Achtung: Totgesagte könnten viel länger leben als gedacht: Google vs Printmedien (Axel Springer)

Verlagshaus 1.0 kontra Adwordskonzern 2.0: Axel Springer ist ein heimlicher König in Deutschland und wird alles tun um in Europa Google zurückzudrängen. Wer der Sieger wird, ist schwer abschätzbar. 

In den letzten Beiträgen hat der Geschäftsmann über die Umwälzung im Werbemarkt geschrieben und Google dabei als grossen Gewinner prognostiziert. Aber Achtung: Nach dem NSA Skandal wird in Europa der EU-Opinion Leader Deutschland das ‘Web 2.0 Heft’ in die Hand nehmen. Die Deutsche Industrie 4.0 Initiative dazu war schon vor der Schnüffelaffäre am Laufen und wird dadurch noch mehr Aufwind erhalten.  Zusammen mit der Opposition der deutschen Verlagshäuser könnte den Web 2.0 Giganten ernste Probleme bereiten. Der Geschäftsmann 2.0 erwartet, dass Facebook und vor allem Google in den nächsten Jahren in der EU ein umso steiferer Wind ins Gesicht blasen wird!

faz_google_16_apr_2014Wann beginnt man mit dem Versuch Google zu zerschlagen? Mathias Döpfner geht bei den Topshots der Deutschen Politik ein und aus. Er ist der Chef von Axel Springer, eines der mächtigsten noch verbleibenden Verlagshäuser dieser Erde. Die klassischen Medien sind in Deutschland nach wie vor über Verhältnis fest im Sattel und konnten in den letzten Jahrzehnten erfolgreich Ihr Geschäftsmodell gegen digitale und auch gegen Printmedien schützen, so gibt es ja bei unseren nördlichen Nachbarn keine Gratiszeitungen. Burda und Axel Springer sind nicht nur die absoluten Meinungsbildner im Land. Sie sind auch in der Lage, die Deutsche Politik direkt zu beeinflussen. Und das werden Sie auch tun. Vordergründig werden von Herrn Dopfner noch offene Briefe an den Google Chef Eric Schmidt geschrieben, aber hinten rum laufen garantiert alle Bemühungen, damit die Deutsche Regierung das natürliche Monopol von Google zerschlägt (zumindest in Europa). So eine Massnahme könnte auch das Überleben der Dinosaurier Springer und Burda und deren aktuellen Geschäftsmodelle sicherstellen.

Es bleibt spannend in der Verlagsindustrie, bei der Digitalen Revolution und auch in der Deutschen Politik, welche auch uns in der Schweiz massgebend beeinflussen wird!

So Long, Euer Geschäftsmann 2.0

 

 

 

Die Deutschen Hoffnungen in Industrie 4.0 werden am Beispiel der Berliner Bemühungen schön aufgezeigt. Dieser zweieinhalbminütige Audiobeitrag ist hörenswert und wirft die Frage auf, wieso wir in der Schweiz diese Strömung nicht aufnehmen!?

Wieder ein ‘Toter’ mehr: Nach der Financial Times DE nun auch das Wall Street Journal DE

Vor fast genau zwei Jahren war die FTD am Ende. Nun hat es das Wall Street Journal Deutschland erwischt. Der Deutsche Ableger des US-Blattes wird Ende 2014 geschlossen, zusammen mit der Türkischen Schwesterausgabe. Das berichtet standard.at.

Rest in Peace Wall Street Journal GermanyDer Geschäftsmann 2.0 berichtete schon mehrmals über den Niedergang der schreibenden Zunft auf diesem Kanal und auch über die Hintergründe, welche nicht nur den Online-Medien und Web 2.0 zuzuschreiben sind, sondern auch der 1.0er – Kultur der Verlagsmanager.  Im konkreten Fall könnte die Schliessung von ‘WSJD’ aber noch andere Gründe haben, sind die Deutschen Verlagsleiter von Axel Springer und Burda die heimlichen Könige im Land. Mehr dazu im nächsten Post.

So Long, Euer Geschäftsmann 2.0

 

 

 

 

 

 

 

Schweizer-Verlagsmanager sind alle 1.0 oder sogar schlimmer: Es herrscht print-geprägte Controller-Mentalität

Einer der letzten Posts des Geschäftsmannes 2.0 handelte vom Niedergang der auf Papier schreibenden Zunft in der Schweiz. Dort behauptete er, dass auch die Journalisten selber für diese Entwicklung verantwortlich zu machen sind. Aber natürlich sind auch andere für den Niedergang mitverantwortlich: Der Ex-Chefredaktor von 20 Minuten online, Hansi Voigt spricht in der aktuellen Ausgabe von Der Sonntag (Ausgabe 5.1.2013) Klartext, was das Management in den Schweizer Verlagshäusern anbelangt:

“…Die Firmenlenker sind mehrheitlich gelernte Drucker, Schriftsetzer oder kommen aus dem Inserate-Verkauf und haben sich finanzbuchhalterisch weitergebildet. Es dominiert die print-geprägte Controller-Mentalität…”

Es lohnt sich, den ganzen Artikel zu lesen: http://www.sonntagonline.ch/ressort/medien/aktuell/ (Direktlink nicht möglich)

 

Das Ende einer Elite: Vom Niedergang der (auf Papier) schreibenden Zunft (in der Schweiz)

In der Handelszeitung vom 29.11.2012 hat sich die Journalistengilde erneut selbst bemitleidet. An sich ist der Untergang der Verlagshäuser und das Verschwinden der Journalisten jedem interessierten Bürger bekannt und nichts Neues. Wieso berichtet dann der Geschäftsmann 2.0 jetzt auch noch da drüber? Das haben schon Tausende andere vor Ihm getan, oder? Eigentlich wegen zwei Sachen: a.) Weil der sehr gut geschriebene Artikel gute Insights gibt und b.) weil der Autor Hanspeter Bürgin trotz der grundsätzlich guten Qualität des Inhalts fundamentale Fehler bei der Identifikation der Ursachen des Niedergangs der Medienbranche begangen hat. Dazu später mehr. Fangen wir mal mit den Infos zum langsamen Sterben und den (nicht überall) abnehmenden Zahleninformationen an:

Als lokale Ausnahmeblätter, welchen es gut geht, werden  20 Minuten und Spiegel online genannt. Es geht weiter mit den Zahlen:

  • Die Auflage des Blick ist seit 2000 um 50% gefallen
  • Die Auflage des Tagesanzeigers ist im gleichen Zeitraum um 30% gefallen (übrigens zu den “stärksten Zeitschriften der Schweiz” siehe hier)
  • In den letzten 5 Jahren nahm in den USA die Gesamtauflage um 20% ab und
  • In Europa waren es 5% (Anm: Ergo haben wir da noch was vor uns…)Aber: andernorts nehmen die Zahlen dank Alphabetisierung und Erstarken der Mittelschicht zu:
    • Die Gesamtauflage von Printmedien nahm in Asien in den letzen  5 Jahren um 15% zu und
    • In Lateinamerika gab es im gleichen Zeitraum ebenfalls eine Zunahme von fast 5%!

So, kommen wir nun zum Fehler, welchen der Autor bei der Identitfikation der Ursachen gemacht hat. Es ist auch irgendwie verständlich, denn es ist ja ein “Interner” welcher das Thema behandelt und nicht ein “Externer” mit einer allenfalls objektiveren Aussensicht: Bürgin nennt zwei Hauptursachen, welche zum Niedergang führen. Einerseits ist da die Digitalisierung der Information und der damit einhergehende Abfluss der Werbung ins Internet (Google alleine mache damit in der Schweiz 500 Millionen Umsatz!) und andererseits sei da die von den Medien selber vorangetriebene Gratiskultur, welche zur Selbstkannibalisierung führt(e).  Im Artikel steht dazu: ”

….Der Durchbruch der Gratiskultur führte zu einem schleichenden Zerfall der Glaubwürdigkeit der Medien. Verlagsmanager und Besitzerfamilien, denen es vor allem um die Rentabilität ihrer Unternehmen und um ihre Dividenden geht, machten immer mehr Konzessionen an die Werber und kreierten Hefte, Beilagen und Extrabünde, die nur noch die Anzeigen im Visier haben. Dafür wurde das Kerngeschäft geschwächt, Redaktionen wurden ausgedünnt und kaum mehr in die Qualität investiert. Der Journalismus (und die Journalisten) stehen unter Druck….”

Der Geschäftsmann 2.0 meint dazu, dass Hr. Bürgin sicher recht hat, was die Digitalisierung unserer Welt anbelangt. Aber bei der Gratiskultur den zweiten Hauptgrund zu suchen, da ist er voll auf dem Holzweg, findet der Gmann.

Es sind nicht die Gratiskultur fördernden Verlage, welche für den Niedergang verantwortlich zu machen sind. Es sind vielmehr die Journalisten selber, welche sich selber das Loch gegraben haben! Journalisten verstanden und verstehen sich immer noch als Hüter der Gerechtigkeit, ja gar Hüter der Demokratie und der Wahrheit! Sie fühlten sich unantastbar und sie waren es lange auch, sprich sie waren eine “Elite“. Ein ganz aktuelles Beispiel kann der interessierte Leser hier im Editorial der Jahresendausgabe 51/2012 der Weltwoche nachlesen. Da versteht sich der Herr Köppel immer noch als Retter der Schweizer Demokratie, der Artikel trieft nur so von Selbstbeweihräucherung und Pathos.

Doch während Demokratisierungsprozessen geht es den Eliten im Gebiet, welches gerade demokratisiert wird, meistens an den Kragen. Und der ganze User Generated Content, sowie die ganze Blogosphäre sind nichts anderes als die Demokratisierung der Medien. Diese wiederum verändern die Wertebilder der Kunden. Bereits in zwei älteren Posts (erster, zweiter)  hat der Geschäftsmann 2.0 darauf hingewiesen, dass man den klassischen (Print-) Medien nicht mehr traut! Sie gelten als intransparent  und beizeiten als unlauter handelnd und als unausgewogen berichtend. Wieso soll also der misstrauische digitale Bürger noch Zeitungen kaufen?  Somit haben wir neben der Digitalisierung der Branche dazu noch die Demokratisierung der Medien und das ist die zweite Ursache!

Nun, welchen Printmedien glaubt denn der Geschäftsmann 2.0? Spontan fallen Ihm die Handelszeitung (Axel Springer) und die NZZ ein, aber er glaubt ja nicht gross den Printmedien, vielmehr glaubt er “privaten” Leuten, welche Ihm vertrauenwürdig, authentisch und transparent scheinen! (Womit wir wiedereinmal mehr bei den neuen Werten wären 😉

So Long, Euer Geschäftsmann 2.0…

Warum der Geschäftsmann 2.0 auf Facebook sein muss und aus den Fehlern der Anderen lernen sollte

“Facebook – die neue Nervenbahn unserer Gesellschaft” so titelt ein Post vom Thomas Knüwer. Dieser Artikel beschreibt treffend, wieso sich Geschäftsleute bzw Führungskräfte ebenfalls auf Facebook engagieren sollten. Wertvoll sind auch die negativen Beispiele, der er dort aufzeigt, sei es von

  •  Christian Wulff, dem deutschen Präsidenten
  •  dem Burda Verlag und
  •  von Lidl.

Insbesondere der Fall Wulff ist interessant. Dort, so analysiert Knüwer, herrscht in der Blogosphäre und in der SocialMedia-Gemeinde eine negative Meinung zum deutschen Bundespräsidenten vor. Im Gegensatz dazu kommunizieren die (TV-) Medien, dass aufgrund einer Telefonumfrage 60% der Bevölkerung meint, Wulff hätte eine zweite Chance verdient. Diese Telefon-Kampagne hätte aber nur eine Minderheit der Deutschen befragt, nämlich die digitalen Exilanten und Randgruppen (Wer nimmt unter Tage noch ein Festnetztelefon ab?). Interessant.

Aber eins zeigt dieses Beispiel: Da zeichnet sich eine Management Revolution ab, Unternehmensführer und auch deren Unternehmungen und Marken, müssen sich dem Dialog im sozialen Web stellen, ansonsten, verlieren sie – egal wie, aber irgendwie!