Der Social Business Anlass der SGO war ein voller Erfolg! – Hier gibt es die Präsentation dazu

Der Geschäftsmann dankt dem Adrian von Deindeal, dem Tobias von Agilentia, dem Alexander von Healthcare42.com und dem Markus Sulzberger als Gastgeber der SGO recht herzlich, dass er diesen spannenden Themenabend “Social Business” mitgestalten durfte. Im Referat dreht es sich “natürlich” um den “Homo coniunctus”, um das demokratische Managementmodell und grundsätzlich um die Transformationsfaktoren, die unsere heutige Welt ändern.

Ganz besonders haben den Geschäftsmann die vielen Fragen aus dem Publikum gefreut!

Hier gibt es die Slides vom Referat auf Slideshare: socialbusiness-sgo-referat2012v6

So Long, Euer Geschäftsmann 2.0

 

Der Homo coniunctus ergänzt den Homo oeconomicus: Die Mechanik des Social Business

Treiber des Homo coniunctus sind total anders als die des Homo oeconomicus
Treiber des Homo coniunctus
Was den Homo Coniunctus antreibt

Neue Regeln und neues Verhalten. In den letzten Posts wie z.B in “Der Homo  coniunctus und die Managementmodelle des 21. Jh” wurde hier viel über die “neuen, jungen Menschen” (Mitarbeiter, Kunden, Patienten, Aktionäre, Familienmitglieder) geschrieben, welche begonnen haben die Gesellschaft und den Globus zu verändern.

Der Homo coniunctus = Das Modell des vernetzten Menschen

Der Geschäftsmann 2.0 hat nun alles mal zusammengefasst und eine detaillierte Page “Homo coniunctus” aufgeschaltet. Er würde sich freuen, wenn Ihr mal reinschaut!

Viel Spass beim Lesen! Euer Geschäftsmann 2.0

Der Homo coniunctus und Managementmodelle des 21. Jahrhunderts

 Die Revolution kommt, denn die nachwachsenden Generationen nehmen neue Verhaltensformen an. Das Modell des Homo oeconomicus bekommt Gesellschaft. Sein Grundverhalten wird angereichert, oder sogar ersetzt durch Merkmale des Homo coniunctus, des vernetzten Menschen. Die heutige Gesellschaft kommt in ein Spannungsfeld verschiedener Grundhaltungen und mit multiplen Wertewelten. Nachfolgende Grafik zeigt die Spannungsfelder auf (links nach rechts lesen):

 

 

Merkmale Homo oeconomicus zu Homo coniunctus

Wer mehr erfahren will, der komme doch am 5.7.2012 ins Zunfthaus zur Meisen! Es wird sich lohnen!

So Long Euer Geschäftsmann 2.0

DER Aufsteigerwert: „Transparenz“ als Hauptmerkmal des Homo coniunctus

Transparenz ist ein neuer Wert, der im Werte-Index 2009 noch nicht im Ranking war. Ohne Transparenz gibt es im digitalen Zeitalter kein Vertrauen und auch keine Authentizität des Individuums und der Organisation. Transparenz ist eines der wichtigsten Merkmale des Homo coniunctus.

Transparenz & Politik: Intransparenten Entscheidungen und der entsprechenden Politik sprechen die User die Legitimität ab. Wer sich für mehr Transparenz im Staat einsetzt, tut dies im Glauben an eine bessere, weil weniger interessengesteuerte Politik – und in die Hoffnung auf eine bessere Welt. Gesetzliche Vorgaben zum Thema Transparenz werden auch für die Wirtschaft und einzelne Unternehmen gefordert.

Transparenz und Medien: Klassische Medien gelten als intransparent, das Internet steht für Transparenz. Traditionellen Medien wird vorgeworfen, unlautere Methoden zu verwenden und eine unausgewogene Berichterstattung in Kauf zu nehmen. Im Web 2.0 ist die Kommunikation transparent und nachvollziehbar.

Transparenz & Wirtschaft: Die Wirtschaft wird nicht als besser wahrgenommen als die Politik, Ihr wird nämlich unterstellt, dass Unternehmen Fakten vertuschen um Ihren Einfluss und ihren Ertrag maximieren zu können. Firmen, die sich hier abheben können und transparent sind, haben Vorteile, denn Transparenz wird als entscheidendes Kaufkriterium besprochen. Transparenz wird zum Unternehmenswert.

