Anreize für ihre Mitarbeiter, Boni sind ein Fremdwort!!
Fazit: Es war ein spannender Abend mit zwei spannenden Referaten, die ABS sei aber ein Tropfen auf den heissen Stein, so der Tenor im Plenum und auch bei den Referenten bei der anschliessenden Diskussion. Weiter ging die Diskussion in die Richtung “Wie profitabel kann eine nachhaltige Geschäftstätigkeit sein?” – Ein sehr spannendes Thema, findet der Geschäftsmann 2.0….
….Nun: Hat der Geschäftsmann nun eine Bank 2.0 gefunden? Na ja, die ABS ist eine komplette Retailbank, dies hat ja auch schon die ein wenig tiefere Analyse des Geschäftsmannes 2.0 gezeigt und die Bank ist sicher kundenorientiert, aber auch Sie ist nicht “Customer-Driven” oder gar “Stakeholder-Driven”. Im nächsten Bank 2.0 Beitrag wird dann ein weiteres Finanzinstitut angeguckt, welches auf dem Weg dorthin ist!
….So Long, Euer Pavel “Palo” Stacho

Eine Direktbank ist noch lang keine Bank 2.0…

…oder sie wird es nie werden?! Direktbanken sind Banken ohne Geschäftstellennetz. In Deutschland bereits recht beliebt, da die Gebühren bei solchen Banken oft tiefer sind und die Deutschen Geiz geiler finden als Schweizer. Echte Schweizer Direktbanken kennt der Geschäftsmann 2.0 nicht, am nähesten dran scheint doch tatsächlich die Postfinance zu sein, welche gemäss Wikipedia 60 % Ihrer Kunden online bedient, sofern der Geschäftsmann den Wikieintrag richtig verstanden hat. Die PF ist nicht alleine, so gibt es noch mehr Mischlinge im Markt:

Der Geschäftsmann 2.0 hat übrigens gar keinen Stress damit, dass es in der Schweiz keine reinen Direktbanken gibt. Denn eine Direktbank ist noch lange nicht customer-driven nur weil sie keine Geschäftsstellen hat, eher im Gegenteil: z.B der Gmann 2.0 als hochgradig digitalisierter Kunde schätzt Bank-Filialen in seiner Nähe!

 

So Long, Euer Gmann 2.0, “Palo” Pavel Stacho

Bank 2.0: König Kunde macht die Regeln – The Customer driven Bank

Der Term “Banker” ist in der Welt momentan nicht unbedingt positiv assoziiert, nicht in der Schweiz und noch viel weniger im Ausland. Wenn der Geschäftsmann 2.0 das Wort “Investmentbanker” hört, dann poppt bei Ihm in seinen Gedanken gleichzeitig das Wort “Heuschrecke” auf. Nicht gerade schmeichelnd sowas. Das Schlimme daran ist, dass diese Assoziation ausschliesslich durch die Medien im Hirn des Geschäftsmannes eingepflanzt worden ist! Umso schlimmer ist das, denkt sich der Geschäftsmann 2.0, weil er sozusagen keine Zeitungen und Zeitschriften liest!!! Aber es gibt nicht nur Investmentbanker, das Bankenwesen beinhaltet eigentlich 4 Geschäftsmodelle

  • Retailbanking (Endkundenzeugs inkl eBanking etc)
  • Private Banking (Vermögensverwaltung)
  • Investmentbanking (Rund um die Börse, Anlagezeugs sowie M&A)
  • Asset Management (Anlagegeschichten rund um “Institutionelle” wie z.B. Pensionskassen)

Alle vier Bereiche werden sich wandeln, es passiert bereits. Wie der Gmann schon in einem älteren Post angemerkt hat, ist er überzeugt, dass die Banker in der Schweiz, welche Ihren Job verlieren, sehr schnell wieder eine neue Stelle haben werden, sofern diese Leute genug flexibel sind. Aber der Wandel wird wohl tiefgreifend sein, das sieht man, wenn schon nur die Zahlen betrachtet. Was aber die wenigsten Leute wissen: Die erwirtschafteten Gebühren im Investementbanking gingen in den letzten drei Jahren um 1/3 zurück! Das gleiche passiert bei den Kommissionen: Die Einkünfte sind um 26% zurückgegangen.

