Der Hermes 5 Projektmanagementplan auf einen Blick (H5-PMP)

Dieser Blogpost ist für Projekt-Profis relevant:

Der PMP in Hermes 5 vereint die frühere Hermes Dokumente PHB/PPL, hier die Kapitelgliederung auf einen Blick:

  1. Projektbeschreibung
  2. Szenario mit Phasen und Meilensteinen
  3. Organisation
  4. Projektergebnisstrukturplan
  5. Szenario (inkl. P-Strukt.plan, P-Phasen, Rollen, Ergebnisse, Abhängigkeiten)
  6. Prüfplan
  7. Terminplan
  8. Kostenplan
  9. Ressourcenplan
  10. Beschaffungsplan
  11. Kommunikation (Berichtswesen, Reporting, Kommunikationsplanung)
  12. Vorgaben, Methoden und Werkzeuge
  13. Anhang
    • Qualitätssicherung
    • Risikomanagement
    • Dokumentenmanagement
    • Dokumentenablage
    • Namenskonventionen
    • Versionen von Dokumenten

Interesse bei Supervision und Coaching von Projekten? Just contact me here.

Mehr zu Hermes 5 

SCRUM prüfen für Vorgesetzte – 10 Checkfragen für agile Projekte (Auch für Hermes 5 Projekte)

Als Abschluss zum Thema Projektmanagement hat der Geschäftsmann 2.0 mal den Kopf schräg gehalten und hat sich überlegt, womit bzw. wie man als Sponsor / Führungskraft / Projektauftraggeber ein agiles Projekt checken oder kontrollieren könnte. Dabei ist Ihm folgendes eingefallen (ohne Anspruch auf Vollständigkeit):

  1. Das Produkt hat keine Soll- / Nice-to-have Features sondern nur Must-Funktionalität (Fehlende Streichkandidaten)
  2. Eine schwache oder fehlende Definition of Done
  3. Fehlendes Burndown-Chart
  4. Das Resultat des Sprints sind Produkte ohne Mehrwert für das Business (‚Wir bauen noch an der Infrastruktur‘)
  5. Ablieferung von nicht ausführbaren/exekutierbaren Artefakten (Programme, welche im CI eingecheckt sind, funktionieren nicht ohne Weiteres – Checkfrage: Zeig doch mal am Bildschirm, was du heute/zuletzt eingecchekt hast)
  6. Der Produktowner wurde im aktuellen Sprint noch nicht gesehen
  7. Die funktionale Beschreibung der Soll – Lösung ist zu grob (Alle User Stories sind immer noch Epics)
  8. Im SCRUM-Team findet man niemand, welcher testet und dies teamintern abnimmt
  9. Das Daily-Scrum (Daily stand up) Meeting findet lediglich unregelmässig statt oder es sind nicht alle Team-Mitglieder zugegen.
  10. Die Sprints dauern immer verschieden lange (Wie will man so die Sprint-Velocity vorhersagen können?) und man kann Ihnen kein Protokoll der Sprint-Retrospektive vorlegen.
  11. Was habe ich sonst noch vergessen? Sagt es mir (aus Optik Führungskraft/Sponsor) – Der Geschäftsmann 2.0 freut sich auf Euer Feedback!

Mehr Lesenswertes vom Gmann 2.0 zu Hermes 5 

Wehr mehr über Fehler bei Scrumprojekten erfahren möchte siehe hier

Gefährdet Hermes 5 die öffentliche Hand auf Ihrem Weg zur Verwaltung 2.0?

In der Verwaltung  funktioniert SCRUM nicht Palo, zumindest nicht für ganze Projekte. Ich hatte letzthin ein ‘agiles’ Vorhaben zu verantworten, bei welchem aus einem Dutzend geplanten Sprints über 40 wurden!“ (Zitat einer Führungskraft im öffentlichen Dienst)*

So etwas ist in der Tat ein Albtraum  – die Ohnmacht des Managers, die Hilflosigkeit und die ständige Frage „Hört denn das nie auf, dieses Projekt?“  gehören sicher zu den Kehrseiten des Managerlebens, über welche die Presse in der Regel nicht so viel zu schreiben weiss. Klar –  als Journalist ist man bei Verrichtung seiner Tätigkeit eine Einzelmaske und dazu noch vogelfrei, da liegt es auf der Hand, wenn man nichts von Führungsverantwortung kennt und dazu nichts zu schreiben weiss.