Transparenz – Bedenke:

  • Um transparent zu werden musst Du Dich als Unternehmen selbst hinterfragen: Stimmen die Unternehmenswerte in Theorie und wie sehen diese effektiv in der Praxis aus? Für was stehen wir ein? Wer sind wir als Firma und was geben wir vor zu sein? Stellen wir uns wirklich so dar, wie wir effektiv sind?
  • Wenn wir transparent werden, dann sind wir zugänglich und erlauben auch Mitbestimmung unserer Kunden. Unsere Kunden kommen auf gleicher Augenhöhe daher wie wir. Wenn das der Fall wird, dann müssen wir auch teilweise auf Kontrolle und auf Macht verzichten. Wir gewinnen aber damit Vertrauen und Märkte.
  • Transparenz kann man nicht mit Marketingmassnahmen in den den Markt drücken, das ist kein Monolog sondern eine Diskussion über Unternehmensgrenzen hinweg. Es muss in allen Prozessen des Unternehmens durchgesetzt werden und man darf sich fragen, was im Unternehmen wirklich noch geheim bleiben muss.
  • Wenn etwas nicht öffentlich zu sein hat, dann ist das zu begründen und die Öffentlichkeit wird es verstehen.

….das erwartet Unternehmen in Zeiten des Social Business!

Zusammengefasst aus Werte-Index 2012 (Wippermann/Krüger)

Erste Anhäherung: Der Homo coniunctus & Unternehmen: Wie können sich Firmen auf die neue Werte-Welt einstellen? Werte-Index2012(4)

Bitte beachtet, hier wird nicht die ganze Wertewelt des Homo coniunctus wiedergegeben, sondern lediglich die Elemente des Werte-Index 2012 (Wippermann/Krüger) reflektiert. Die Mehrheit dieser Werte passen wie bereits in früheren Posts erwähnt sehr gut auf den Homo coniunctus (und weniger auf den Homo oeconomicus). Der ganze Strauss der Wertewelt des Homo coniunctus ist im Haupt-Beitrag hier nachzulesen.

WertAus Sicht des Geschäftsmannes sinnvolle Handlungsempfehlungen für Unternehmen
1. Freiheit(1)
  1. Autonomie ermöglichen
  2. Unabhängigkeit des Kunden wahren
  3. Sparringspartner und Unterstützer werden
  4. Kampf um Freiheit und Autonomie unterstützen
2. Familie (3)
  1. Familien willkommen heissen
  2. Family-Management unterstützen
  3. Familienmitglieder zusammenbringen
  4. Als Arbeitgeber Familie leben
3. Gesundheit (4)
  1. Gesundheits-Selbstoptimierer unterstützen
  2. Als Firma Gesundheits-Statement abgeben (so wie es viele beim “Carbon Footprint” bereits tun)
  3. Als Firma authentisch sein
4.) Gemeinschaft
(10)
  1. Gemeinschaften stärken
  2. Gemeinsame Werte definieren und Leben
  3. Markengemeinschaft online und offline pflegen
  4. Unternehmen und Stakeholder als Gemeinschaft verstehen
5. Sicherheit (4)
  1. Komplexität durch Optimierung reduzieren
  2. Selbstsicherheit und –Optimierung unterstützen
  3. After Sales Services ausbauen
  4. Nähe durch gelebte Werte schaffen
  5. Verbindlichkeit reduzieren
6. Erfolg (2)
  1. Erfolg neu definieren
  2. Ganzheitlichen Erfolg als Arbeitgeber definieren (nicht nur $)
  3. Erfolge bieten
  4. Kunden am eigenen Erfolg teilhaben lassen
7. Anerkennung (8)
  1. Zuhören statt Monitoring
  2. Kunden Input wertschätzen
  3. Wertschätzung gegenüber Stakeholdern zeigen und leben
  4. Eigene Werte als Firma finden und leben
8. Gerechtigkeit (9.)
  1. Belohnungssystem einrichten
  2. Sonderbehandlung gewähren
  3. Sich als fairer Arbeitgeber positionieren
  4. Gerechtigkeit lokal und global leben
9. Natur (6)
  1. Neue (Umwelt-) Standards setzen radikal und gross denken
  2. Den Konsumenten von der (Umwelt-) Verantwortung entlasten
  3. Natur erfahrbar machen
  4. Spass, Freude und Zuversicht schenken (Als Firma die Leichtigkeit behalten, nicht bierernst sein!)
10. Einfachheit (7)
  1. Keep it simple!
  2. Radikale User-Zentriertheit umsetzen
  3. Wenn es für den Kunden mal doch kompliziert wird: (Finanzielle) Kompensation durch Kulanz
11. Ehrlichkeit
  1. Souveränität und Konfliktfähigkeit beweisen
  2. Klare Sprache Sprechen
  3. Transparenz schaffen
  4. Empfehlungen generieren
12. Transparenz (-)
  1. Transparenz als Unternehmensidentität
  2. Zugänglichkeit und Mitbestimmung einräumen
  3. Bereitschaft zu Veränderungen
  4. Verständlichkeit herstellen
  5. Intransparenz begründen

