Fazit und Handlungsempfehlungen – BFH Trendstudie 2012 (7)

Fazit:

  • Gemäss der Studie nutzen über 2/3 der Firmen nicht die Vernetzungs-Kompetenz der (jungen) Mitarbeiter um sich mit Ihren Peers (Lieferanten / Kunden / Partner) stärker aufzustellen.
  • Die Jungen scheinen – was die sozialen Medien anbelangt – Privatleben und Geschäft zu trennen und Sie fügen sich in die bestehenden Firmenstrukturen ein
  • Es bestehe die Gefahr, dass die Firmen die Potentiale der Jungen nicht ausschöpfen
  • Zitat: “Gerade in einem ökonomischen Kontext, wo Innovation und Vernetzung zunehmend zu den zentralen Erfolgsfaktoren eines Unternehmens gehören, will man sich in einem globalisierten, dynamischen Umfeld erfolgreich bewegen, verwundert es, dass gerade dieser Aspekt (à Vernetzungskompetenz) bei den jungen Arbeitnehmenden offensichtlich wenig aktiv gefördert – und von der jungen Generation wenig gefordert – wird”

Handlungempfehlungen aus der Studie:

  • Kopple! (Siehe Grafik unten)
  • Das HR hat die Möglichkeit, sich bei den damit verbundenen Themengebieten zu positionieren und ist somit in der Lage, das vorhandene Potential in den jungen Leuten zugunsten der Firma zu entwicklen

Grafik: Gmann2.0

 

Quelle: BFH Trendstudie 2012 – Generation Y: Kompetenzen und Erwartungen junger MitarbeiterInnen aus Unternehmenssicht

HR-Massnahmen mit Fokus Generation Y – BFH Trendstudie 2012 (6)

Drei Viertel der Unternehmen geben an, dass Ihre Führungskräfte nicht speziell geschult werden, mit der jungen Arbeitnehmergeneration ädaquat zu kommunizierten. Dies deckt sich ebenfalls mit der E-Leadership Studie des iop , welche der Geschäftsmann ja bereits auf diesem Kanal präsentiert hat. Auch die Aussage der BFH Studie, dass der gezielte Einsatz von sozialen Medien im HR-Bereich noch nicht in der Umsetzungsphase angekommen ist, deckt sich mit der iop-Studie und natürlich auch mit den Beobachtungen des Geschäftsmannes 2.0. Weiter geben

18% der Firmen an, Ihre Führungskräfte im Umgang mit Social Media zu schulen

53% der Firmen an, nicht zu wissen, ob überhaupt Ihre Mitarbeiter die neuen Medien nutzen, zumindest

27% geben an, dass Sie es wüssten es…

Das war der vorletzte Beitrag der zur Trendstudie 2012 – Generation Y. Der letzte Beitrag mit der Zusammenfassung des Fazit und den Handlungsempfehlungen folgt in Kürze. So Long, Euer Geschäftsmann 2.0

Quelle: BFH Trendstudie 2012 – Generation Y: Kompetenzen und Erwartungen junger MitarbeiterInnen aus Unternehmenssicht

 

(Mitarbeiter-) Erwartungen der Generation Y – BFH Trenstudie 2012 (5)

“Spass im Team mit entsprechender Anerkennung für meine sinnvolle Tätigkeit ohne mich zu Tode zu rackern. Und: Privat ist Privat – Geschäft ist Geschäft”. Das sind die Topnennungen zu den Erwartungen des Arbeitsumfelds und das Gute daran: Arbeitnehmer und Arbeitgeber scheinen das gleich zu sehen!

Auf das Erwartungsmanagement ??? ist der Geschäftsmann 2.0 bereits selber in seinen Ausführungen zum Modell des Homo Coniunctus ??? detailliert eingegangen. Es liegt auf der Hand, dass die Firma nicht alle Wünsche der Mitarbeiter befriedigen kann, zumal sie immer wie mehr auseinanderlaufen. BFH-Studie hat ebenfalls diesen Bereich untersucht und hat hier (sehr gut!) detaillierte Fragen gestellt. Insgesamt standen 39 Aussagen zu Auswahl, anbei die Top-Highlights und “Lowlights”.

 

 

Interessant ist, dass die Merkmale “internationale Arbeit” und “flexible Arbeitszeitmodelle” weniger wichtig scheinen. Die Jungen wollen auch nicht unbedingt SocialMedia im Beruf nutzen, offensichtlich trennen diese Beruf und Privates. Facebook für die Buddies und nicht für die Geschäftskollegen: Privat ist Privat und Geschäft ist Geschäft, das gilt so wie es ausschaut auch bei den Millenials… ….diese Zahlen widersprechen zumindest der häufig vorgebrachten Meinung, dass sich Geschäftswelt und Privatwelt komplett vermischen werden und die weitgehende “externe” Vernetzung der Jungen findet – wenn überhaupt – im Privaten statt!

