Jetzt hat sich die IBM Social Business auf die Fahnen geschrieben – IBM Symposium im KKL 7.5.2013

Der Geschäftsmann 2.0 bloggt nun schon einige Jahre über Social Business. Die SGO hat bereits letztes Jahr an mehreren Anlässen Social Business aufs Parkett gebracht.

Und jetzt kommt die IBM. Das diesjährige Symposium hat einen klaren Fokus auf Social Business. Die werden sogar eine Vice-President for Social Business einfliegen lassen.

Wahrscheinlich bleibt dem Gmann 2.0 nichts anderes übrig, als ins KKL zu gehen und sich das anzuschauen… …die IBM hat ja in den letzten Jahren mit ausgezeichneter Literatur bewiesen (hier), dass Sie hier gut mitreden kann

ibmsymposium2013
Klick auf Logo zum link

Die Abzocker-Initiative hat nun definitiv den Weg für die Revolution des Social Business in der Schweiz geebnet – Die grosse Transformation läuft jetzt voll, zumindest in der Schweiz

Da der Geschäftsmann 2.0 soviel im Vorfeld über diesen wichtigen “compelling event” für die Gesellschaft und Wirtschaft in der Schweiz geschrieben hat, muss er wohl jetzt nach der Abstimmung auch einige Zeilen dazu schreiben.

Es freut den Geschäftsmann, dass seine Vorhersagen und Analysen zum Thema Abzhocker-Initiative vollumfänglich eingetreten sind und richtig waren. Aber vor allem freut es den Geschäftsmann 2.0, dass seine Sicht auf die Revolution des Social Business durch die Abstimmung gestärkt worden ist: 2013 kommen die Aktionäre an die Macht (Beitrag hier) und auch die die Machtverschiebung, weg von den Bossen hin zu den Bürgern/ Mitarbeitern/ Aktionären/ Kunden wird sich akzentuieren!

Die Schweiz wird ein Front-Runner des Social Business werden. Das liegt einerseits auf der Hand, denn die Schweiz ist multilingual, polykulturell, globalisiert und hochdemokratisch. Andererseits hat das auch Tradition, so war die Schweiz auch bereits das zweite kontinentaleuropäische Land, welches von der industriellen Revolution erfasst wurde.

Social Business verändert die Welt! 

So Long, Euer Geschäftsmann 2.0 – Palo “Pavel” Stacho

Die 12 Vorsätze des Geschäftsmannes 2.0 zum neuen Jahr

Soll ich nun auch einen Rückblick und einen Ausblick schreiben?” fragte sich der Gmann 2.0 letztens. “Neeein, ich muss nicht alles den Anderen nachmachen“. Zumindest einen Rückblick gibt es nicht, beim Ausblick 2013 wird der Geschäftsmann 2.0 es wohl nicht verhindern können, einen Artikel zu schreiben. Denn es wird wiederum ein grossartiges Jahr für den deutschsprachigen Raum werden und 2013 ist aus Optik der ZwoNull ein Kandidat für ein ungemein spannendes Jahr! Dazu mehr in späteren Posts. Dieser Artikel hier dreht sich um seine  “Geschäftsmann 2.0 – Vorsätze“. Nun, welche Dinge zur “ZwoNull” hat er sich für 2013 vorgenommen?

  1. Endlich Evernote zu brauchen
  2. Mit Google Analytics arbeiten
  3. Sich für ein neues Tablet entscheiden und kaufen
  4. Sein Passwortmanagement anhand von OpenID, gegebenenfalls mit Clavid, endlich regeln .
  5. Die Creative Commons begreifen
  6. Ein Smartphonebasiertes – ERP einführen
  7. Die Familien Homepage hochschalten
  8. Die Shit- und Hitliste einführen
  9. Den ersten Video-Blogbeitrag erstellen
  10. Eine neue Berufung finden
  11. Das Buch zu “Social Business” fertig schreiben
  12. Endlich den “Economist” und “Wired” abonnieren

Und hier noch das “Warum”:

  1. Evernote erweitert und strukturiert das eigene, wie auch das “virtuelle” Gedächtnis und der Geschäftsmann 2.0 ist momentan doch sehr gefordert mit seinem Gedächtnis und mit den Unmengen von Geräten und elektronischen/physischen Ablagen. Er weiss seit Jahren, dass Evernote DIE Hilfe ist, aber eben: Wissen ist das eine – Machen das Andere…
  2. Google Analytics: In der Welt des www kann man alles messen. Und um erfolgreich zu bleiben, muss man auch alles messen! Gewisse Sachen muss die Führungskraft auch mal selber gemacht haben, sie kann nicht alles delegieren, sie muss auch selber mal was messen können.
  3. Welches Tablet soll es sein? Sicher kein Kindle Fire. Momentan stehen drei Modelle zur Auswahl: Ipad, Ipad Mini und Microsoft Surface. Bis anhin war der kleine Microsoft Surface mit Windows 8 RT der Topkandidat. Leider bietet Microsoft diesen nicht in der Schweiz an und somit gibt es keines dieser smarten Tastaturen, die im Cover integriert sind. Der Ipad sollte beim Geschäftsmann zwar unbedingt ersetzt werden, es fehlt ja inzwischen die Hälfte des Glases, aber ab Generation 3 sind die Dinger einfach “zu” schwer und “zu” warm. Beim Ipad Mini weiss der Gmann nicht, ob er nicht zu klein ist, auch nach dem 5 Besuch des Apple Store nicht, die inzwischen verfügbaren Ipad Mini Keyboards sind aber schon cool.
  4. Der Geschäftsmann verwaltet Unmengen von Passwörtern und es werden immer mehr. Es muss eine systembasierte sichere Lösung her. Er präferiert hier OpenID und den Anbieter Clavid.
  5. Die Welt profitiert von offenem Wissen und offenen Inhalten. Die Creative Commons regeln die Rechte von “Allgemeingut” im Web. Der Geschäftsmann 2.0 möchte auch “sein Allgemeingut” im Web und deren Rechte mal regeln.
  6. Der PC stirbt und das Tablet/Smartphone übernimmt diese Rolle. ERP-Systeme gehören auf das Smarphone und in die Cloud. Jetzt anfangen, vielleicht mit Mila.
  7. Innert zwei Jahren hat das Internet den Fernseher als Leitmedium abgelöst und die ganze Familie ist aktiver und auch kritischer geworden. Digitale Bürger brauchen auch eine Plattform und ein Sprachrohr im Web (und nicht nur auf Facebook/Twitter)
  8. Auf der Shit- und Hitliste werden die schlechten und guten Erfahrungen mit Firmen dokumentiert. Da gibt es inzwischen einige Einträge für vorbildlich agierende Firmen wie auch für Unternehmen, welche Ihre Kunden, Aktionäre und Mitarbeiter mit den Füssen treten!
  9. Die Zukunft wird multimedial. Und: Videos zu einem Thema ranken viel höher bei Google-Search als Text! Die Führungskraft 2.0 muss in der Lage sein, selber Web-Content zu erfassen und zu pflegen, das ist Pflicht. Mal ein Video zu erstellen hochzuladen, das ist dann die Kür (oder Hobby…).
  10. Eine neue Berufung finden: Der Geschäftsmann 2.0 sucht sich einen neuen Job! Als Führungskraft 2.0, als Coach zum Thema 2.0 und Führung oder zu Social Business, als Berater zu diesen Themen oder als Projektleiter und Business Analyst, das macht er nämlich auch gerne. Auch die Tätigkeit als CCO würde Ihn begeistern. Wenn jemand für Ihn ein Jobangebot hat, bitte melden!
  11. Trägt nicht jeder ein Buch in sich?
  12. Es gibt aus Sicht des Geschäftsmannes lediglich zwei Printmedien, welche in der heutigen Zeit es wirklich verdienen, abonniert zu werden: Den Economist für den Teil “Geschäftsmann” und “Wired” für den Teil 2.0. Und beide hat der Geschäftsmann noch nicht abonniert! Das muss sich ändern.

Die hiesigen Banken gehen den falschen Weg, auf jeden Fall nicht in Richtung Bank 2.0

Ueber den Jahreswechsel liest der Geschäftsmann auch Printmedien – ausnahmsweise. In der Handelszeitung 51/52 2012 titelt ein Artikel mit “Ausweitung der Wohlfühlzone“. Im Artikel werden die “Anstrengungen” der Schweizer Retailbanken beim Aufbau von neuen Konzepten für das Retailbanking beschrieben. Da ist von “Begegnungsbank” die Rede, oder dass die neuen physischen Filialen die Bank “emotional erlebbar machen” sollen. So ein Seich! Wenigstens zitiert die Handelszeitung den Oliver Fiechter*, dass unsere Banken den grundlegenden (durch das Internet induzierten) Wandel verschlafen. Der Geschäftsmann hat ja zu diesem Thema ebenfalls einen beachteten Artikel geschrieben: Warum Grossbanken das Retailgeschäft verlieren werden, zwar aus einer anderen Optik, aber in die gleiche Richtung weisend wie der Beitrag aus der Handelszeitung.