So Long, Euer Geschäftsmann 2.0, der auch ein vernetzter Mensch geworden ist und nun seinen Weg zum vernetzten Unternehmer eingeschlagen hat…

In welchem Kontext werden die neuen Werte diskutiert und wohin entwickelt sich der Wert? Werte-Index2012(3)

WertTrendperspektive des WertsKontext in welchem der Wert diskutiert wird
1. Freiheit(1)
  • …als Individualität
  • …als Unabhängigkeit (institutionelle Strukturen kosten mehr als sie Leisten
  • Freiheit und Sicherheit vereinbaren
  • Unabhängigkeit als Freiheit ermöglichen
  • Autonomie
  1. Bedeutung: …erlaubt Individualität (tun und lassen was man will)
  2. Kampf um Freiheit: Tunesien
  3. Individueller Lebensstil
2. Familie (3)
  • Sehnsuchtsort im hochkomplexen Alltag
  • Neue Plattform von Multi-Optimismus
  • Materielles und immaterielles Statussymbol
  1. Unglaublich viele Aspekte des Familienlebens
  2. Familie als Wert
  3. Bedrohungen von Aussen: Staat, finanzieller Druck, Kinder = Karrierekiller,
3. Gesundheit (4)
  • Ansprüche an individuelle Gesundheit steigen
  • Kapazitäten des Gesundheits-Systems sinken
  • Das Individuum entkoppelt sich vom Gesundheitssystem
  • Gesundheit als individuelle Leistung
  • Vom Patienten zum Kunden zum eigenen Projektleiter
  1. Selbstdiagnose & Therapie
  2. Gesundheitsgefahren
  3. Gesundheitssystem
  4. Spezialthemen: Gesundheit der Kinder, Fettleibigkeit, Arbeit&Ges.
4.) Gemeinschaft
(10)
  • Unsicherheit als alltägliche Rahmenbedingung
  • Sicherheit (= Halt) in selbst gewählten Gemeinschaften
  • Gemeinschaften stärken, Gemeinschaften leben
  1. Gemeinschaft allgemein
  2. Internetgemeinschaften
  3. Private Gemeinschaften
  4. Weitere: (internationale Gemeinschaft, etc).
5. Sicherheit (4)
  • Sicherheit wird unmöglich
  • Kompensation durch Vertrauen
  • Selbstsicherheit als einzige Sicherheit
  • Gutes Gefühl als Voraussetzung (Vertrauen aufbauen!)
  1. Vertrauen in Personen
  2. Vertrauen in Staat und Politik
  3. Unsicherheit
  4. Misstrauen den klassischen Medien
  5. Käuflichkeit der Redaktionen
6. Erfolg (2)
  • Erfolge offenbaren ein Wertesystem
  • Der Weg ersetzt das Ziel (Die Geschichte dahinter…)
  • Versöhnung von Glück und Geld
  • Neudefinition von Unternehmenserfolg: Definieren warum man Erfolg haben wird und nicht wieviel. Ökonomische Erfolge werden wertlos, wenn die Lebensqualität von Mitarbeitern, Kunden und anderen Menschen nicht ebenso verbessert wird.
  • Vergessen Sie Maslow: Nicht zuerst die finanzielle Sicherheit und dann die Selbstverwirklichung, sondern Beides miteinander. Oder sogar umgekehrt! Umgekehrt: Ökonomisch nachhaltig erfolgreich kann dann nur sein, wer sich selbst und seine Bedürfnisse kennt und beides auch befriedigen kann.
  1. Gegenstand des Erfolgs
  2. Wege zum Erfolg (Kooperation, Fähigkeiten, Netzwerke, Innovationsmut, Einfachheit, Authentizität)
  3. Persönliche Erfolge (Sinnfrage: “Wer Erfolg und Sinn mit Einkommen gleichsetzt, ist auf dem falschen Dampfer.” – Zitat Werte Index 2012)
7. Anerkennung (8)
  • Das organisieren in Netzwerken erfordert neue Voraussetzungen (anstelle Hierarchie)
  • Anerkennung als begehrte Währung
  • Wer anerkennt, der verpflichtet sich
  • Augenhöhe schaffen, gemeinsame Werte leben
  1. Anerkennung von Leistungen (Respekt werden am meisten intellektuellen und ideellen Leistungen gezollt)
  2. Anerkennung des Individuums
  3. Institutionelle Anerkennung
8. Gerechtigkeit (9.)
  • Wunsch nach gerechter Belohnung von Leistung
  • Ungerechtigkeit ruft Gefühl des Kontrollverlusts hervor
  • Teilweise Akzeptanz (der Ungerechtigkeit) als Anpassungsstrategie
  • Individuelle Belohnungen sorgen für Gerechtigkeit
  1. Definition von Gerechtigkeit und Fairness (Fairplay war in den Diskussionen der User sogar wichtiger als der Titel selbst – so Werteindex 2012)
  2. Ausdruck des eigenen Gerechtigkeitsempfindens
  3. Mittel zur Wiederherstellung von Gerechtigkeit
9. Natur (6)
  • Fluchtweg aus der Komplexität
  • Grüner Lifestyle als überlegener Lifestyle
  • Peak Oil, Peak Fish, Peak Resources, Peak Anything (DER Faktor: Zukunftsangst. An allen Ecken und Enden sind wir unmittelbar mit den Grenzen des Wachstums konfrontiert).
  • Sich um Sehnsucht, Lifestyle und Sorgetragen kümmern
Das

