Zuviel Bürokratie und Staat sind Gift für unsere Gesellschaft und Wirtschaft – 13 Ursachen des öffentlichen Produktivitätsproblems nach Tvede

Es geht nicht ohne Staat in dieser Welt, aber das Mass ist entscheidend. Die öffentliche Hand ist nicht in der Lage innovativ, noch nachhaltig kreativ zu sein. Der Ostblock ging unter, weil zu viel Staat da war und die Länder er den Anschluss an die Weltentwicklung verloren.

buerokratieDer Geschäftsmann 2.0 verfolgt seit der Finanzkrise besorgt die Entwicklungen in den Nachbarländern. Frankreich, Italien, Deutschland: In allen Ländern wird der Staat grösser und macht mehr “Umsatz”. Das Gefährliche dabei ist, dass dieser “Umsatz” in der Regel in eine mächtige Kennzahl Namens Bruttosozialprodukt rein gerechnet wird, wo Staatsleistungen eigentlich gar nichts verloren haben. Das ist etwa so falsch, wie wenn man Binnenumsätze zwischen vergeschwisterten Konzerngesellschaften zum Konzernumsatz zählen würde. Nimmt der Staatsanteil beim Bruttosozialeinkommen (BNP/BSP) zu, dann nimmt die eigentliche Produktivität im Land ab! Das ist gefährlich, die Entwicklung nimmt ab und die Nation verlumpt. Wussten Sie, dass z.B. vor hundert Jahren Argentinien entwicklungstechnisch weiter war als Deutschland? So etwas ist heute kaum vorstellbar, zumal Deutschland in der Zwischenzeit auch noch durch zwei Weltkriege ging!

13 Ursachen für das Produktivitätsproblem der öffentlichen Hand. Zuviel Bürokratie und Verwaltung sind ungesund für ein Land. Bürokraten tendieren dazu gegen das Interesse der Gesellschaft zu handeln, obschon Sie meinen, dass Ihr (meistens auch gut gemeintes) Handeln zum Wohle des Landes ist. Das Resultate ist mangelnde Innovation und unterdurchschnittliches Wachstum. Warum das so ist? Weil in öffentlichen Systemen die falschen Anreize vorhanden sind! Zusammenfassend sind nach Tvede(1) dreizehn Ursachen massgebend des Problems der öffentlichen Produktivität

  1. Bei Staatsorganisationen und -betrieben ist kein Wettbewerb vorhanden, welcher nötig ist, um Innovation zu erzeugen.
  2. Staatsangehörige haben keine finanziellen Anreize um Innovation zu treiben oder Rationalisierungen zu erreichen
  3. Es gibt keine Standardmechanismen zur Aufhebung von Gesetzen oder Regulatorien, deswegen wächst die Rechtslegung ins Unermessliche
  4. Technokraten übernehmen das Ruder in staatlichen Organisationen und stellen die Aufgabe der Staatsorganisation über die Bedürfnisse der Kunden/Bürger. Die ursprünglichen Staatsaufgaben erleiden gleichzeitig einen Mission Creep und mutieren über die ursprüngliche Aufgabe hinaus zum staatlichen Selbstzweck bis hin zur Ausbeutung der Privatwirtschaft und der Bürger (Sagt Ihnen der Name Kirchner etwas?)
  5. Bürokraten schaffen Arbeitsplätze für Bürokraten und die zur Verfügung stehende Zeit wird mit Arbeit aufgefüllt, die Effizienz nimmt ab. Willkommen beim Parkinsonschen Gesetz.
  6. Staatsmanager streben nach mehr Macht, indem Sie grössere Personalkörper und grössere Budgets aufbauen. Das ist das Budgetmaximierungsmodell.
  7. Eine Grosszahl der Stimmbürger wird vom Staat abhängig. Im Land entsteht eine informelle Wählerkoalition, um gar noch mehr Wohlfahrtsleistungen zu erhalten. Dem liegt die Kurzsichtigkeit vieler Bürger zugrunde, denn es ist erwiesen, dass
  8. Wähler drei mal mehr Stimmen an Politiker geben, welche neue Leistungen einführen, als an diejenigen Politiker, welche solche abbauen wollen. Das ist Mouritzens 1-3 Regel
  9. Jeder Franken ausgeschütteter Subventionszahlung erhöht den Staatshaushalt prozentual mehr als es das Einkommen des Subventionsempfängers erhöht. Bekannt ist dies unter dem Fliegenpapier (Flypaper) – Effekt.
  10. Nach der baumolschen Kostenkrankheit wird bei der öffentlichen Hand der gleiche / änhliche Lohn gezahlt, wie in der Privatwirtschaft, ohne dass sich die Staatsangestellten diesen durch Produktivitätsgewinne verdient hätten. Die öffentlichen Löhne müssen zwangsweise mit dem durchschnittlichen Lohnanstieg im Land mithalten.
  11. Via den Kronos Effekt versucht die Regierung Innovation einzudämmen um Ihr Machtmonopol abzusichern. Da fällt einem prompt Nordkorea und Argentinien ein.
  12. Der einzelne Bürger ist bereit, mehr aus der Staatskasse zu nehmen, als wenn er persönlich dafür zahlen müsste. Jeder, welcher an Firmenparties war kennt dieses Verhalten bekannt unter dem Namen Allmendeproblematik (Tragedy of the commons)
  13. Je höher die Steuerbelastung im Staat wird, umso höher fällt der Anteil der Kosten für Steuerverwaltungen und Steuervollzug aus. (Der Geschäftsmann 2.0 würde gerne wissen, welche Kosten dem US-Staat und dem IRS für die Bankenbussen entstehen und: Was machen die, wenn die letzte Bank gemolken sein wird?)