Doch zurück zur Sache: Das Zitat am Anfang des Textes widerspiegelt die Befürchtungen vieler, wenn gar nicht der meisten Vorgesetzten, welche mit der Entscheidung konfrontiert sind, ob diese ein Projekt mit agilen Methoden (allem voran mit SCRUM) oder mit „klassischem“ Projektmanagement durchführen wollen.  Diejenigen Organisationen -insbesondere die Verwaltungseinheiten des Bundes und der Kantone – welche das Projektmanagementmodell Hermes 5 anwenden, müssen sich diese Frage gar nicht stellen, denn in H5 ist Scrum / Agile Methoden lediglich in der Realisierungsphase vorgesehen – Leider.

„Schnell was machen und dann am Markt austesten“ – das gibt es bei H5 nicht. Und der Geschäftsmann 2.0 bedauert das zutiefst. Warum? Weil „lean“ & „agile“ zwei elementare Eigenschaften der digitalen Revolution und des Social Business sind. Darum! Und dieses Blog dreht sich ja hauptsächlich um die ZwoNull (2.0).  Klar, Hermes 5 ist „leaner“ geworden, das ist unbestritten.  Und es gibt Projekte, welche sich nicht für eine schlanke Abwicklung eignen, auch das ist klar. Auch wird die öffentliche Hand mit der Anwendung von agilen Projektabwicklungsmodellen nicht plötzlich eine „Agile Verwaltung 2.0“. Dafür braucht es schon mehr.

Nichts desto trotz wird in der Wirtschaft in den nächsten Jahren oder gar Jahrzehnten „Lean“ das Schlagwort sein und bleiben. Die Harvard Business Review (HBR) nannte letzthin, das Lean Startup Modell als „A New Strategy for the 21st Century Corporation“. Der Geschäftsmann 2.0 sieht das genau so und nicht erst seit er dieses Zitat in der HBR gelesen hat. Und er wünscht sich als Bürger, dass ebenfalls die öffentliche Hand agiler wird.

Langer Rede kurzer Sinn: Auf die Veränderungsprozesse bei der öffentlichen Hand hat Hermes 5 und Ihre fehlende Möglichkeit, ganze Projekte nach agilem Vorbild umzusetzen, wenig Impact. Da haben Communities, welche öffentlich Druck machen viel mehr Kraft! – Trotzdem hätte der Geschäftsmann 2.0 Freude, wenn man auch bei der Verwaltung “Schnell etwas machen könnte” 😉

Mehr Lesenswertes vom Gmann 2.0 zu Hermes 5 

So Long, Euer Geschäftsmann 2.0

*Anmerkung zu den “40 Sprints”: Der Geschäftsmann wartet noch auf die Diskussion mit dieser Führungskraft um zu erklären, dass wohl in diesem Fall der Fehler mit grösster Wahrscheinlichkeit nicht bei der Agilen Methode lag sondern wie so oft bei Projekten der Öffentlichen Hand seinen Ursprung viel früher hatte. Zwei Stichwörter: Ungenügende Businessanalyse oder mangelhaftes Pflichtenheft bei Vergabe (Das reicht jetzt aber, wenn schon widmet der Geschäftsmann 2.0 diesem Thema einen Post)

Hermes 5 hat viele Neuerungen, welche ist die Beste? – Der Projektinitialisierungsauftrag!

Dieser Blogpost ist für Projekt-Profis relevant:
h5-dokument_des_jahres

 

Der Geschäftsmann 2.0 hat sich mal Gedanken dazu gemacht, welches nun die ‚beste Neuerung‘ an Hermes 5 ist. Da brauchte er nicht lange zu überlegen: Für Ihn ist es der  Projektinitialisierungsauftrag (Liste der Vorlagen hier). Der Inhalt an sich ist nichts Neues, im Dokument sind die Ausgangslage, Ziele, Rahmenbedingungen und Sachmittel zu beschreiben.

hermes5_resultate_projektinitialisierungsauftragWeiter sind die Lieferobjekte der Projektinitialisierung drin zu terminieren (Liste der Stakeholder, Studie, Rechtsgrundlagenanalyse, Schutzbedarfsanalyse, Entscheid zur Variantenwahl inkl Checkliste, Projektmanagementplan, Projektauftrag , Entscheid Projektauftrag inkl Checkliste Projektfreigabe).

Doch warum findet der Geschäftsmann, dass dies DIE Neuerung im H5 ist? Weil dadurch das Projekt in zwei Teilvorhaben (wenn nicht noch mehr) unterteilt wird und so dem Auftraggeber eine echte „Sollbruchstelle“ geboten wird, ein Projekt frühzeitig zu beenden:

Haben Sie den Mut, ein Projekt abzubrechen! – Sie wissen meistens früh, ob’s gut kommt oder nicht…. …deswegen.

 

So Long, Euer Geschäftsmann 2.0

Mehr zu Hermes 5 

Verwenden von Hermes 5 Standardszenarien – Arbeiten mit Hermes-Online am Beispiel eines agilen IT-Entwicklungsprojekts (Teil 7)

Die Verwendung von Hermes-Online und deren vorhandenen Standardszenarien anhand des Beispiels des Szenario “IT-Entwicklung agil”.  Dieser Beitrag befasst sich mit der Webplattform www.hermes.admin.ch und ist vorallem für Projektmanagementprofis und Hermes-Spezialisten und -Interessierte gedacht.

Und tschüss... ...PC Programm Hermes Poweruser wird nicht mehr unterstützt
Und Tschüss… …PC Programm Hermes Poweruser wird nicht mehr unterstützt

Der Geschäftsmann 2.0 hat sich mal die Funktionalität und die Anpassbarkeit von Hermes online angeschaut. Denn das alte “Hermes – Poweruser”, welches man früher auf dem PC installiert hat, wird wohl nicht mehr unterstützt. Deswegen hat der Gmann sich mal so ein Testprojekt für sich angelegt. Für diejenigen, welche die Zeit nicht haben, so etwas durchzuspielen hat der Geschäftsmann nachfolgend die wichtigsten Printscreens beim Anlegen so eines Beispielprojektes eingebettet.

 

Erster Schritt: Auf Hermes Online entsprechendes Szenario auswählen:
http://www.hermes.admin.ch/anwenderloesung/szenarien-overview.xhtml

Hermes Online Rubrik "Anwenden" - Wir probieren mal "IT-Entwicklung Agil" aus. Siehe folgende Printscreens
Hermes Online Rubrik “Anwenden” – Wir probieren mal “IT-Entwicklung Agil” aus. Siehe folgende Printscreens

 

Optionaler Folgeschritt: Szenario anpassen
Hier kann man das Projekt vor dem Download “Customizen” oder personalisieren. Einerseits kann man Projektdaten eingeben, welche dann in allen Dokumenten und Vorlagen bereits eingebettet sind und zusätzliche, sogar eigene Elemente hinzufügen.

Wenn man vorgängig bei den Szenarien  den Button "Szenario anpassen" geklickt hat, kann man das Projekt Customizen
Wenn man vorgängig bei den Szenarien den Button “Szenario anpassen” geklickt hat, kann man das Projekt Customizen

Printscreen Unten: Elementeauswahl (Nur verfügbar wenn “Szenario anpassen” gewählt wurde.

Folgeschritt bei der "Szenario-Anpassung": Auswahl der Standardelemente des Szenario. Auf dem Folgebildschirm kann man sogar noch eigene Elemente ins Szenario einbinden (kein Printscreen).
Folgeschritt bei der “Szenario-Anpassung”: Auswahl der Standardelemente des Szenario. Auf dem Folgebildschirm kann man sogar noch eigene Elemente ins Szenario einbinden (kein Printscreen).

 

Folgeschritt: Sprach und Bestandteileauswahl vor dem Download

Vor dem Download des Standardszenario: Sprach- und Bestandteileauswahl
Vor dem Download des Standardszenario: Sprach- und Bestandteileauswahl

 

Am Schluss wird das Zip-File generiert (Printscreen unten). Dieses kann nach wenigen Sekunden im Browser runtergeladen werden. Die Grösse variiert zwischen 2-4 Megabytes und beinhaltet alle nötigen Dokumnente und Vorlagen.

Vor dem Download des Standard Szenario Hermes 5: Das Zip-File wird generiert
Vor dem Download des Standard Szenario Hermes 5: Das Zip-File wird generiert

 

Nach dem Download: Struktur des Hermes 5 Zipfiles (Printscreen unten) mit dem Standard-Szenario. Der Inhalt des Zip-Files mit Hunderten von Files und Vorlagen und Guidelines, welche nach dem Download extrahiert werden müssen und in ein separates Verzeichnis abgelegt werden können. Da der Extrakt mit einem index.html File daher kommt, lassen sich die Dokumente auch auf einem Web-Server ablegen!

Struktur des downgeloadeten Hermes-Zipfiles: Beachte start_de.html - Alle Inhalte können gebrowsed werden. Gut!
Struktur des downgeloadeten Hermes-Zipfiles: Beachte start_de.html – Alle Inhalte können gebrowsed werden. Gut!

 

Die persönliche Hermes 5 – Projekthomepage:
Bei Doppelklick auf das asu dem Zip-File entpackte index.html zeigt die persönliche Projekthomepage. Hier die Hauptseite des Beispielprojektes des Geschäftsmannes 2.0 mit entsprechender Personalisierung. Beachte die Seitennavigation und die Elemente gegliedert nach Projektphase und Modul.

Im Browser aufgerufenes Index.html des extrahierten Hermes 5 Zip-Files
Im Browser aufgerufenes Index.html des extrahierten Hermes 5 Zip-Files
Modul Entwicklung Agil: Nicht gerade berauschende Anzahl von Aufgaben/Elementen. Phase Initialisierung ist leer.
Runtergescrollt: Der Teil IT-Entwicklung Agil dieses index.html: Nicht gerade berauschende Anzahl von Aufgaben/Elementen. Phase Initialisierung ist leer.

 

Die tiefste Ebene auf der persönlichen Hermes 5 Projekthomepage. Am Beispiel unten der Aufgabe “Sprints durchführen” wird die unterste Navigationsebene gezeigt. Hier sieht man die Aufgaben und die beteiligten Rollen / Aktivitäten / Beziehungen

Tiefste Navigationsstufe am Beispiel Detailaufgabe "Sprint durchführen"
Tiefste Navigationsstufe am Beispiel Detailaufgabe “Sprint durchführen”

 

Im Download mitgelieferte Vorlagen (Auszug). Im untenstehenden Printscreen sieht man die Vorlagen, welche nach dem Generieren im zip-File mitgeliefert wurden. Jede Vorlage kann man anklicken und dann steht das Dokument zum Editieren zur Verfügung. Weiter unten schauen wir uns kurz den Projektmanagementplan und das Dokument Prototypendokumentation an.

Auszug aus den mitgenerierten Vorlagen, welche nach dem Download des Hermes 5 Zip-Files zur Verfügung stehen.
Auszug aus den mitgenerierten Vorlagen, welche nach dem Download des Hermes 5 Zip-Files zur Verfügung stehen.

 

Vorlage Projektmanagementplan. Nachfolgend kurz ein Printscreen der Seite 1, des Inhaltsverzeichnisses und eines interessanten Teils des Dokuments, nämlich der Risiko-Matrix

Printscreen aus Vorlage  "PROJEKTMANAGEMENTPLAN"
Printscreen aus Vorlage “PROJEKTMANAGEMENTPLAN”
Inhaltsverzeichnis des neuen Hermes 5 Lieferobjektes - Projektmanagementplan
Inhaltsverzeichnis des neuen Hermes 5 Lieferobjektes – Projektmanagementplan
Auszug Projektmanagementplan Hermes 5: Risikomatrix
Auszug Projektmanagementplan Hermes 5: Risikomatrix

 

Vorlage Prototypendokumentation. Nachfolgend zu guter Letzt ein Printscreen des Dokuments “Prototypendokumentation”. Nur damit man ein zweites Dokument zum Vergleich hat:

Erste Seite Dokument Protoypendokumentation
Erste Seite Dokument Protoypendokumentation

Für ganz Gwundrige:

So das war’s. Im nächsten Beitrag geht es noch kurz um die Würdigung des Moduls.
So Long, Euer Geschäftsmann 2.0

Beitragsserie Hermes 5:

  1. Einleitung und Anlass
  2. Eine kurze Übersicht für PM-Profis und Hermes-Kenner
  3. Anstelle Tailoring: Szenarien und Module
  4. Die Unterschiede von Hermes 5 zu Hermes 2003 – Grobübersicht
  5. Hermes 5 und agile Softwareentwicklung (SCRUM) – Ein Lösungsansatz
  6. Wie geht es weiter mit Hermes 5 (Juni 2013)
  7. Verwenden von Hermes 5 Standardszenarien –  Beispiel eines agilen IT Projekts
  8. Kurzübersicht & Würdigung Hermes 5 Standardszenario “IT Entwicklung Agil”

Hermes 5 – Wie geht es weiter? – Werden Projekte damit nun besser? (Teil 6)

Werden Projekte, welche mit Hermes 5 abgewickelt werden, erfolgreicher? Das ist schon möglich. Denn Hermes 5 ist eine evolutionäre und gute Weiterentwicklung von Hermes 2003. Und es gibt ein breiteres und professioneller aufgebautes Schulungsangebot. Und die Anwenderseite / Stammorganisation wird bei Hermes vermehrt in die Pflicht genommen, das ist sehr gut so! (Hier hat es aber ein rieesen ABER, siehe ganz unten)

Nun, wie weiter? Die heute noch fehlende Community wird sicher weiter aufgebaut. Die Plattform Hermes-Online wird in Zukunft sicher noch komplettiert. Es empfiehlt sich, an Kursen wieder die Schulbank zu drücken und ganz stark Interessierte können auch am Nationalen Hermes-Symposium in Bern teilnehmen….

… und man kann im Internet weiterstöbern: Nützliche Links / Ressourcen:

Grundlagenkurs: http://www.sml.zhaw.ch/de/management/zso/weiterbildung/weiterbildungskurse-wbk/hermes-kurse-uebersicht/hermes-5-grundlagen-und-zertifizierung-foundation.html

Schulung ZHAW zur Verwendung von Hermes in „Nicht IT-Projekten“: http://www.sml.zhaw.ch/de/management/zso/weiterbildung/weiterbildungskurse-wbk/hermes-kurse-uebersicht/hermes-5-anwendung-in-nicht-it-projekten.html

Schulung ZHAW Hermes-Vertiefungskurse http://www.sml.zhaw.ch/de/management/zso/weiterbildung/weiterbildungskurse-wbk/hermes-kurse-uebersicht/hermes-5-vertiefungskurse.html

Agiles Hermes: Leider kann der Geschäftsmann 2.0 keine weitergehenden Links anbieten, es hat im Web aus seiner Sicht keine weitergehende Information mit befriedigender Qualität zu diesem Thema!

Zu guter Letzt kommt noch das ‚ABER‘: Der Geschäftsmann hat ja noch ein „aber“ gehabt oben bei der Frage, ob nun Projekte, welche mit Hermes 5 abgewickelt werden, besser werden: Firmen aus der Privatwirtschaft profitieren sicher stark von dieser verbesserten Version der Projektmanagement-Methode. Oeffentliche Verwaltungen, insbesondere die allgemeine Bundesverwaltung werden weiterhin mehr Mühe haben, mit externen Dienstleistern erfolgreiche Projekte zu machen. Doch das liegt nicht an der Projektmethode sondern an den Allgemeinen Geschäftsbedingungen des Bundes.  So wie diese AGBs aufgesetzt sind, sind sie nicht gesund für Projekte! Wieso? Weil man die

Alle Partner brauchen ausgeglichene Rechte & Pflichten. AGB BV verunmöglichen dies.
Alle Partner brauchen ausgeglichene Rechte & Pflichten. AGB BV verunmöglichen dies.

Seite des Bundes in den AGB zu stark „schützt“ und den Bund als Leistungsbezüger (Im Hermes Kontext ist das dann wohl häufig der „Anwender“ und/oder der „Betreiber“) viel zu wenig in die Pflicht nimmt. Erst wenn alle Projektpartner austarierte Rechte und Pflichten haben, erst dann hat der Projekterfolg eine saubere Basis. Und diese Basis ist bei Anwendung der AGB Bundesverwaltung nicht gegeben.

So, Long Euer Gmann 2.0

Beitragsserie Hermes 5:

  1. Einleitung und Anlass
  2. Eine kurze Übersicht für PM-Profis und Hermes-Kenner
  3. Anstelle Tailoring: Szenarien und Module
  4. Die Unterschiede von Hermes 5 zu Hermes 2003 – Grobübersicht
  5. Hermes 5 und agile Softwareentwicklung (SCRUM) – Ein Lösungsansatz
  6. Wie geht es weiter?

Hermes 5 und agile Softwareentwicklung (SCRUM) – Ein Lösungsansatz (Teil 5)

Projektmanagement und agile Softwareentwicklung – allem voran mit SCRUM – in einem Atemzug zusammen zu nennen, das tönt auf den ersten Blick nach dem Versuch der Quadratur des Kreises, sprich: Das geht eigentlich nicht. Wieso ist dem so?

Projektmanagement bedeutet Vorgaben, Termine, Budget, Fristen, von Oben nach Unten, der Projektleiter als Antreiber, ZackZack!

SCRUM hingegen bedeutet: Alle Macht dem IT-Entwicklungsteam. Das Team kann dem Product-Owner erst nach einigen Sprints sagen, wann und mit welchem Aufwand das Produkt voraussichtlich fertig wird. Es gibt keinen IT-Projektleiter, da ist “nur” der Product-Owner quasi als mitbeteiligter Auftraggeber. Da ist das Team, welches so zusammengesetzt ist, dass es in der Lage ist, selbstständig das Produkt zur Serienreife zu bringen. Und da ist der Scrum-Master, welcher die Stolpersteine beseitigt und das Team auf gleicher Augenhöhe (nicht von oben herab) coachen tut. Die Schönheit und Genialität dieses Ansatzes offenbart sich einem erst auf den zweiten Blick: Aufgrund der kurzen Sprints, welche von Anfang bei Sprintende ein ausführbares Produkt liefern müssen (Auch wenn bei den ersten Sprints das lauffähige Produkt in einem absolut unbrauchbaren Zustand geliefert wird), kann der Auftraggeber bereits sehr früh darüber entscheiden, ob sich das Team auf dem richtigen Weg befindet. Und: Es gibt keinen Projektleiter, es ist das Team welches sagt, was es bis wann liefert. Somit gibt es keine “Von oben nach unten Direktive”, das Team commited sich quasi mit Haut und Haaren zu den versprochenen Lieferterminen und kann sich nicht mehr hinter dem PL verstecken und sagen: “Der Projektleiter hat uns unmöglich zu haltende Vorgaben gegeben”.

Somit könnte man schliessen, dass die Rolle des Projektleiters nicht mit dem Scrum-Team in Einklang zu bringen ist. Es ist wie Öl und Essig. So etwas bindet einfach nicht. Die Sache ist aber die Gleiche wie bei der Salatsauce: Ein Salat schmeckt nicht – nur mit Öl. Genau so wenig schmeckt er nur mit Essig! Was also tun?

Scrum & Projektmanagement – Es gibt eine Lösung dafür: Im Gespräch mit einem der Hermes Methoden Spezialisten, dem Bernhard Kruschitz von der BKI konnte der Geschäftsmann einen absolut machbaren Approach umreissen, um Projektmanagement und agile Softwareentwicklung vereinen zu können!

Also: Der Auftraggeber und der Gesamtprojektleiter / Programmleiter braucht auf der einen Seite irgendwelche Planungsgrössen, Anhaltspunkte und Finanz- / Zeitschätzungen zum Produkt. Das Scrum-Team hingegen braucht die Freiheit bei der Produkteerstellung und die Möglichkeit, sich selber – ohne Zwang von oben – zu den Terminen und Aufwänden committen zu können (Das Team legt sich den Zwang selber auf). Und damit beides erfüllt werden kann, a.verfügbare Planungsgrössen für die Oberleitung und b. das Commitment und die Freiheit des Scrum-Teams, macht man während der Initialisierungsphase eben eine “IT-Studie” (früher hat man das Prototyp genannt).

Bei dieser Studie (dies ist ein mit Hermes5 neu eingeführtes Deliverable in der Phase Initialisierung) wird der Kern des Entwicklerteams gebildet und man gibt dem Team zwei oder drei Sprints frei. Mit jedem Sprint wird die Qualität der Storypoints besser und am Ende von Sprint 2 oder Sprint 3 sollte man dann ein Product Backlog haben, welches nicht mehr mit so grossen Unsicherheiten behaftet sein sollte.

Reserven – Jetzt hat man eine Planungsgrösse, welche man mit guten Reserven ausgestattet in den Projektmanagementplan übernehmen kann und das agile Scrum-Team hat bereits zu Beginn der Realisierungsphase eine viel höhere Sicherheit beim entwickeln und schätzen!

Hier noch ein Wort an die Auftraggeber: Die besten Auftraggeber, welche der Geschäftsmann bei seinen ca. 50 Projekten hatte, waren diejenigen, welche beim Projekt finanzielle und zeitliche Reserven eingeplant hatten. Es ist nicht nötig, diese Reserven zu kommunizieren, aber es ist gut, diese zu haben.

Fazit: Eine Entwicklungsstudie am Ende der Initialisierungsphase kann nicht nur dazu dienen einen funktionalen Prototyen zu entwickeln, sondern die dabei anfallenden Schätzgrössen (welche eine bessere Planungssicherheit bei der Projektplanung ermöglichen) können auch den Einsatz von agilen Softwareentwicklungsmethoden wie Scrum während der Realisierungsphase (welcher nun ein definiertes Zeitfenster eingeräumt werden kann) ermöglichen.

Zu guter Letzt: SCRUM & Hermes 5

So stellt sich Hermes Agile Softwarentwicklung im Hermes-Kontext vor
So stellt sich Hermes Agile Softwarentwicklung im Hermes-Kontext vor Quelle: Hermes 5

Agiler SW-Entwicklung wird im Hermes 5 Referenzhandbuch ab Seite 161 ein eigenes Kapitel geschenkt. Dort ist ersichtlich, dass die Autoren es als nicht möglich erachten SCRUM für den ganzen Projektzyklus zu verwenden sondern nur für dein Teil, nämlich wenn Software entwickelt wird. Das ist durchaus ein legitimer Ansatz. Nur dann gibt es für die Zeit, wenn Software entwickelt wird zumindest im Umfeld der Entwicklung keinen Projektleiter, nur das sehen die Hermes-Autoren, sie können sich nicht vorstellen, dass es Projekte oder Teilprojekte ohne PL gibt. So ist es auch irgendwie verständlich, dass im Hermes 5 Referenzhandbuch an folgenden Stellen aus Optik des Gmanns 2.0 Schwächen aufweist:

S. 63 / S. 51 Bei “Entwicklung Agil” führt der Projektleiter das Product Backlog, und er führt das “Protokoll” bei Sprints. Ein PL hat an beiden Orten eigentlich nichts verloren.

S. 113 “Die Einführung von SCRUM hat einen klaren Start und ein klares Ende”. Ja, SCRUM hat auch ein klares Ende, aber SCRUM kennt keinen vorgängig bekannten, klaren Endtermin das sieht man erst nach Sprint 2 oder 3 wann man etwa fertig sein könnte (Nämlich dort wo das Burndownchart die 0 Linie kreuzt)

S. 113 bei Sprints durchführen heisst es im Absatz “Hermes Spezifisch”: Die Projektleitung überträgt dem SCRUM-Team die Verantwortung für die Durchführung eines Sprints“. Hier sollte es eher heissen: “Der Product-Owner (den es im Hermes ja so nicht gibt) überträgt dem SCRUM-Team die Verantwortung für die Erstellung des Produkts.

Beitragsserie Hermes 5:

  1. Einleitung und Anlass 
  2. Eine kurze Übersicht für PM-Profis und Hermes-Kenner
  3. Anstelle Tailoring: Szenarien und Module
  4. Die Unterschiede von Hermes 5 zu Hermes 2003 – Grobübersicht
  5. Hermes 5 und agile Softwareentwicklung (SCRUM) – Ein Lösungsansatz
  6. Wie geht es weiter?

Fragen dazu oder Lust auf Mehr?: Update 18.3.2014 Aufgrund der regen Nachfrage gibt es nun dedizierten Hermes-Bereich mit Erfahrungen und Tipps: http://geschaeftsmann20.com/projektmanagement Fragen beantwortet der Geschäftsmann gerne hier.

So Long, Euer Geschäftmann 2.0, welcher neben dem zertifizieren PL auch zertifizierter Scrum-Master und Scrum Product Owner ist….