Wo werden wird die nächsten “Digitalen Aufstände” im 2013 erleben? Russland, Südafrika, Ungarn, Iran?

Im letzten Beitrag hat der Geschäftsmann 2.0 behauptet, dass solche Aufstände wie diejenigen in Brasilien und Türkei noch zunehmen werden. Auf die Frage, “Wo das denn der  Fall sein wird?”, hat er keine Antwort, das kann schlussendlich niemand sagen. Es gibt aber einige Kandidaten: Russland, Südafrika, Ungarn, Iran. Der Geschäftsmann glaubt, dass neben der Stärke und dem Umfang der Unzufriedenheit von verschiedenen Bevölkerungsgruppen auch der “Digitalisierungsgrad einer Gesellschaft”  als Voraussetzung gegeben sein muss. Kurz: Damit so etwas entsteht, muss es viele unzufriedene Menschen im Land geben, welche Social Media nutzen. Das kann man z.B an der Smartphone-Nutzung ablesen: Social-Media Nutzer haben alle ein Smartphone. Und von diesen Smartphone-Nutzern braucht es eine kritische Masse in einer Gesellschaft. Der Geschäftsmann hat zumindest für einige der obig von Ihm genannten Kandidaten Zahlen gefunden (Deloitte):

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In Russland, schwächt sich trotz der riesigen Bodenschätzen die Konjunktur ab und die Regierung wird so wie in der Türkei immer wie autokratischer. Hier besitzt inzwischen 2/3 der Bevölkerung ein Smartphone, Aufstände könnten hier entstehen.

In Südafrika gibt es nachwievor ein starkes Gefälle in der Gesellschaft, davon konnte sich der Geschäftsmann letzthin selber ein Bild machen. Was passiert, wenn Nelson Mandela stirbt? Dann gibt es keine übermenschliche Integrationsfigur mehr im Land. Auch hier besitzen 80% der Mobile-Phone Nutzer ein Smartphone, Aufstände könnten hier entstehen.

Auch Ungarn wird immer wie mehr autokratischer. Die Leute dort haben vor einigen Jahren schon Ihre Pensionskassen verloren, die Medien werden immer wie mehr beschnitten. Leider ist die Smartphone Penetration dort ‘erst’ bei 29%, sprich die sind noch nicht so weit für die ‘Digitale Demo’.

Und da gibt es noch den Iran. Dieses Land kennt der Geschäftsmann nicht aus erster Hand. Fakt ist aber, dass – zumindest von aussen – Auch dort ein striktes Regime herrscht und dieses auch das Internet kontrolliert. Vor den Wahlen mussten lokale Architekten Ihre Konstruktionspläne wieder per Papierpost verschicken, weil das Internet so langsam war. Die aktuell 75 Mio Iraner werden bis in 3 Jahren mehr als 120 Millionen Mobile-Anschlüsse haben! Nur wird in diesem Land das Smartphone noch wenig gebraucht. Aktuell besitzen lediglich gegen 10% ein Smartphone, auch hier gilt wohl: Noch nicht so weit für den ‘Digitalen Protest und zwar noch lange nicht…

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Der Geschäftsmann meint: Harren wir der Dinge, die da kommen werden!

Wenn die EinsNuller etwas zu kontrollieren versuchen, was man mit EinsNuller Methoden nicht mehr kontrollieren kann – Erdogan und die Millenials

Generationenbruch: Mit 1.0 Methoden kann man das Aufbegehren der Jungen nicht mehr runternageln
Generationenbruch: Mit 1.0 Methoden kann man das Aufbegehren der Jungen nicht mehr runternageln

Herr Erdogan ist ein EinsNuller (1.0) und “führt” ein Land von Millenials. Diese Art von Staatsführung das kann auf lange Sicht einfach nicht mehr funktionieren und nicht nur in der Türkei, aktuell lässt Brasilien mit seinen Demonstrationen am Confederations Cup grüssen, wobei die dortige Präsidentin Dilma Rousseff es mit einem weniger autokratischen und rigiden Vorgehen angeht.

Dieses Aufbegehren wird noch zunehmen. Was vor  6 Jahren in Thailand begann (wer erinnert sich noch) und dann in Nordafrika seine Fortsetzung fand, das war erst der Anfang! Die Millenials werden älter und kommen in die aktivste Lebensphase als Spätzwanziger und 30er.

Die Politiker werden den direkten Dialog lernen müssen und sollten von Ihren Elfenbeintürmen runtersteigen und zwar schnell. Das gilt übrigens auch für die Führungskräfte in der Wirtschaft!

Türkei: Zustände wie im Krieg? Nein, viel besser Dank disruptiver Technologie und Web 2.0 – #occupygezi

16.06.13 08:39 «Gewalt wie im Krieg» in Istanbul – Titelte das Schweizer Radio und Fernsehen an diesem Tag. Es war der Morgen nach den nächtlichen Gewalteskalationen in Istanbul: Nach der Stürmung des seit Wochen besetzten Gezi-Parks kam es in der Millionenmetropole zu Strassenschlachten. Polizisten verfolgten Menschen. Anwohner öffneten ihre Türen für die Flüchtenden. Für Montag wurde zum Generalstreik aufgerufen http://www.srf.ch/news/p/jagdszenen-in-istanbul-krawalle-nach-park-stuermung. Bei all den Kravallen sollte man aber nicht vergessen, dass Hr. Erdogan ein demokratisch gewählter Ministerpräsident ist und er sein Handeln legitimiert sieht.

Krieg? Nein, von Krieg kann keine Rede sein, heutzutage sind wir besser dran.  Dank disruptiver Technologie: Smartphone und Web 2.0 machen die Welt besser – oder zumindest weniger schlimm: Wieviele Demonstranten hätte man im schlimmsten Fall – wirklich im schlimmsten Fall – früher verschleppt, gefoltert und gar ‘liquidiert’? Heute landen Sie ‘nur’ auf Tumblr, Flickr oder Facebook.

direngezi

 

“Revolution does not happen, when society adapts new technology, revolution happens when society changes behaviours” (Wer hat das schon wieder gesagt?) – Ist doch ein ziemlicher Verhaltenswechsel, wenn man nicht mehr verschleppt, foltert und erschiesst, oder?  Meint der Geschäftsmann 2.0

Die jungen türkischen Unzufriedenen und das Web 2.0 sind mehr als die Summe Ihrer Teile – United Communities

occupgygezi

 

In der Türkei gibt es viele Unzufriedene. Der Geschäftsmann 2.0 konnte Anfangs dieses Monats einige Tage mit jungen Führungskräften verbringen: “Wir wehren uns gegen die zunehmenden Restriktionen in unserem Leben, Palo“, sagte mir ein junger Unternehmensleiter, welcher durchaus einiges zu verlieren hat, wenn er sich gegen die -demokratisch gewählte – Führungspartei Erdogans stellt. Trotzdem leistet auch dieser junge Mann passiven Widerstand gegen die aktive Diskrimination. Diskriminiert werden Schwule, Armenier, Atheisten, Mitglieder der islamischen – aber liberalen Alevi-Minderheit und die Säkularisten fühlen sich gegängelt durch die Einschränkung des Alkoholkonsums. Bei den Liberalen ist die Rage über die erschreckende Menge der Journalisten hinter Gittern gross und die Kurden wurden ebenfalls aufgrund der vagen Antiterror Gesetze zuhauf eingesperrt. 

Komplett verschiedene Gruppierungen mit verschiedenen Anliegen, verschiedenen Religionen und sogar mit verschiedenen Muttersprachen – aber alle unzufrieden – tun sich zusammen, einfach so, über Facebook, Tumblr, und Flickr. Es sind eben alles türkische Millenials.

Jede Gruppe für sich alleine stellt noch keine Revolution auf die Beine, aber zusammen ist das durchaus möglich. Was früher undenkbar schien gehört zur neuen Realität der Millenials – “Social communities are the armies of the 21st Century” – Und in der Türkei haben wir aktuell ‘United Communities!’

Occupy auf Türkisch – Mit blutigen Bandagen: Der blutige Freitag in Istanbul 31.5.2013

Schreckliche Bilder vom 31.5.2013 aus Istanbul, siehe Tumblr
Schreckliche Bilder vom 31.5.2013 aus Istanbul, siehe Tumblr

Offensichtlich geht es aktuell in der Türkei sehr blutig zu. Der Geschäftsmann 2.0 bedauert die Vorkommnisse in Istanbul. Bekommen nun die Türken auch Ihre 99%?  Auf jeden Fall zahlen Sie einen bedeutend höheren Blutzoll. Man stelle sich vor, wenn die Polizei in Bern letzten Samstag auch so gegen die Tanz Dich Frei bzw. den “schwarzen Block” vorgegangen wäre. Vergessen wir nie, in welcher wundervollen Demokratie wir leben!

Hier gehts zur Occupy-Seite auf Tumblr, Aktueller Stand (1.6.2013) auf Zeit Online. Schweiz Magazin berichtet von eingeschränkten Mobile-Netzen und eingeschränktem Internetzugang, dabei sind die Fakten bereits überall auf dem Globus schon verteilt worden (Siehe Tumblr-Site, welche bereits 40’000 mal geteilt wurde, seit gestern). In den türkischen Medien sind aktuell keine solche Bilder zu sehen!

 

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Mehr Beiträge des Geschäftsmannes zum Thema 99% gibt es hier