Fazit: Ein Staat 2.0 ist ein schlanker Staat von einem schlanken (kleinen) Land. Der Weg, welchen die EU-Länder beschreiten, ist der Falsche. Übrigens: Der Geschäftsmann 2.0 hat über 15 Jahre gebraucht, um bei dieser Frage zu einer Meinung zu kommen.

Mehr zum Problem der öffentlichen Produktivität, dem Kronos Effekt oder wieso “Klein das Zukunftsmodell” ist:

 

 

 

 

 

 

So Long, Euer Gman 2.0

(1) Lars Tvede – Creative Society: How the future can be won

Welche Länder die Welt verändern werden, Hacking und Geschichten eines Rennfahrers. Bücher für unter den Weihnachtsbaum (Tvede, Beaver, Lauda)

lauda-tvede-beaver-booksDer Geschäftsmann 2.0 legt sich drei Bücher unter den Weihnachtsbaum 2015: Anekdoten von Niki Lauda aus seinem Geschäftsleben, wie Firmennetzwerke und deren Emails gehackt werden und das unglaubliche Werk von Lars Tvede, welches mit unglaublichen Geschichten die Entwicklung des Menschen in der Vergangenheit erzählt und aufzeigt, dass kreative Gesellschaften den Run um die Weltherrschaft vor den statischen Ländern und der EU gewinnen werden

  

Hacking for Dummies von Kevin Beaver

zeigt, wie man in IT-Netzwerke eindringt. Es ist ein neues Lieblingsthema des Geschäftsmannes 2.0. Cybersecurity hat im Jahr 2015 den Verwaltungrat erreicht, wenn man sieht, wie diverse Cyber-Gangs Millionen bis Milliarden von Dollars vorallem bei Finanzinstituten erbeiteutet haben. Sehr lesenswert dazu sind auch die Berichte von Kasperski Labs zu den Carbanak APT‘s, welche sehr schön zeigen wie die Gangs vorgehen und auch oft weniger als 10 Mio USD ‘abzügeln’, damit die Fälle von den Banken nicht bei den Ermittlungsbehörden angezeigt werden. Ach ja, APT = Advanced persistent Thread (Wiki).  Hacking for Dummies: http://amzn.to/1YqOoqv

Reden wir über Geld  von Niki Lauda

dreht sich eher über die Geschäfte von Lauda und seine Beziehung zum Business. Eine wunderschöne Lektüre, das Büchlein ist in drei Stunden gelesen. Neben inspirierenden Zitaten eines kopflastigen Entrepreneurs und digitalen Exilanten gibt das Buch einen amüsanten Einblick in den Geschäftsmann Lauda. Super! Reden wir über Geld (Conny Buchberger): http://amzn.to/1MqIiKA

Creative Society von Lars Tvede:

Was soll der Geschäftsmann 2.0 dazu sagen? Wussten sie, das vor hundert Jahren Argentinien als Land weiter war als Deutschland? Und dass Deutschland heute, trotz zwei Weltkriegen, viel weiter entwickelt ist als eben dieses Argentinien? Creative Society ist ein Universalwerk: Zur Entwicklung der Menschheit und zur Entwicklung des Menschen von der Steinzeit bis Heute mit unglaublich spannenden Analogien. Er zeigt nicht nur auf, wie Ötzi ums Leben gekommen ist, wie und warum das römische Reich untergegangen ist oder warum zu viel Staat auch heute den Untergang bringt. Er zeigt auch auf, was es braucht um in Zukunft zu bestehen, dass Kreativität die unglaubliche Ressource ist, auf welche einige Länder besser zugreifen können als Andere. Creative Society: http://amzn.to/1MqInO9
Der Geschäftsmann 2.0 wünscht eine spannende Lektüre!
  • Uns werden die Ressourcen nie ausgehen” ist ein anderer Post über Lars Tvede und sein wegweisendes Buch, welches eigentlich an jeden Stammtisch gehört um die Dummschwätzer mundtot zu machen. Es sollte eigentlich auch Pflichtlektüre für die SVP und die SP sein (für die EVP und die Grünen sowieso)!