Quelle: BFH Trendstudie 2012 – Generation Y: Kompetenzen und Erwartungen junger MitarbeiterInnen aus Unternehmenssicht

Arbeitseinstellung der Generation Y – BFH Trendstudie (4)

Die jungen Mitarbeiter wollen ernst genommen werden und haben ein Bedürfnis für Authentizität und Selbstbewusstsein. Total standen 22 Kriterien zur Auswahl.

Man sieht, dass den Jungen auch die Loyalität zum Unternehmen wichtig ist, ein Merkmal, welches den Millenials oft abgesprochen wird. Auch die Häufigkeit des Arbeitsplatzwechsels ist den Jungen nicht so wichtig. Quelle: BFH Trendstudie 2012 – Generation Y: Kompetenzen und Erwartungen junger MitarbeiterInnen aus Unternehmenssicht

Kompetenzen der Generation Y bzw. deren Selbstverständnis als Mitarbeiter – BFH Trendstudie 2012 (3)

“Ich bin ehrgeizig, neugierig und wissbegierig, ich handle zielorientiert und unternemerisch, aber ich schätze mich nicht als vernetzt oder multitaskingfähig ein”.

Gemäss Studie der BFH sehen die Arbeitgeber und die Mitarbeiter der Generation Y die Millenial-Kompetenzen sehr ähnlich. Die untenstehende Grafik zeigt die Selbstwarhnehmung der jungen Mitarbeiter (Total standen 14 Aussagen zur Auswahl):

Die Studie schreibt, dass es noch “braches” Potential bei der Verwendung der Vernetzungskompetenz gibt: Weniger als ein Drittel (31.5%) der Firmen, die den Jungen ein hohes Vernetzungspotential zuschreiben, versuchen dies auch aktiv zu nutzen. Interessant sind auch die “tiefen Nennungen”: Die Jungen finden nicht dass sie übermässig vernetzt sind oder grosse Multitasker sind. Ins Auge sticht auch die verhältnismässig tiefe Karriere-Ausrichtung. “Work-Life Balance” ist hier das Stichwort.

Quelle: BFH-Trendstudie 2012

Merken und Weitersagen: 25.10.2012 Besucht den Geschäftsmann 2.0 an der SGO Herbsttagung 2012

Nutzung der neuen sozialen Kommunikationsmedien – BFH Trendstudie 2012 (2)

Bei der Studie im Winter 2011/2012 haben insgesamt 85 Schweizer Unternehmen mitgemacht:

30%     der Unternehmen bieten keinen Zugang zu Social Media
77%    der Unternehmen erlauben Social Media für betriebliche Zwecke (Hä, Rechenfehler? Siehe Pkt 1)

Einsatz von Social Media im Betrieb:
75%    im Marketing
64%    im Personalbereich
44%    im Vertrieb
20%    bei Forschung und Entwicklung (das ist fatal!)

Corporate Blogs verwenden    46% der Firmen –> viel Potential
Twitter verwenden        47% der Firmen –> viel Potential

Der Knaller: Google+ scheinen die Firmen mehr zu vertrauen als Facebook

19%    der Firmen planen nächstens die Facebook-Nutzung für Firmenzwecke
48%    der Firmen planen die Einführung von GooglePlus (Funktionalitäten) in den nächsten 3 Jahren!

Quelle: BFH2012

 

Merken und Weitersagen: 25.10.2012 Besucht den Geschäftsmann 2.0 an der SGO Herbsttagung 2012

Trendstudie 2012 – Generation Y: Kompetenzen und Erwartungen junger MitarbeiterInnen aus Unternehmenssicht: Studie BFH (Masterartikel)

Nach den Marketingstudien erreicht die Zeit des Social Business nun auch die Personalstudien! Die Forschung und Lehre zu HR und “Leadership” im deutschsprachigen Raum hat inzwischen ebenfalls erkannt, dass da was mit den Millenials und der sich vernetzenden Welt abgeht. Es grassiert das Studienfieber! Der Geschäftsmann weiss persönlich von 4 aktuellen Untersuchungen von der Universität Bern (iop), von der Fachhochschule Nordwestschweiz (FHNW) und von der Berner Fachhochschule (BFH). Nachdem der Geschäftsmann 2.0 sich auf diesem Kanal die Studie “E-Leadership – vom persönlichen Gespräch bis Social Media” des iop zur Brust genommen hat folgt nun eine Blogreihe zu einer sauguten Untersuchung der BFH.

Der Frank E.P. Divernich und die Andrea Gurtner haben mit Ihrer “Trendstudie 2012 – Generation Y: Kompetenzen und Erwartungen junger MitarbeiterInnen aus Unternehmenssicht” eine aus Sicht des Gmannes20 beachtliche Arbeit abgeliefert. Eins vorneweg: Die Beobachtungen decken sich weitgehend mit denjenigen des Geschäftsmannes 2.0. Bei den weitergehenden Betrachtungen oder gar den Konklusionen hat der Geschäftsmann doch einige andere Ansichten! Das ist jedoch verständlich, denn die Wissenschaftler mussten sich an die Daten der Studie halten, der Geschäftsmann hingegen betreibt ja eher “Feldforschung”. Zur Studie: Sie ist klar und umfassend gegliedert und repräsentiert die Erhebung bei 85 Schweizer Firmen im Zeitraum Dez 2011 – Jan 2012. Der Untersuchungsbereich fokussiert die Millenials (in den folgenden Blogartikeln auch Generation Y oder GenY genannt) und deren Kompetenzen, Selbstverständnis, Mitarbeiterewartungen und die daraus resultierenden HR-Massnahmen. Dabei befragte man “beide Seiten”: Einerseits die Firma und auf der anderen Seite deren junge Mitarbeiter im Alter von 20-30 Jahren.

Dieser Artikel zitiert das Executive Summary der Studie und die (z.T. divergierenden) Anmerkungen des Geschäftsmannes zum Thema. Die nachfolgenden Artikel betrachten dann ein wenig tiefer die Materie:

  • Nutzung der neuen sozialen Kommunikationsmedien (2)
  • Kompetenzen der GenY bzw. deren Selbstverständnis als Mitarbeiter (3)
  • Arbeitseinstellung der GenY (4)
  • (Mitarbeiter-) Erwartungen der GenY (5)
  • HR-Massnahmen mit Fokus GenY (6)
  • Fazit und Handlungsempfehlungen (7)

 

Executive Summary Trendstudie 2012 – Generation Y: Kompetenzen und Erwartungen junger MitarbeiterInnen aus Unternehmenssicht

 

Zitat der aus der Studie:

“In Medien und Fachzeitschriften wird eine neue Generation beschrieben, die sich durch ein Aufwachsenals «digital natives» klar von früheren Generationen unterscheiden soll.Wie werden junge Arbeitnehmende von Verantwortungsträgernin Unternehmen wahrgenommen?Entspricht dieses Bild den Charakterisierungen in der Presse? Reagieren Unternehmen im HR-Bereichauf diese Bilder? Und wie beschreiben sich Angehörigedieser Generation selber?Eine Befragung von sowohl Verantwortungsträgern in Unternehmen sowie 20- bis 30-jährigen Mitarbeitendenim Winter 2011 / 2012 zeigte, dass Fremd- und Selbstwahrnehmung oft nicht weit voneinanderentfernt liegen, diese aber teilweise im Widerspruch zum in der Presse gezeichneten Bild der«Generation Y» stehen.

Im Zentrum, sowohl der Selbst- wie der Fremdwahrnehmungder jungen Generation, stehen einerseitsder Wunsch zu lernen, Neues zu erleben und sich weiterzubilden, andererseits das Bedürfnis nach einerArbeit, die sinnvoll ist und Spass macht, in einem Team mit guten Leuten. Traditionelles Karrieredenkensteht hinter dem Wunsch nach einer ausgeglichenWork-Life-Balance zurück.Hingegen wird die Vorstellung, dass wir es hier mit einer globalisiert vernetzten Generation zu tunhaben, die einen deutlichen internationalen Zug aufweist, nicht bestätigt.

Die Studie zeigt auch, dass über zwei Drittel der Unternehmen eine Strategie bezüglich des Einsatzesneuer Kommunikationsmedien haben und jedes zweite Unternehmen eine entsprechende Zuständigkeitdefiniert hat. Vertreterinnen und Vertreter der Unternehmen, schätzen zwar die Vernetzungskompetenzder jungen Generationhoch ein, nutzen diese aber oft nicht aktiv. Im Gegensatz zum gängigen Bildschreiben sich Vertreterinnen und Vertreter der jungen Generation diese Kompetenz nicht in hohemMasse zu.Eine differenzierte Betrachtung über Schlagworte hinaus scheint also angebracht, um damit Unternehmen,insbesondere auch dem HR, Hinweise zu geben, wie die junge Generation rekrutiert, geführt,entwickelt und gebunden, wie aber auch deren spezifisches Potenzial genutzt werden kann.”

 

Anmerkungen des Geschäftsmannes 2.0 zum Executive Summary der Studie

Der Gmann 2.0 hat sich sehr darüber gefreut, dass die Studie das Modell des Homo Coniunctus untermauert! Die in diesem Modell beschriebenen Persönlichkeitsmerkmale finden sich teilweise auch in der Studie wieder. Das Homo Coniunctus-Merkmal “Gemeinschaft” kann dem Teamwunsch zugeordnet werden. “Spass” ist ebenfalls erwähnt. Auf die Sinnfrage ist der Geschäftsmann 2.0 auch schon eingegangen, siehe hier und zum Thema “Neues erleben / Weiterbilden” hat der Geschäftsmann schon vor langer Zeithiereinen Beitrag geschrieben.

Die BFH Studie weist aber weiter aus, dass die Untersuchung a.) Nicht erkennen konnte, dass es eine globale GenY gibt und dass b.) sich die jungen Leute keine erhöhte Vernetzungskompetenz zusprechen. Da sagt der Geschäftsmann “Achtung”!

“Achtung” zu “Es gibt keine global vernetzte Generation Y”: Deloitte führte bereits 2010 eine Studie mit dem Namen “Talking About Whose Generation durch in welcher erwähnt wird, dass Millenials nicht einfach überall Millenials sind, sprich der Deloitte-Artikel zweifelte die Existenz einer globalen Generation Y an. Neuere Studien, wie z.B die aktuell in Arbeit befindliche Untersuchung der Elena Hubschmid von der Uni-Bern führen aber zu einem gegenteiligen Schluss. Der Geschäftsmann 2.0 kann dem nur beipflichten: Es gibt eine globale Generation Y! Dazu braucht man auch keine Studie, man muss nur in der Welt herumreisen, die Augen aufmachen und mit den jüngeren Menschen reden oder zusammenarbeiten. In den letzten drei Jahren war der Geschäftsmann 2.0 auf 4 Kontinenten und er konnte sich ein eigenes Urteil dazu bilden. Jetzt sagt die BFH-Studie aus, dass man nicht erkennen konnte, dass die GenerationY nicht globalisiert vernetzt sei. Nun, vielleicht kann man das aufgrund der Daten nicht erkennen, aber die GenY ist globalisiert vernetzt, denn es müssen nicht alle Jungen global vernetzt sein! Aufgrund der digitalen Vernetzung können Informationen & Kommunikationsflüsse beinahe mit Lichtgeschwindigkeit über n-Knoten (über mehrere “Hopps”) fliessen. Die positive Rückkoppelung des Netzwerkeffekts erlaubt es, dass es reicht wenn nur einige wenige Netzwerkteilnehmer global vernetzt sind. Die “Anderen” kriegen den Rest dann schnell genug mit, wenn Ihr wisst was der Geschäftsmann damit meint.

“Achtung” zur “nicht übermässig gewichteten Vernetzungskompetenz der jungen Mitarbeiter”: Es ist ganz klar, dass sich die jungen Mitarbeiter sich diese Kompetenz nicht in hohem Masse zuschreiben. Wieso? 1.) Weil Sie jung sind! Es gilt als erwiesen, dass generell vernetztes Denken und Handeln sich sehr spät beim Menschen entwickelt, häufig erst in den späten 20ern. Das war beim Geschäftsmann 2.0 nicht anders! Er begann erst als knapp 30-jähriger umfassende (vernetzte) Zusammenhänge schnell zu begreifen. Und 2.) Weil vernetzt sein für diese Generation ganz natürlich ist! Sie nehmen dies nicht als spezielles Merkmal wahr, ähnlich wie das Programmieren. (Anmerkung zu den Programmierkenntnissen der jungen Mitarbeiter: Der Geschäftsmann war mehr als einmal bass darüber erstaunt, dass junge Stellenbewerber beim Bewerbungsgespräch anmerkten, sie können nicht sonderlich programmieren, es sich aber dann in der weiteren Diskussion herausstellte, dass z.B der betriebswirtschaftliche Junior-Berater erhebliches Programmier-Knowhow aufwies).

Also: 8tung! Die GenY ist sehr wohl global vernetzt und dieses Netzwerk wird in einigen wenigen Jahren erst wirklich zum Tragen kommen. Genau das ist diese “Social Business Tsunamiwelle“, von welcher der Geschäftsmann 2.0 hier auf diesem Kanal ständig spricht!

Surf well! Euer Pavel “Palo” Stacho

 

Merken und Weitersagen: 25.10.2012 Besucht den Geschäftsmann 2.0 an der SGO Herbsttagung 2012