  1. Natur als Sinnbild der Ursprünglichkeit
  2. Umwelt- und Klimaschutz
  3. Umweltverschmutzung (Mensch als primärer Täter)
  4. Misstrauen gegenüber korrupten Politikern
10. Einfachheit (7)
  • Nichts ist mehr einfach
  • Technik als wichtigste Quelle und Manager von Komplexität
  • Vertrauen als Voraussetzung für Einfachheit
  • Weniger Komplexität für den Kunden, mehr für das Unternehmen
Das Web macht beides: Hyperkomplex und einfach

  1. Einfachheit allgemein
  2. Internet und IT
  3. Politik und Rechtsprechung
11. Ehrlichkeit
Ambivalenz wird der ständige Begleiter

 

  • Die Zerstörung der Kommunikation
  • Die Mobilisierung der Gegenöffentlichkeit: Was ins Zentrum der Aufmerksamkeit rückt, bestimmen nicht mehr die Medien, sondern die User.
  • Die Wahrheit als unbekannte Variable. Alles ist relativ. Was heute richtig war, kann morgen schon falsch sein.
  • Authentizität statt Widerspruchslosigkeit. Im vollen Bewusstsein über die Schwierigkeit der Situation sehnt sich der Einzelne dennoch nach klaren Ansagen. Für Unternehmen geht es daher nicht darum, den richtigen Standpunkt zu beziehen, sondern den eigenen. Das Unternehmen wird greifbar. Der Kunde erfährt dadurch Halt und Orientierung. Gegenseitige Wertschätzung und Vertrauen können so entstehen.
Transparenz, Klarheit, Glaubwürdigkeit

 

  1. Ehrlichkeit als persönliche Eigenschaft (So wird der Vereinswechsel eines Fussballspielers nicht als Illoyalität, sondern als konsequentes Verhalten gewertet, weil der Spieler den Fans gegenüber seine Motivation und Pläne erklärte)
  2. Ehrlichkeit und Politik
  3. Definition: Ehrlichkeit und Glaubwürdigkeit: Zur Definition der Ehrlichkeit kommt neben Aufrichtigkeit auch der Mut zur eigenen Meinung hinzu. Es geht darum, Unangenehmes oder gar Kontroverses laut aussprechen zu können. Die Einführung von Transparenz führt häufig auch zu mehr Ehrlichkeit.
à Gegenüber Unternehmen offenbaren User relative niedrige Erwartungen. Im Gegenteil: wer an das Gute in der Wirtschaft glaubt, gilt aus Sicht vieler als naiv
12. Transparenz (-)Gläserne insititutionen statt gläserne bürger

  • Steigende Komplexität weckt den Wunsch nach Kontrolle
  • Transparenz bedeutet Durch- und Überblick
  • Transparenz zur Überprüfung und Unterordnung
  • Transparenz kann Vertrauen nicht ersetzen (und umgekehrt?)
transparenz und mitbestimmung

  1. Transparenz und Politik
  2. Transparenz und die Medien
  3. Transparenz und Wirtschaft

Quelle: Werte-Index 2012 (Wippermann/Krüger) & Anmerkungen Geschäftsmann 2.0

Das Weltbild des Homo Coniunctus: Wrap-up des Geschäftsmannes 2.0 auf Basis Werte-Index 2012 (2)

Der Geschäftsmann 2.0 ist selber auch ein Homo Coniunctus. Er – sprich ich – sprich wir, die vernetzten Menschen nehmen die Welt folgendermassen wahr:

  1. Freiheit: Die Grundlagen unserer Freiheit basierten bisher auf etablierten institutionellen Strukturen. Doch auf den Staat können wir uns nicht mehr verlassen. Freiheit bedeutet für uns nicht mehr die Freiheit der Wahl oder Individualität. Freiheit bedeutet heutzutage vielmehr Autonomie. Wenn wir die Möglichkeit haben, dann machen wir uns überall wo es geht unabhängig. Zukünftig erfolgreiche Firmen bieten hierzu Hand.
  2. Familie: Wir wollen in dieser komplexen und weniger sicheren Welt einen Ort der Wärme, Ruhe und Geborgenheit schaffen. Dafür gründen wir eine Familie. Wer es zu einer eigenen Familie bringt, der demonstriert Optimismus, Flexibilität, Selbstsicherheit und Belastungsfähigkeit. Familie beisst sich nicht mit dem sonstigem Streben nach Unabhängigkeit. Betriebe sollten Ihre Stakes bei der Verwirklichung dieses Lebenstraums unterstützen.
  3. Gesundheit: Wir wollen heute und bis ans Ende unseres Lebens fit bleiben. Krankheit ist für uns keine Option. Wir haben begonnen, dem maroden Gesundheitssystem zu misstrauen. Deshalb zeigen wir selbst Initiative: Wir schauen zuerst bei Google nach, erst danach gehen wir zum Arzt. Bei den Communities im Web finden wir Diagnose und therapieren uns selbst mit der Unterstützung unserer Peers. Gesundheit wird zu unserem eigenen (Dauer-) Projekt. Vorbei mit dem Gott in Weiss, der Arzt, einst eine unserer wichtigsten Autoritäten, ist nur noch ein Teil unseres Projektteams.
  4. Gemeinschaft: In der Netzwerkgesellschaft ist die selbst gewählte Gemeinschaft unser virtuelles Zuhause. Die traditionellen Strukturen sind nicht mehr der Platz, wo wir nach Geborgenheit und Sicherheit suchen. Communities sind die heutige Gemeinschaftsform, welche uns Gleichgesinnten ebenfalls die notwendige Flexibilität und Unabhängigkeit ermöglichen. Es sind Zufluchtsorte und Freundesplätze. Einerseits garantieren Sie Anerkennung, Bestätigung und Zugehörigkeit, andererseits ist die Mechanik eine Unverbindliche. Unternehmen kommen in den Zwang, selber Gemeinschaften (Partnerschaften) vorzuleben und tun gut daran Communities zu stärken, sei es im Netz oder in der realen Welt.
  5. Sicherheit: Wir haben den Glauben in Politik und Institutionen verloren. Sie sind nicht mehr der Garant dafür, dass wir durch sie eine sichere Zukunft haben werden, in der Gegenwart schaffen es die Politiker und Institutionen ja auch nicht. Das Vertrauen in persönliche Beziehungen ist uns wichtiger geworden als das Vertrauen in Personen des öffentlichen Lebens. Immer wie mehr von uns sind gezwungen, doppelgleisig zu fahren. A.) Arbeiten wir, weil wir uns auf uns selbst verlassen müssen und wir unser Leben soweit wie sinnvoll und möglich optimeren wollen. B.) Suchen wir in den Communities Gleichgesinnte, mit welchen wir unsere Überzeugungen und Werte teilen können, damit wir in dieser Welt auch Rückhalt finden. Firmen tun gut daran, dieses Streben zu unterstützen und müssen alles daran setzen Vertrauen aufzubauen.
  6. Erfolg: Glück ist der neue immaterielle Erfolg. Profitmaximierung ist nicht mehr die absolute Zielgrösse. Geld und Glück schliessen sich nicht mehr aus, wir wollen beides. Unternehmen werden zukünftig nicht mehr nur am Gewinn gemessen, neu werden auch soziale und Umwelt-Ziele eine Rolle spielen. Die Firmen tun gut daran, wenn diese sich schon selbst so ausrichten. Denn lediglich die Firmen, welche Ihre Verantwortung bei Social-Impacts und Environmental Responsibility vorleben, werden Gewinne machen (Sonst haben Sie keine Kunden oder keine Mitarbeiter mehr, oder Beides).
  7. Anerkennung: Hierarchien und Titel liefern uns immer wie weniger die von uns ersehnte Wertschätzung. Anerkennung ist das begehrte Gut der Netzwerkgesellschaft und der Netzwerkökonomie. Es ist die Anerkennung, die uns anspornt uns zu besseren Leistungen motiviert und uns die nötigen stabilen Beziehungen schafft. Unternehmen zwingt das zum kompletten Wandel. Alle Anspruchsgruppen, seien es Kunden, Mitarbeiter oder Aktionäre müssen von den Firmen als Partner auf gleicher Augenhöhe wahrgenommen werden und das gelingt nur, wenn die Firma die gemeinsamen Werte vorlebt, denn sonst ist Anerkennung gar nicht möglich.
  8. Gerechtigkeit: Wir haben erkannt, dass nicht alle die gleichen Chancen haben und dass “guter Lohn für gute Leistung” nicht immer stimmt. Jeder von uns erlebt, dass die Verteilung des Wohlstands, wie auch die Bildungsmöglichkeiten anderen Mechanismen folgt. Wir haben uns mit dieser Ohnmacht arrangiert, indem wir unsere eigene Gerechtigkeitsbalance in unserem Umfeld etablieren. Firmen müssen sich für die Schaffung einer gerechteren Gesellschaft einsetzen, wenn die Unternehmen bei Ihren Anspruchsgruppen glaubwürdig bleiben wollen.
  9. Natur: Wir sehnen uns nach dem Natürlichen, dem Wahren. Wir wünschen uns einen nachhaltigen Lebensstil, ohne Raubbau an Ressourcen. Wir sorgen uns um die Zukunft unseres Planeten. Unternehmen müssen der Herausforderung begegnen, alle unsere drei Bedürfnisbereiche zu bedienen: Sehnsucht, Wunsch und Sorgetragen.
  10. Einfachheit: Wir möchten unsere Aufgaben vereinfachen und wir nutzen dazu interaktive Medien. Wir können nur durch ein ausgeklügeltes Komplexitätsmanagement zur persönlichen Einfachheit finden, welche wir als Entscheidungsgrundlage benötigen. Unternehmen müssen uns dabei helfen, sei es bei Ihrem Angebot, bei Ihren Produkten oder bei deren Organisation. Damit so eine Hilfe überhaupt möglich ist und akzeptiert wird, braucht es Vertrauen untereinander. Dieses Vertrauen ist von den Firmen aufzubauen und zu hegen und zu pflegen!
  11. Ehrlichkeit: Ehrlichkeit ist eine Seltenheit geworden. Wir durchschauen die geschliffenen Kampagnen und Kommunikationsstrategien der Verkäufer. Inzwischen wissen wir auch, dass es in dieser immer wie komplexeren Welt nicht mehr nur eine einzige Wahrheit gibt. Missstände kommen in dieser vernetzten Welt zwangsläufig ans Tageslicht, wir wachen inzwischen ständig über die Firmen und Institutionen. Die Sache läuft umgekehrt: Wir sind nicht so sehr daran, den gläsernen Konsumenten oder Bürger zu erhalten, sondern vielmehr die gläserne Institution und Unternehmung! Firmen und Institutionen können durch Authentizität viel gewinnen: Eigene Haltung/Meinung haben, diese einnehmen und vertreten, das erwarten wir auch von Unternehmen.
  12. Transparenz: In der Netzwerkgesellschaft ist Information und Wissen das Öl der Gesellschaft, es ist Brennstoff und Schmiermittel zugleich. Jeder von uns will mehr wissen (beachte die Kleinschreibung): Wir wollen mehr Einfluss, mehr Kontrolle, sprich will wollen von den Firmen und Institutionen mehr Transparenz. Das Internet wird das Instrument, mit welchem wir das erreichen werden. Wirtschaft und Politik werden keine andere Chancen mehr haben, als Ihre Tätigkeiten offen zu legen, es erwartet aber keiner, dass Alles frei zugänglich zu sein hat.

Frei adaptiert aus eigenen Betrachtungen und verarbeitet in der Struktur und mit Inhalten des Werte-Index 2012 (Wippermann/Krüger)

Der Homo oeconomicus ist definitiv ein Auslaufmodell!

Bei den vertieften Definitionsarbeiten zum Homo coniunctus recherchierte der Geschäftsmann 2.0 Inhalte zum “Homo oeconomicus” im Web. Dazu nutzte er die Bildsuche zum Homo oeconomicus (ja, die Bildsuche) im Web. Und was fand er? Lauter Parodien! Die Mehrheit der Beiträge auf den ersten Resultatsseiten von Google waren negativ. “Wen wunderts“, tendiert der geneigte Leser zu fragen: “Der Oeconomicus ist ja sowieso ein Auslaufmodell“.  In der Tat ist es so! Zumindest wenn man Google als Massstab nimmt…  …interessanterweise waren ziemlich viele deutschsprachige Artikel in den Resultaten dabei, wie auch Artikel aus der Schweiz (oder ist das beim Geschäftsmann 2.0 so, weil Google weiss, dass er gerade in der Schweiz hockt?) Anbei ein paar interessante Links dazu:

Uni ZH: Prof. Ernst Fehr bekommt einen Preis weil er den Altruismus im Homo oeconomicus gesucht und gefunden hat: http://www.uzh.ch/news/articles/2008/3188.html

“Wirtschaft und Psychonalyse” (Doch doch das gibts!): Da gibt es eine internationale Konferenzdazu und hier bloggt einer über die Zweifel in Sachen selbstregulierende Märkte, Homo oeconomicus etc (Cooles Bild vom Homo o)http://theschooloflife.typepad.com/the_school_of_life/2010/06/the-freud-museum-on-psychoanaylsis-money-and-the-economy.html

Gleich drei coole Karikaturen zum Homo oeconomicus! http://www.dinkela.de/zineedit/unterrichtsmaterial/markt/haushalt05.htm

Aus der Badischen Zeitung, Artikel aus dem Jahre 2008 zum Ende des Raffens und dem Aufstieg des Teilens:http://www.badische-zeitung.de/bildung-wissen-1/abschied-vom-raffke–3262082.html

Forum für Schweizer Wirtschaftspolitik: Wo die milden Kerle wohnen 🙂
Erneut ein Bericht über Prof Fehr der Uni Zürich. Interessant ist das Finding, dass der Urvater der Volkswirtschaftslehre, Adam Smith (1723-1790), seine Arbeiten auf der Basis der zwischenmenschlichen Sympathie aufbaute, was ja beim Homo oec. nicht gerade der Fall ist. http://www.batz.ch/2010/01/wo-die-milden-kerle-wohnen/

Der Homo oeconomicus im Gesundheitswesen! Auch das gibt’s…. …sicher interessant für Health 2.0 interessierte. Und hier ist die Forschungsarbeit von Harmut Reiners dazu (Das Gesundheitswesen als Gegenstand der Ökonomie).

Werte im Zeitalter des Social Business – Ranking und Zusammenfassung der Werte und die Hauptimplikationen für Unternehmen Werte-Index 2012 (1)

Zusammenfassung der neu aufkommenden Werte generell:

  1. Freiheit (1)
  2. Familie (3)
  3. Gesundheit (4)
  4. Gemeinschaft (10)
  5. Sicherheit (4)
  6. Erfolg (2)
  7. Anerkennung (8)
  8. Gerechtigkeit (9)
  9. Natur (6)
  10. Einfachheit (7)
  11. Ehrlichkeit (11)
  12. Transparenz (-)
  • Der wichtigste Aufsteiger ist der Wert “Gemeinschaft”
  • Den deutlichsten Rangverlust verzeichnet der Wert “Erfolg”
  • Das Design von “Vertrauen/Beziehung” (Trust-Design) übersteuert den bestehenden Ansatz des “Emotional Design”. Konsumenten werden kritischer und sind sich Ihrer widersprüchlichen Interessen als Mitarbeiter, Kunde, Familienangehöriger, Bürger und Aktionär bewusst.
  • Die Grenzen der Maximierung des persönlichen Grenznutzens sind erreicht: Selbstoptimierung verliert seine Stellung als alleiniger Sinn (unternehmerischen) Handelns, sondern soll das Resultat sein, wenn neben den finanziellen auch soziale und ökologische Ziele erreicht werden.
  • Die “Öffnung” hin zu Social-Media wird Mainstream, einfach mal auch das machen, was alle anderen auch machen
  • Die Entkoppelung vom globalen System in lokalen Zusammenschlüssen gibt einem die Kontrolle oder das Kontrollgefühl zurück. In lokalen Gemeinschaften oder virtuellen, vertrauenswürdigen Communities gibt jeder was er kann: Zeit, Aufwand/Arbeit oder Geld

Zusammenfassung in Bezug auf die Implikationen für Unternehmen:

  • Der neue Schlüsselfaktor wird sein, gute Partner und Mitarbeiter zu finden und diese zu halten. Dafür muss man selber ein guter Partner sein und Vertrauen ist das Schlüsselmerkmal dafür.
  • Wer sich um das Wohlergehen seiner Peers sorgt, wird erfolgreich bleiben. Michael Porter hat das als “creating shared value” benannt. Die Erweiterung der Unternehmensziele mit sozialen und ökologischen Vorgaben wird notwendig. Profit alleine kann es nicht sein. Wenn die Unternehmen diese Erweiterung nicht selber machen, dann werden es die Regulationsbehörden tun.
  • Die Arbeitskollegen werden die Träger und Repräsentanten der Unternehmens- und Markenkultur. Alle. Eine Trennung zwischen internen und externen Botschaften ist nicht mehr möglich.

Quelle: Werte-Index 2012 (Wippermann/Krüger)

Emanzipiert, unabhängig, vernetzt und kritisch – Das Modell des Homo Coniunctus ergänzt oder verdrängt den des Homo Oeconomicus

Der Geschäftsmann 2.0 beschäftigt sich nun seit zwei Jahren mit den Veränderungen in dieser Welt. Die neue Stufe der Globalisierung, die komplette und ständige Vernetzung sowie die nachwachsenden Generationen führen auch zu einem Wertewandel. Werte sind normative Elemente der Gesellschaft. Wenn Werte sich ändern, dann ändern sich die meisten Aspekte der Gesellschaft. Man stelle sich nur vor, wenn die Gesellschaft plötzlich kriminelles Handeln dulden würde, so etwas würde in jeder Facette des Lebens Auswirkungen haben, sicher aber auch im Wirtschaftsleben!

Dem Geschäftsmann sind schon seit längerem Veränderungen im Wertesystem der Gesellschaft aufgefallen. Community ist plötzlich wichtig, das abnehmende Streben nach Erfolg oder der “Superstarter” Transparenz. Oder dass gegenteilige Wertehaltungen gleichzeitig gelebt und akzeptiert werden wie z.B die Neotribalisierung ( Community-Zugehörigkeit eben) gleichzeitig eine Über-Individualisierung angestrebt wird. Der Geschäftsmann 2.0 erkennt hier den Wandel vom Homo Oeconomicus zum Homo Coniunctus. Das Modell des Homo Oeconomicus, des rational handelnden und nutzenmaximierenden Menschen wird offensichtlich nicht mehr gültig. Es entstehen neue Regeln und neues Verhalten, basierend auf neuen Werten:

Bekannte Werte des Modells “Homo oeconomicus”

  1. (Persönlicher) Erfolg
  2. Gewinn & Wachstum
  3. Haben
  4. Macht & Egoismus
  5. Privatsphäre
  6. Gleichbehandlung / Gleichstellung
  7. Führung
  8. Hierarchie
  9. Produkt
  10. Zielgruppe
  11. Massenmarkt
  12. Markenmacht
Aufstrebende Werte des “Homo coniunctus”

  1. Gemeinschaft*
  2. Beitrag (Anerkennung)*
  3. Teilen / Nutzen
  4. Uneigennützigkeit & Rücksichtnahme*
  5. Transparenz*
  6. Individualisierung / Personalisierung*
  7. Selbstverantwortung*
  8. Netzwerk*
  9. Beziehung*
  10. Community*
  11. Long Tail
  12. Massenmacht

*=Merkmale des Homo coniunctus, welche im Werte-Index 2012 sofort wiedererkannt werden.

Zum konkreten Thema des Wertewandels in der Gesellschaft gibt es, wie überall, Spezialisten. Bereits in einem früheren Post hat der Geschäftsmann sich den Werteindex 2012 von Peter Wippermann und Jens Krüger näher angeschaut. Der überwiegende Teil der von Wippermann/Krüger identifizierten 12 Top Werte, insbesondere die Aufsteiger-Werte können viel eher dem Modell “Homo coniunctus” zugeordnet werden als dem “Homo oeconomicus” àFett markierte Wertenennungen des Werte-Index 2012:

  1. Freiheit (1)
  2. Familie (3)
  3. Gesundheit (4)
  4. Gemeinschaft (10)
  5. Sicherheit (4)
  6. Erfolg (2)
  7. Anerkennung (8)
  8. Gerechtigkeit (9)
  9. Natur (6)
  10. Einfachheit (7)
  11. Ehrlichkeit (11)
  12. Transparenz (-)

Kurz: Es lebe der Homo Coniunctus – Der vernetzte Mensch!

Bevor sich der Geschäftsmann 2.0 hier in diesem Blog den neuen Regeln und dem neuen Verhalten des Homo Coniunctus widmet, beleuchtet er in einer Serie Namens “Werte-Index 2012” die Arbeiten und Erkenntnisse von Wippermann/Krüger. Es folgen die Artikel:

  1. Werte im Zeitalter des Social Business – Ranking und Zusammenfassung der Werte sowie Hauptimplikationen für Unternehmen: Werte-Index 2012 (1)
  2. Das Weltbild des Homo Coniunctus: Wrap-up des Geschäftsmannes 2.0 auf Basis Werteindex 2012
  3. In welchem Kontext werden die neuen Werte diskutiert und wohin entwickelt sich der Wert?
  4. Erste Annäherung: Der Homo coniunctus & Unternehmen: Wie stellen sich Firmen auf die neue Werte-Welt ein?
  5. DER Aufsteigerwert: Transparenz als Hauptmerkmal des Homo coniunctus

So long Euer Homo coniunctus – Gmann 2.0