Uns werden die Ressourcen nie ausgehen und die Zukunft der Schweiz wird viel besser werden, als die Meisten meinen! Lars Tvede’s kreative Gesellschaft

Im Deutschen wird Kreativität meistens mit Kunst oder mit persönlicher Entfaltung verknüpft. Der packende Vortrag von Lars Tvede zeigte auf, das Kreativität im Kontext von Gesellschaft, Wirtschaft, Technologie und Innovation zu den wichtigsten menschlichen Eigenschaften gehört und dass der einsetzende Netzwerkeffekt unter kreativen Aktoren zu sämtlichen Umwälzungen der Vergangenheit geführt hat und in der Zukunft noch zu viel mehr Disruption führen wird. Gut für die Schweiz, denn die ist kreativ mitten drin!

eo-learning-event-2015-november-lars-tvede (Large)

Am 12.11.2015 konnte der Geschäftsmann 2.0 im Impact Hub Zürich einer exklusiven Runde von Unternehmern beiwohnen, die zu einem höchst interessanten Vortrag von Lars Tvede eingeladen hatten. Tvede ist ein grosser Denker und Zukunftsforscher, welcher zu ähnlichen Schlüssen kommt, wie andere Speaker (“Wir stehen erst am Anfang eines unglaublichen Aufschwungs”), welche der Geschäftsmann in den letzten Jahren gesehen hat. Zwei Sachen machten jedoch seinen Speach speziell: Er hat die Schweiz im Blick. Und er fokussiert auf die menschliche Kreativität als strategischen Wettbewerbsvorteil. Kreativität stellt für Ihn die Währung der Zukunft dar und die Schweiz stehe als Kreativitätsweltmeister vor einer brillianten Zukunft.

Geschäftsmodelle der Zukunft

Die Zukunft der Arbeit werde auf zwei “Geschäftsmodellen” aufbauen, so Tvede. Entweder werden die Arbeitskräfte Kreativität vermitteln und somit die superexponentielle Innovation treiben oder sie werden die ‘emotionale’ – sprich menschliche – Jobs inne haben. Der Rest der Arbeit wird automatisch, ggf durch Roboter erfolgen. Nationalitäten, welche nicht in der Lage sind innovativ (kreativ) zu sein und in welchen schwach emotionale Gesellschaften vorherrschen, werden in der Zukunft ein massives Problem haben, so wie z.B. der Mittlere Osten.

Lars Tvede’s Sicht auf drei grosse Disruptionen

Während der Diskussion wurden die Disruptionen, welche ‘gleich um die Ecke lauern’, angesprochen. Tvede sieht hier konkret drei grosse Umwälzungen

  1. Im Pharmabereich die biologische Medizin, also lebende Medikamente, ‘engineered’ aus Körperstoffen oder aus körperähnlichen Stoffen (Individuelle Wirkstoffe und die Genetik lassen grüssen)
  2. AI – Artificial Intelligence. Die künstliche Intelligenz wird riesig werden. Sofortanalysen von allem werden in Zukunft dem Individuum zur Verfügung stehen (Sofortanalysen: Siehe hierzu auch einen der letzten Blogposts)  und
  3. Drittens die Nukleare Evolution (Kernfusion) wird – sofern es der Gesellschaft gelingt, diese technologische Revolution herbeizuführen – die fossilen Brennstoffe überflüssig machen, wie auch die  erneuerbaren Energien.

Er schloss damit, dass sich die Menschheit von der Knappheit zum Überfluss entwickelt, dass alles was möglich und erstrebenswert sei, auch entwickelt werden wird und dass sich der wissenschaftliche Fortschritt exponential entwickeln wird. Uns werden die Ressourcen nie ausgehen, war seine Konklusion. Er warnte aber auch, dass der menschliche und natürlich angeborene Zentralisierungszwang uns an dieser rosigen Zukunft hinder könnte. Denn auch wenn Zentralisierung Skaleneffekte erlaube, so töte sie die so dringend benötigte Kreativität.

Glänzende Zukunft der Schweiz

Wieso gemäss Tvede die Schweiz eine glänzende Zukunft vor sich hat kann man diesem Beitrag hier entnehmen. Es ist Fakt, dass die Schweiz alle Grundlagen für eine zukünftige, noch grössere Blüte mitbringt. Sie ist nämlich gespickt den dafür nötigen Zutaten: Mit kleinen Einheiten (und wenig Staat), Change Agents und sie ist voll von effektiven Netzwerken (Kein Land ist vernetzter als die Schweiz). Weiter verfügen wir hier über einen ausgeprägte gemeinsame “Erinnerungs/Erfahrungsspeicher” (Shared memory systems) und über viel Wettbewerb.

Das Buch  “The Creative Society – How the Future can be Won”  ist absolut lesenswert und sehr unterhaltend!

Taschenbuch: