Der Geschäftsmann 2.0 lebt für Drei – Footprint Rechner

Der Geschäftsmann 2.0 hat einen Lebensstil von 3.3 Welten. Das hat er anhand des Footprint-Rechners des WWF Schweiz errechnet. Der Durchschnitts-Schweizer hat einen Footprint von 2.8. Der Geschäftsmann “verbraucht” also eine halbe Welt mehr als seine Mitbürger. Die Auswertung zeigt auf, dass er beim Konsum Durchschnitt ist und beim Wohnen aufgrund seines Minergie-Hauses erheblich weniger verbraucht als die Masse. Doch er verwendet viele Ressourcen in seine Mobilität, auch wenn er soviel wie möglich den Zug nimmt. Das Schlimmste sind übrigens Flugreisen!

Der Geschäftsmann wird im 2013 versuchen, mal seinen Ressourcenverbrauch bei Mobilität runterzukriegen, beim Konsum ist auch noch etwas machbar (Fleisch & Alkohol). Der Geschäftsmann 2.0 ist sich jedoch bewusst, dass er nicht das Schweizer-Niveau erreichen sollte, sondern die Eins anvisieren sollte!

Wenn Ihr mehr dazu wissen wollt, der Wiki-Artikel dazu hat genau die richtige Länge (Interessantes Detail dazu: Der US-Amerikaner hat einen Footprint von > 6, summa sumarum lebt die USA jedoch weniger schädlich als die Schweiz).

So Long, Euer Geschäftsmann 2.0

 

 

Auf der Suche nach der Bank 2.0 – Alternative Bank Schweiz – Geldgespräch 3.12.2012

ABS Bank
ABS Bank in Olten by Night. Natürlich ein Minergie-P Bau

Der Geschäftsmann 2.0 hat vom Angebot der ABS Bank Gebrauch gemacht und hat sich dieses Finanzinstitut vor Ort in Olten angesehen. An einem Abendanlass referierte Prof. Dr. Marc Chesney über “Die Krankheiten des Finanzsektors” und anschliessend präsentierte der Geschäftsführer Martin Rohner, was sozial-ökologische Banken wie die ABS zur Gesundung dieses Finanzsektors beitragen können.Der Vortragssaal im 4. Stock der Bank war voll. Viele Jüngere Leute, sozusagen keine Kravattenträger!Das Referat von Chesney zeigte verschiedenste Missstände bei den Banken auf:

  • Ein Grundgesetz des Kapitalismus werde durch die Hedge Fonds verletzt: Nämlich derjenige, welcher höhere Risiken trägt entweder mehr bekommt oder im Schadenfall mehr zahlt. Hedge Fonds sind nicht reguliert und können die Risiken an die Gesellschaft abwälzen
  • Dann ist da die Gier: Chesney erwähnt die Boni der UBS-Angestellten oder ein aktuelles Beispiel der Bancia
  • Die ungerechte Einkommen auf unserem Planeten. Von dieser Ungerechtigkeit haben die Finanzinstitute über Massen profitiert
Dabei sprach Chesney von einer Mutation des Homo oeconomicus zum „Homo financiarius“ 😉 (Anm Gmann 2.0: Nice try! Aber der „Homo financiarius“ ist lediglich die schlimmste Ausprägung des Homo Oeconomicus! und lest doch mal das hier). Weiter zeigte er auf, wie sich sogenannte „Finanzinnovationen“, welche eigentlich der Realwirtschaft dienen sollten, die z.B etwas Absichern sollten, zu Wetten mutiert sind.Zusätzlich zur Wette kommt die enorme Komplexität der Produkte (Beispiel CDS) – Chesney spricht von Pyromanen im Finanzmarkt und unterlegt dies mit einem Ausschnitt aus dem öffentlichen „Financial Crysis Report“, welcher von einem Zusammenbruch in den Bereichen „Ethik“ und „Verantwortung“ spricht. Er sagt auch, das heute im 2012, vier Jahre nach Ausbruch der Krise, nicht viel dagegen gemacht worden ist! Und die Steuerzahler finanzieren nach wie vor die Verluste (der Grossbanken).  Eine weitere “Krankheit” ist die bereits im letzten Satz angetönte Krise der Werte: Chesney spricht Zynismus, Verhalten wie eine Prostituierte, keine Ethik mehr und dauernden Vergleichen mit “Frankenstein” (Siehe Bild unten)
Prof Chesney spricht von “Frankenstein-Systemen”! Lesen lohnt sich….
Chesney schliesst mit drei Statements: 1.) Man soll sich mal die horriblen Zustände im Finanzsektor zur Gemüte führen, welche der Geschäftsmann 2.0 schon mal hier auf diesem Kanal angeprangert hat (NY-Times) 2.) Wer mehr wissen will soll responsiblefinance.ch lesen und 3.) “too big to fail” sollte es nicht geben!
 
Der ABS Bank Geschäftsführer Martin Rohner, begann dann in seinem Referat mit dem Kurszerfall von British Petroleum nach der Explosion von Deepwater Horizon. Die Aktionäre flüchteten aber nicht wegen der Naturkatastrophe oder dem offensichtlich nicht nachhaltigen Geschäftsgebahren, sondern sie sorgten sich um den Firmenwert. Als weitere Beispiele nannte Rohner Fukushima oder bei uns in der Schweiz die Zersiedelung.
ABS Bank Chef M. Rohner am Bankgespräch
Die ABS gebe hier klar Gegensteuer: Bei der Photovoltaik war die ABS eine der Ersten und bei Projekten, welche in der Schweiz die Zersiedelung fördern, werden nicht unterstützt. Die ABS Bank lebe nach Ihren Werten. Die ABS lebe nach anderen Werten wie z.B. die UBS, so Rohner. Die Werte der ABS basieren auf 3 Säulen: Die Nachhaltigkeit, ein ethisch reflektiertes Geschäftsmodell und der Impact (der Geschäftstätigkeit).
Im “groben” Detail bedeutet das
  • Ethisch reflektiertes Geschäftsmodell
    -Ganzheitlichkeit
    -Transparenz
    -Konsequenz
    -Partizipation
  •  Nachhaltigkeit
    -Vorbildliche Governance
    -Vorbildliche Personalpolitik
    -Verantwortung der Umwelt gegenüber
    Nachhaltigkeit im Bankgeschäft: Fokus auf nachhaltige Zielgruppen, strenge Ausschlusskriterien
  • Impact: Als Unternehmen
    -Will man die Kunden sensibilsieren und im Finanzplatz Schweiz Position beziehen
    – Im Bankgeschäft will man speziellen Dienstleistungen/Produkten einen Marker setzen. Stellvertretend nennt Rohner die Vergabe der Kredite: Die meisten generieren einen sozialen oder ökologischen Mehrwert!
    -Speziell erwähnt der Chef der Bank den Positionsbezug der Bank. Man dulde weder Schwarzgelder und die Weissgeld-Strategie wird aktiv verfolgt, auch bei Ausländischen Kunden. Die Bank hat keine monetären Anreize für ihre Mitarbeiter, Boni sind ein Fremdwort!!
Fazit: Es war ein spannender Abend mit zwei spannenden Referaten, die ABS sei aber ein Tropfen auf den heissen Stein, so der Tenor im Plenum und auch bei den Referenten bei der anschliessenden Diskussion. Weiter ging die Diskussion in die Richtung “Wie profitabel kann eine nachhaltige Geschäftstätigkeit sein?” – Ein sehr spannendes Thema, findet der Geschäftsmann 2.0….
….Nun: Hat der Geschäftsmann nun eine Bank 2.0 gefunden? Na ja, die ABS ist eine komplette Retailbank, dies hat ja auch schon die ein wenig tiefere Analyse des Geschäftsmannes 2.0 gezeigt und die Bank ist sicher kundenorientiert, aber auch Sie ist nicht “Customer-Driven” oder gar “Stakeholder-Driven”. Im nächsten Bank 2.0 Beitrag wird dann ein weiteres Finanzinstitut angeguckt, welches auf dem Weg dorthin ist!
….So Long, Euer Pavel “Palo” Stacho

Not Evil: Es gibt Sie noch – Die gute Bank! Warum eigentlich nur für wohlhabende Kunden? Die Globalance Bank

In einem der letzten Beiträge ging es um Banken und die notwendigen Innovationen, welche die Branche braucht: Ein konkretes Beispiel für neue Geschäftsmodelle im Privatkundengeschäft liefert die Globalance Bank.

Folgende Schlagworte hat sich die Bank auf die Fahnen geschrieben: Umgang auf gleicher Augenhöhe, unabhängig, tiefe Gebühren/Kosten, keine Retros und komplette Transparenz. Das sind doch Ausdrücke, die dem Leser dieses Kanals nicht unbekannt sein sollten! (Hier hats doch einige Posts dazu)

Der Geschäftsmann 2.0 durfte letzte Woche eine wirklich gute Bank kennenlernen und war sofort begeistert von der Crew rund um Reto Ringger. Dieser scheint sowieso eine sehr rare Spezies zu repräsentieren: Einen Entrepreneur, welcher gleichzeitig ein Banker ist hat der Geschäftsmann 2.0 bisher noch nie zu Gesicht bekommen. Im untenstehenden Video wird in 6 Minuten die Bank erklärt:

Die Herren von der Globalance Bank haben ein echt neues und innovatives Geschäftsmodel im Privatkundengeschäft entwickelt! Sie schlagen die Aktienindizes mit nachhaltigen Investitionen. Sustainability als profitables Geschäft – Es geht doch! – sagt der Geschäftsmann 2.0. In der untenstehenden Grafik wird gezeigt, wie das geht: Die Spezialisten der Bank bewerten die Investitionsobjekte anhand von Nachhaltigkeitskriterien in den Bereichen (Volks)Wirtschaft, Gesellschaft und Umwelt und erstellen so eine Qualifikation, welche sehr gut grafisch aufbereitet werden kann und auch verständlich ist.

Das Team der Globalance beschreitet zwar neue Pfade im Privatkundengeschäft, Ihr innovatives Geschäftsmodell wird aber lediglich Kunden angeboten, welche bereit sind, mehr als 300KCHF anzulegen.

Wieso? Kennen die die Finanzkraft des Long Tails nicht? Mit so einem coolen Angebot könnte man auch den kleinen Anleger beglücken, nicht nur in der Schweiz, sondern überall in der Welt,diese Nische ist global vorhanden! Der Grund warum das nicht passiert offenbart sich, wenn man die Mitarbeiter der Globalance Bank sieht. Das sind eingefleischte Privatkundenberater der alten Schule, welche im persönlichen Gespräch den Kunden beraten. Und für die Ausübung so einer Tätigkeit ist die Kapazität begrenzt, ein Portfolio kann so nicht mehr als einige Hundert Kunden umfassen.

Das findet der Geschäftsmann 2.0 schade, denn diese Bank hat die richtigen Gene für das Zeitalter des Social Business und somit die besten Anlagen, eine richtige, echte Bank 2.0 zu werden. Denn eine Bank 2.0 führt den Dialog und um Sie entsteht eine weltweite Community, wohl auch von Kleinanlegern, welche keine 300’000 CHF zur Anlage verfügen, oder?

Aber der Geschäftsmann 2.0 hat keine Angst, dass in Zukunft die Leute um Hrn. Ringger das auch noch hinbekommen: Diese Bank hat die richtigen Gene….

…genetische Grüsse, Euer Gmann 2.0 “Palo” Pavel Stacho