Schon gesehen? OpenStreetMap als Alternative zu Google Maps

Öffentliche Karten und Registerdaten werden im Rahmen weltweiter OpenData Initiativen von Privatpersonen in einem freien Projekt namens OpenStreetMap zusammengeführt und mit lokalen Informationen angereichert. Die Qualität wird sich mit derjenigen von Google Maps messen können, mit der von Apple-Maps sowieso.

Die Quellmattstrasse in Ipsach (CH) auf OpenStreetmap
Die Quellmattstrasse in Ipsach (CH) auf OpenStreetmap

OpenStreetMap ist ein Projekt, welches freie geografische Daten erstellt und bereitstellt. Aus diesen Daten können zum Beispiel Straßen-, Wander- oder Fahrradkarten, Routenplaner oder andere wissenswerte Informationen erstellt werden. Unter OpenStreetMap.org kann man fast genau gleich wie z.B mit Google Maps Adressen suchen. Adressen sind wichtig für die Gesellschaft und für die Wirtschaft. Korrekte, komplette und integre Adressdaten, welche zuverlässig sind. In solchen Sachen vertrauen Behörden und Unternehmen eher öffentlichen Daten und Diensten. Google Maps ist somit eine Lösung, welche da nur bedingt geeignet ist. OSM hat aber ähnlich wie das Produkt von Google verschiedene Kartenansichten. Da gibt es ebenfalls verschiedene Kartenebenen: die Standardansicht, eine sehr gut gemachte Radfahrerkarte, Verkehrskarten, eine Mapo Karte (MapQuest Open) und eine “Humanitarian”-Karte. Letztere zeigt Sachen wie Post, Kindergarten, Bank, Schulen etc.

Zum Vergleich: Google Maps der gleichen Adresse
Zum Vergleich: Google Maps der gleichen Adresse

OpenStreetMap Community – Im Web 2.0 gibt es für fast alles eine Community, welche sich entsprechend den Gesetzen der Crowd selber organisiert. OpenStreetMap in der Schweiz wird von knapp 180 Enthusiasten getrieben, in den USA sind es gegen 280. Eine Überaschung bietet

Googlephobia by Satoshi Kimbayashi
Deutsche Googlephobie

Deutschland, dort sind es gar 1700 Leute, welche in den Strassen rumlaufen, photo- und kartographieren. Naja, eigentlich ist das keine Ueberraschung bei der Googlephobie der Deutschen. Die Mitglieder leisten Ihren Beitrag, in dem Sie die (öffentlichen) Karten- und Adressdaten korrigieren und anreichern. So hat zum Beispiel für unser Beispiel oben ein gewisser Johnny Graber auf OSM die Informationen gepflegt. Er hat einige Maps im Schweizer Seeland übearbeitet hat, wie man unten sieht:

Überarbeitungen von OpenMapData Informationen eines Community Users
Überarbeitungen von OpenMapData Informationen eines bestimmten Community Users

Eine gute Sache, meint der Geschäftsmann 2.0. Auch wenn er Google mag, vertraut er lieber auf OpenData. Nur muss sich OpenStreetMap sputen, Google hat in vielen Ländern das komplettere Karten- und Adressmaterial und vorallem die bessere Suchfunktion.

Weitergehende Links:

So Long, Euer Geschäftsmann 2.0

Vortrag guild42.ch Fit für Web 3.0 – Semantische Technologien

Die Event und Networkingplattform für IT namens “Guild42.ch” präsentierte am 17.3.2014 ein Seminar zum Thema “Web 3.0 – Semantische Technologien”. Frau Ursula Deriu von der Tirsus GmbH führte in das Thema ein.

So wie das der Geschäftsmann 2.0 begriffen hat, hat Web 3.0 mit folgenden Themen etwas zu tun:

  • Data Science
  • Internet of Things
  • Big Data
  • Linked Data

Der Vater von Web 3.0 sei Tim Berners Lee und es gehe dabei vorallem ums semantische Web, das Thema ist auch nicht neu, wurde doch der Term bereits um 2001 geprägt. Es geht weitgehend um die “natürliche Verwendung” des Internets, insbesondere der natürlichen Sprachsuche.

Semantische Technologien beziehen sich vorallem auf “Linked Data”

Semantische Technologien liefern Antworten auf folgende Fragen:

  1. Wie extrahiert man automatisch strukturierte Daten aus “natürlichen” Texten?
  2. Wie erkennt man automatisch die Bedeutung eines natürlichen Textes?
  3. Wie werden natürliche Texte so aufbereitet, dass diese (erweiterte) Suchmaschinen sinnvoll durchsuchen können?

Frau Deriu zeigte auf, welchen Nutzen das semantische Web für den Nutzer / User bieten kann. Diese liegen auf der Hand: Man kann das Internet auf ganz natürliche Art und Weise nutzen. Die Firma wird viel einfacher im Netz sichtbar werden, da der Surfer ganz natürlich das findet, was er sucht (sorry wegen den vielen “natürlich”).

Weiter ging die Referentin auf die benötigte Infrastruktur ein, welche sich seit Jahren im Aufbau befindet. Dabei handelte es sich viel um solche Fremdwörter wie “Folksnomien”, “Nomenklaturen” oder Ontologien ( = Ein für ein Themengebiet harmonisierter Satz von Begriffen) und sie wies darauf hin, dass überall in der Welt immer wie mehr solche Ontologien aufgebaut werden, wie z.B Begriffe rund um das Leben im Meer oder eine Begriffswelt für eCommerce. Kurz: Semantik Web dreht sich weitgehend um unvierselles, globales Wissensmanagement.

Auch zeigte die Referenten den “Semantic Web Layer Cake” und auf die wohl wichtigsten technischen Standards ein, nämlich die Inhaltsformate namens RDF und SPARQL

Semantic Web Data Layer Cake @guild42 Presentation
Der semantic Layer Cake

Eine Facette des semantischen Web ist auch das Thema “Open Government Data”. Ämter der öffentlichen Hand sollten Ihre frei zugänglichen Daten eben genau in diesen RDF und SPARQL Formaten publizieren, damit diese dann von Maschinen und Tools sauber gelesen werden können. Für diese publizierten Daten sind dann eben diese Begriffswelten, diese Ontologien verfügbar. Dadurch werden dann die Daten effektiv zu Informationen und zwar zu vergleichbaren Informationen! …von Maschinen vergleichbaren Informationen. Und der grösste Clou dabei ist, dass diese Informationen nicht nur innerhalb eines Themengebietes (einer Ontologie) verglichen werden können, sondern über Themengebiete hinweg. So muss man auch diese “Open Data Cloud” verstehen, welche zeigt, wie diese vielen und immer noch wachsenden Ontologien miteinander verbunden sind:

Open Data Cloud
Verbundes Wissensmanagement auf Basis von semantischem Web: Die Open Data Cloud verbindet die Ontologien http://lod-cloud.net/

Dann wurde es ganz technisch, nämlich wie man solche semantischen Abfragen programmiert, was Tripel sind, welche OWL2-Regeln dabei zum Zuge kommen, die Verwendung von Apache-Lena, etc. Hardcore Softwareentwicklerzeugs eben….

Zu guter Letzt wurde ein nettes Beispiel gezeigt. Mit Semantic Web und Linked Data können Beziehungsmaschinen Verbindungen aufzeigen. Der untenstehende Printscreen zeigt den “Relation Finder“, welcher die Beziehungen zwischen “Fiat” und “Ferrari” grafisch aufzeigt.

Relation Finder - Beziehung Ferrari zu Fiat
Relation Finder – Beziehung Ferrari zu Fiat

Fazit Gmann 2.0: Es war ein recht interessanter – technischer – Vortrag zum Thema “Semantic Web” und um die “Fruchtbarmachung” von unstrukturierten Inhalten und die Vernetzung von Wissen. Google Glass und SIRI werden damit einfach noch gescheiter. Deswegen jetzt von Web 3.0 zu sprechen, das findet der Geschäftsmann 2.0 doch ein wenig übertrieben. Es gibt sowieso keine höhere Version des Internet. Web 1.0 repräsentiert das prä-soziale Zeitalter und Web 2.0 ist das heutige Internet, das nach der digitalen Disruption. Und: Semantische Suche ist ja voll “sozial”, denn sie ist ja absolut menschengerecht, oder?

Ach ja: Der Anlass wurde von Centeractive, Born und Netcetera gesponsored. Vielen Dank!

So Long, Euer getripelter Geschäftsmann 2.0

PS: Die Schweizerischen Verwaltungseinheiten sind bei dieser Entwicklung recht weit mit vorne dabei, sei doch die Schweiz auf Platz #22 im weltweiten Open Government Data Ranking. Das Bundesamt für Statistik ist aktuell mit aller Kraft daran, hier im Ranking weiter nach vorne zu kommen. Wir sind gespannt, wo die Schweiz Mitte 2015 im Ranking stehen wird.

 

Nix mit „Weisheit der Massen“!

Die Weisheit der Massen – oder eher die Weisheit der Eliten? – Onlinebürgerforum Stadt Zürich 2011

Dem Geschäftsmann 2.0 ist da noch was älteres in die Hände gefallen: Im September 2011 hat die Stadt Zürich eine dreitägige Stadtdebatte zu einem Ihrer Legislaturschwerpunkte – “Stadt und Quartiere gemeinsam gestalten” durchgeführt. Währen dreier Tage konnten interessierte Bürgerinnen und Bürger in einem Onlineforum zu fünf verschiedenen Tehmenblocks diskutieren, Vorschläge machen, Lob oder Kritik üben. Natürlich waren auch Fragen möglich. Da kamen Statements wie “Mehr Wohnung oder mehr Arbeitsplätze?” oder “Der wahre Grund für das Wachstum liegt in der Attraktivität von Zürich, diese zieht die Menschen an” oder “Als Velo fahrender Städter bin ich auch in der Tat der Meinung, dass die Strassen in der Stadt Zürich eher mir gehörten, als den mit dem Auto pendelnden Auswärtigen”. 😉 Details kann man unter http://www.stadt-zuerich.ch einsehen.

Es ist aber auch interessant, wenn man schaut, wer da so mitgemacht hat:

3550 Bürger nahmen teil
2000 Beiträge wurden gepostet
2/3 waren zwischen 40 und 65 Jahre alt
65 % waren männlich
85% hatten einen Hochschulabschluss

Die die mitgemacht haben, waren das alles Zürcher? Und die 3500 Teilnehmer dünken mich zwar viel für den 3-tägigen Zeitraum aber wenig gemessen an der Einwohnerzahl der Stadt. Und vorallem: Wie steht es mit der Relevanz der Aussagen, wenn das Bürgerforum nur durch Studierte in Anspruch genommen worden ist?

Aus meiner Sicht ist “nix da mit Wisdom of Crowds”. Das ist eher der Aktivismus einer älteren Elite, oder?

So Long, Euer Geschäftsmann 2.0

Open Government Data als E-Gov Hype im 2012

Der Geschäftsmann 2.0 interagiert digital mit dem Staat und es wird noch besser: „Open Government Data“  (OGD) als neuer Hype bei der Verwaltung:

Am „5. Nationalen eGovernment-Symposium“ vom 15.11.2011 in Bern war „Open Government Data“  (OGD)  – DER – Schwerpunkt. Die einigen hundert Teilnehmer aus Wirtschaft, Bund und Kantonen, unter Ihnen auch Bundesrätin Widmer-Schlumpf, konnten diverse Beiträge, Fachreferate und Workshops zum Thema eGovernment verfolgen.  Dabei war der digitale Zugang zu allen ordentlichen Daten der Verwaltung das Thema des Tages, was auch klar ist: Endlich zeigt das dafür geschaffene “Oeffentlichkeits-Prinzip Gesetz” Wirkung und ist nun auch in der Bundesinformatik angekommen . Zum Thema OGD wurde auch realtime eine Umfrage unter den Teilnehmern durchgeführt, welche klar aufzeigt, dass das Publikum darin einen grossen Nutzen sieht, obschon wieder einmal Vorbehalte zur Datensicherheit gemacht worden sind. Aus meiner Optik wird der Datensicherheit auch hier zuviel Beachtung geschenkt, was auch verständlich ist, zumal wohl gegen 100% der Teilnehmer 40-jährig und älter waren…

… und auch die Politik schläft nicht: Kurz vor Weihnachten haben doch tatsächlich gegen 60 Politiker quer über alle Parteigrenzen (Hörthört: Da gibt es tatsächlich eine “Parlamentarische Gruppe Digitale Nachhaltigkeit”) hinweg ein Open Government Data Manifest (sic!) unterzeichnet.  Damit befürworten die unterzeichnenden Politikerinnen und Politiker “Open Government Data” Vorhaben der in ihrem Verantwortungsbereich angesiedelten Verwaltungseinheiten.  Ausserdem beabsichtigen die Parlamentarier, Vorstösse und notwendige Reformprozesse zu unterstützen, damit die öffentlichen Institutionen künftig verstärkt die Prinzipien von Open Government Data einhalten können. Die an diesem Anlass gezeigte Folienshow zu diesem Thema gibt es hier. Dabei ist auch von der Gründung des Vereins opendata.ch die Rede, der am 19. Januar 2012 gegründet werden soll.Interessanterweise ist http://www.opendata.ch bereits schon einiger Zeit aktiv. Ziel dieses Vereins ist eine “OGD-Studie Schweiz”, was aufzeigt, dass Open Data bei der Schweizer Verwaltung noch in einem sehr frühen Stadium ist. Trotzdem: Wir sind gespannt wie es da weitergeht!

#egs11  #ogd

Blog der “Parlamentarischen Gruppe Digitale Nachhaltigkeit”

So Long, Pavel „Palo“ Stacho