Aber eben: Alle Welt spricht von ETF und die Kunden wollen selber bestimmen, was und wie sie Ihr Geld anlegen. Das gilt für den Privatanleger (Private Banking) genau gleich wie für die Pensionskasse (Asset Management). Und Otto-Normalverbraucher nervt sich immer wie mehr ob dem Preismodell für seine Konten (Retail Banking). Er kann immer wie weniger verstehen, wozu er diese 7 Franken Kontoführungsspesen pro Quartal bei der UBS berappen soll, oder wieso er bei jedem EC-Bezug bei der Valiant Bank 2 Franken abdrücken soll. Einige Banken reagieren bereits: Die Valiant hat gerade diesen Monat die zwei Stutz pro EC-Bezug abgeschafft. Dafür taucht die Post mit der Postfinance als Gebührenhai auf. Ab Frühling 2013 will auch die PF höhere Kontoführungsspesen für Konten, die weniger als +/- 7500 Franken oder so auf dem Konto haben.

Doch zurück zum Kunden: Der (Bank-) Kunde will Transparenz. Auch bei der Bank und Ihren Leistungen und Gebühren. Das aufkommende Modell des Homo coniunctus will ein individualisiertes und automatisiertes Angebot. Damit sowas überhaupt möglich wird, muss die ganze Branche durch einen rieesigen Standartisierungs- und Industrialisierungsprozess! Dieser Prozess wird Geld kosten. Viel Geld. Und er wird für viele kleinere Vermögensverwalter durch die verteuernde (und immer noch zunehmende?) Compliance und die Implikation bei den IT-Systemen unbezahlbar werden. BostonConsulting sagt: 10 Mia Franken under Assets wird das Minimum für Vermögensverwalter werden. IT-, Abwicklungs-, Research- und Compliance-Kompetenzen werden zukünftig wohl sowieso outgesourced werden. Der normale Endkunde ist das Einte, der Kunde namens Pensionskasse ist das Andere. Dieser ist für die Bank cht übel, der ist nämlich ein Profi in Geldangelegenheiten und somit viel schwieriger zu bedienen. Gemäss einem Artikel der “Schweizer Bank” (12/12), welcher den gleichen Titel wie dieser Post trägt, tun sich viele Schweizer Banken schwer mit dem Asset Management (=Institutionelle Kunden = Pensionskassen). In diesem Bereich wird sozusagen nicht investiert. Das Gleiche gilt für das Investment Banking, da wird abgebaut, UBS lässt grüssen. Aber nicht nur dort: Der Geschäftsmann 2.0 weiss aktuell von der Julius Bär, welche im IB ebenfalls “runterfährt”. Und die “Schweizer Bank” spricht ebenfalls vom Abbau im Investmentbanking bei Barclays, Deutsche Bank und Credit-Suisse und konstatiert, dass beim IB eine “schlank aufgestellte Investmentbank mit stabilen Ertragsquellen” nach wie vor robust sein kann (Was auch immer das heisst) und erwähnt auch beim Investmentbanking eine nötige Industrialisierung bei gleichzeitiger Individualisierung.

Schlussendlich haben aber alle Banken(bereiche) das gleiche Problem: Das Fehlen von Web 2.0 fähigen Produkten und Dienstleistungen! Doch damit so etwas möglich ist, muss die Bank erst mehrere Evolutionsstufen durchlaufen und zu einer “Customer driven Bank” werden! Und jetzt kommts: Überlegt Euch mal, wie lange das bei einer aktuell herkömmlich aufgestellten Bank dauert und wie viele Iterationen gemacht werden müssen, um dorthin zu kommen?

Wieviele Finanzinstitute werden so etwas nicht überleben? 20%, 50% oder mehr? Werden die grossen Banken gerade wegen Ihrer Grösse den langen Atem haben, oder werden Sie aufgrund Ihrer Grösse wie die Dinos zugrunde gehen (Staaten stützen ja aktuell die Dinos da scheinbar “to big to fail”)?

Und welche neuen Player werden in den Markt kommen? Quereinsteiger, weil diese eben mehr Customer-Driven sind – wie z.B Ebay (Stichwort “Paypal”, das ist ne Bank), junge Banken mit den richtigen Ansätzen* wie ABS Schweiz (Retailbanking) / Globalance (Privatebanking) oder ganz neue spezialisierte Player wie z.B Tradeshift (Rechnungsstellung und Zahlungsabwicklung 2.0)?

Fazit: Das Banking und somit weite Teile der Schweiz stehen vor spannenden 10 Jahren, also “Los Richtung Bank 2.0“, denn “The best way to predict the future is to invent it!”

So Long Euer Gmann 2.0

*Diese Unternehmen bewegen sich lediglich ansatzweise in Richtung Bank 2.0, denn customer-focused (So wie diese Banken es sind)  heisst noch lange nicht customer-driven.

PS: Liebe Banker, wenn Ihr Beratung braucht, dann nur melden 😉

“Ich finde es extrem fahrlässig, wenn sich die Banken nicht in Social Media bewegen” – punktmagazin.ch

Aktuell beschäftigt sich der Geschäftsmann 2.0 ein wenig mit dem Thema “Finanzbranche und 2.0”. In diesem Zusammenhang ist Ihm ein Interview mit Marc Bernegger zur “Zukunft des Bankenwesens” vom Punktmagazin in die Hände gefallen.

Die Erkenntnisse aus diesem interessanten Interview sind schnell zusammengefasst:
Die Banken sind generell hintendrein, was die 2.0 anbelangt
und nach der Krise des Investementbankings käme nun die Krise des Retailbankings, welches wegen Ihres veralteten Geschäftsmodells, Ihrer hohen Gebühren und
u.A auch wegen der hohen Abzügen nicht performende Fonds(manager)
an den Pranger kommt. Anglikanische Institute seien scheinbar weiter.

Dem Geschäftsmann gefiel besonders die Antwort von Marc Bernegger auf das Statement, “dass Banken in den sozialen Kanälen nicht aktiv” seien:

“…Ich finde es extrem fahrlässig, wenn sich ein Institut nicht aktiv in diesen Kanälen bewegt. Nur schon um zu erfahren, welche Themen in der Community diskutiert werden. Social Media bietet sich geradezu an, um Reklamationen aufzufangen und die Bedürfnisse der Kundschaft zu erfahren…”
Genau! Das wäre der erste Schritt, aber wirklich nur der erste Schritt auf dem Weg zur Bank 2.0!

So Long, Euer Gmann 2.0

Den ganzen Artikel von Marc P. Bernegger hier lesen.

Not evil again: Die Alternative Bank Schweiz (ABS) Bank betreibt “Ethical Banking”

Auf der Suche nach der Bank 2.0 berichtet der Geschäftsmann 2.0 über ein weiteres Finanzinstitut: “Alternativ, sozial, fair, nachhaltig und ökologisch” – Dieses sind die Schlagworte, welche sich die Alternative Bank Schweiz (ABS) rund um den ehemaligen Max Havelaar Chef Martin Rohner auf die Fahnen geschrieben hat. Die ABS Bank ist eine Universalbank, sie bezeichnet sich selbst als “führende Schweizer Alltagsbank”.  Der Kunde kann bei der ABS also “e-banken”, Hypotheken lösen oder sogar Anlegen/Investieren.

Im Gegensatz zur in einem früheren Post präsentierten Globalance Bank läuft das mit dem Investieren / Anlegen bei der ABS anders ab. Man kann sein Geld bei ökologischen und sozialen Anlagefonds zeichnen, treuhänderische Darlehen geben oder mit “Förderkassenobligationen” quasi direkt lokalen, nachhaltig agierenden Schweizer Unternehmen einen Kredit geben. Und zu guter Letzt besteht ebenfalls bei der ABS die  Möglichkeit, sich individuell ein ABS-Anlageportfeuille aufzubauen, welches sich nach den strengen Regeln der ABS zur Ökonomie UND zur Nachhaltigkeit richtet.

Der Chef Martin Rohner sagte in einem auf Monetas publizierten Interview, dass die Bank im 2011 ein sehr hohes Bilanzwachstum von 11% hatte und die ABS immer noch einen rekordhohen Zufluss an Neukundengeldern verzeichnet.

Das Reizvolle an dieser Bank ist, dass es hautpsächlich eine lokale Bank ist. Und dass die ABS im Gegensatz zur hier auf diesem Kanal ebenfalls beschriebenen, nachhaltig handelnden Globalance, eine Universalbank ist. Die allfälligen Anlagen, welche man mit seinem Kapital tätigt sind transparent und hauptsächlich lokal, man kann sein Investement “anfassen” und weiss sein Geld bei jemandem in der Nähe (Ausnahme: Wenn man bei der ABS in globale börsenkotierte Unternehmen investiert ist, was man wie oben beschrieben auch kann).

Fazit: Die ABS ist keine Bank 2.0., auch wenn die ABS versucht, nachhaltig zu geschäften. Lediglich die Ausrichtung auf nachhaltiges Handeln macht eine Bank 2.0 alleine nicht aus. 2.0 bedeutet u.A  Auslagern von Geschäftsprozessen in die Community, dies bedingt dann eine konsequente Digitalisierung der Unternehmung damit die Stakes in die Geschäftsprozesse (Verkauf, Marketing, Support, Kundendienst, F&E) eingebunden werden könnten (Stichwort: Customer-Driven oder gar besser “Stakeholder-Driven”).

Aber auch diese Bank hat gute Gene. und zwar solche, die mehr in Richtung “Alternativ” gehen als in Richtung “2.0“.

Wem würde der Geschäftsmann 2.0 nun sein Geld hinbringen? Schwierige Frage….

So Long, Euer “Pavel” Palo Stacho

Not Evil: Es gibt Sie noch – Die gute Bank! Warum eigentlich nur für wohlhabende Kunden? Die Globalance Bank

In einem der letzten Beiträge ging es um Banken und die notwendigen Innovationen, welche die Branche braucht: Ein konkretes Beispiel für neue Geschäftsmodelle im Privatkundengeschäft liefert die Globalance Bank.

Folgende Schlagworte hat sich die Bank auf die Fahnen geschrieben: Umgang auf gleicher Augenhöhe, unabhängig, tiefe Gebühren/Kosten, keine Retros und komplette Transparenz. Das sind doch Ausdrücke, die dem Leser dieses Kanals nicht unbekannt sein sollten! (Hier hats doch einige Posts dazu)

Der Geschäftsmann 2.0 durfte letzte Woche eine wirklich gute Bank kennenlernen und war sofort begeistert von der Crew rund um Reto Ringger. Dieser scheint sowieso eine sehr rare Spezies zu repräsentieren: Einen Entrepreneur, welcher gleichzeitig ein Banker ist hat der Geschäftsmann 2.0 bisher noch nie zu Gesicht bekommen. Im untenstehenden Video wird in 6 Minuten die Bank erklärt:

Die Herren von der Globalance Bank haben ein echt neues und innovatives Geschäftsmodel im Privatkundengeschäft entwickelt! Sie schlagen die Aktienindizes mit nachhaltigen Investitionen. Sustainability als profitables Geschäft – Es geht doch! – sagt der Geschäftsmann 2.0. In der untenstehenden Grafik wird gezeigt, wie das geht: Die Spezialisten der Bank bewerten die Investitionsobjekte anhand von Nachhaltigkeitskriterien in den Bereichen (Volks)Wirtschaft, Gesellschaft und Umwelt und erstellen so eine Qualifikation, welche sehr gut grafisch aufbereitet werden kann und auch verständlich ist.

Das Team der Globalance beschreitet zwar neue Pfade im Privatkundengeschäft, Ihr innovatives Geschäftsmodell wird aber lediglich Kunden angeboten, welche bereit sind, mehr als 300KCHF anzulegen.

Wieso? Kennen die die Finanzkraft des Long Tails nicht? Mit so einem coolen Angebot könnte man auch den kleinen Anleger beglücken, nicht nur in der Schweiz, sondern überall in der Welt,diese Nische ist global vorhanden! Der Grund warum das nicht passiert offenbart sich, wenn man die Mitarbeiter der Globalance Bank sieht. Das sind eingefleischte Privatkundenberater der alten Schule, welche im persönlichen Gespräch den Kunden beraten. Und für die Ausübung so einer Tätigkeit ist die Kapazität begrenzt, ein Portfolio kann so nicht mehr als einige Hundert Kunden umfassen.

Das findet der Geschäftsmann 2.0 schade, denn diese Bank hat die richtigen Gene für das Zeitalter des Social Business und somit die besten Anlagen, eine richtige, echte Bank 2.0 zu werden. Denn eine Bank 2.0 führt den Dialog und um Sie entsteht eine weltweite Community, wohl auch von Kleinanlegern, welche keine 300’000 CHF zur Anlage verfügen, oder?

Aber der Geschäftsmann 2.0 hat keine Angst, dass in Zukunft die Leute um Hrn. Ringger das auch noch hinbekommen: Diese Bank hat die richtigen Gene….

…genetische Grüsse, Euer Gmann 2.0 “Palo” Pavel Stacho