Wie die meisten will der Geschäftsmann 2.0 KEINE Begegnungsbank. Er hat schon genug Begegnungen am Bankschalter, nämlich in der Warteschlange! Nachdem bei Ihm im Dorf, nach der UBS nun auch die Credit-Suisse den zweiten Schalter in der Filiale rückgebaut hat ist er nun bei der Valiant. Die hat nämlich noch zwei Schalter, wie übrigens die BEKB auch. Und der Geschäftsmann 2.0 will nur etwas: Wenn es “Einsnullmässig” sein muss, schnell seine Geschäfte erledigen und wieder raus aus der Bank.

*Oliver Fiechter’s Buch kann der Geschäftsmann nur empfehlen, es liegt bei Ihm noch auf dem Stapel mit an- /ungelesenen Büchern, auf einer hohen Warteposition

 

Er hat ein echtes “Geschäftsmann 2.0 Weihnachtsgeschenk” bekommen! “Mind the Future” von W.I.R.E

IMAG0262Die Rückkehr des Glaubens”, “die Epidemien des 21. Jhdt”, “die neue Mittelklasse”, “Blütezeit der Schattenwirtschaft”, “Rückkehr zum Regionalen”, “Siegeszug der offenen Netzwerke”, “der globale Sommer” oder “soziale Unternehmer”: Das sind lediglich einige der Unterschriften auf den Karteikarten eines der schönsten Weihnachtsgeschenke, welches der Geschäftsmann 2.0 bekommen hat. Ein befreundetes Ehepaar – übrigens eifrige Blogleser – haben dem Geschäftsmann ein Super-Geschenk zukommen lassen:

 Es ist ein Satz Karteikarten mit dem Titel “Mind the Future” – Kompendium für Gegenwartstrends. Der u.A. von der Sarasin Stiftung gesponserte Thinktank W.I.R.E. hat wirklich eine sehr schöne Box zu den Megatrends der heutigen Zeit rausgebracht, ein Thema, mit welchem sich der Geschäftsmann ja schon früher in diesem Jahr beschäftigt hat. Gegliedert nach den Rubriken Demographie, Wirtschaft, Ökologie, Politik, Technologie, Gesellschaft und Dilemmas werden sozusagen alle Stammtischthemen sachlich in knapper Form auf den Punkt gebracht. Ungeachtet der wundervollen Aufmachung der Box und der Karten muss der Geschäftsmann sagen, dass er nicht alle prognostizierten Trends teilt! Mehr dazu kann der Leser wohl in den Kommentaren zu diesem in der Altjahreswoche entnehmen, sofern der Geschäftsmann 2.0 in den Bergen Lust hat , in die Tasten zu greifen…

IMAG0261-1

Nun stellt sich die Frage, wie der Geschäftsmann diese wundervolle Box jeweils unversehrt an den Stammtisch bekommt….und wieder nach Hause…

Weihnachtliche Grüsse, Euer Geschäftsmann 2.0

Grossbanken werden das Retailgeschäft verlieren

Der Geschäftsmann hat mit seiner kleinen Serie zum Thema Bank 2.0 doch einigen Anklang gefunden, vielen Dank fürs Lesen! In einem der letzten Posts zu diesem Thema hat er bereits bemerkt, dass die Banken – vorallem die Grossbanken – sich nicht allzu sicher sein sollten, was Ihre Zukunft anbelangt (hier). Er ist nicht der Einzige, welcher sich zu diesem Thema Gedanken macht. Im Rahmen seiner Arbeiten zum Thema “Customer Experience” ist der Geschäftsmann 2.0 auf ein Buch von zwei Mitarbeitern der Firma Forrester Research gestossen. Harley Manning und Kerry Bodine haben in Ihrem kürzlich erschienen Buch “Outside In” : The Power of Putting Customers at the Center of Your Business ein sackstarkes Werk abgeliefert, in welchem Sie auch voraussagen, dass die U.S. Grossbanken das Retailbankengeschäft verlieren werden! Der Geschäftsmann 2.0 glaubt, dass sowas durchaus auch in Europa möglich wird. Oder kann die nachfolgend beschriebene Situation nicht auch bei uns eintreten?

Grosse Banken werden das Rennen ums Retail Banking verlieren. Die Geschäftsmodelle von US Banken waren und sind im Kreuzfeuer der Regulatoren und der Wettbewerbsbehörden. Ihnen wurden Beschränkungen auferlegt, wieviel diese beim Kreditkartengeschäft, bei Kontoüberzügen oder bei den Karten-Transaktionsgebühren verdienen dürfen. Solche Eingriffe sind nicht verwunderlich, sind doch die Bankkunden und somit die Wähler entzürnt über die von den Banken angerichtete Immobilienkrise, welche in den USA in die zweite Grosse Rezession mündete. Die Kombination dieser neuen Beschränkungen und die schwache Wirtschaftslage kostete den Banken Milliarden von Dollars. Auf der Suche nach neuen Einkunftsmöglichkeiten im Endkundengeschäft, sprich im Retailbanking, erhöhten oder kreierten die Grossbanken neue Gebührenmodelle: Transaktionsgebühren bei Debitkarten (Bei uns weniger bekannt, dass sind Karten mit Geld drauf und häufig ohne Kreditlimite), Kosten bei Papierauszügen, Saldierungen von Konten und sogar Gebühren beim Kontaktieren eines Bankangestellten! (Details).

Es ist die Regel, dass wirtschaftliche Strömungen mit einem Verzug von 12+ Monaten jeweils von den USA her nach Europa herüberschwappen. Die Tatsache, dass jetzt gerade die mediale Aufregung über die diverse Gebührenänderungen von Schweizer Finanzinstituten hochkocht, beweist dies umso mehr (Dezember 2012).

Es ist nicht verwunderlich, dass die amerikanischen Grossbanken sehr schwach sind, was die Kundenzufriedenheit anbelangt. Der sogenannte “Customer Experience Index 2012” der Firma Forrester zeigt, dass die U.S. Bankriesen darin schlecht (Citibank, Wells Fargo, Chase) oder gar sehr schlecht (Bank of America) abschneiden. Im Gegensatz dazu zeigen die lokalen Sparkassen (Credit Unions) eine viel bessere Bewertung. Was jetzt kommt, das kennen wir auch in der Schweiz: Die Sparkassen konnten einen massiven Zulauf an Geldern verzeichnen, als im Herbst 2011 die Grossen allen voran die Bank of America, ihr Gebührenmodell änderten. Innerhalb von 4 Wochen gewannen die Sparkassen 650’000 (!) neue Kunden mit 4.5 Mia USD Neueinlagen! Mehr Details siehe hier. Banken, welche an Ihrem bestehenden Geschäftsmodell festhalten und Kundenorientierung mit den Füssen stossen, werden in Zukunft weiter Kunden verlieren, auch in Europa. Sie werden sich weiter wegen Ihren Gebühren mit den Gesetzgebern, den Regulierungsbehörden und Kunden herumschlagen, anstelle eine neue Ausrichtung, ein neues – kundenzentrisches – Geschäftsmodell zu entwerfen und umzusetzen. Für diese Entwicklung darf man nicht allein die aktuell grassierende Regulierungswut* in der Finanzbranche verantwortlich machen: Es ist der neue Kunde, der “Social Customer“, welcher vernetzter, emanzipierter und misstrauischer als je zuvor gebärt. Welchen die Nachricht der Gebührenerhöhung duchr die Bank in Echtzeit erreicht. Der “Social Customer” ist auch aktiver, was sich zum Beisipel in Initiativen wie dem “Bank Transfer Day” manifestiert, welcher natürlich – wie könnte es auch ander seins – über Facebook organisiert wurde. Dort wurden die Kunden aufgerufen, von den Grossbanken zu den Sparkassen zu wechseln. (Anmerkung des Geschäftsmannes: Diejenigen Banker unter den Lesern, welche sich denken, dass das Wort “aufmüpfig” den Kern der Sache wohl besser treffen würde, denen kann der Gmann nur sagen: “Sie haben bereits verloren! Ändern Sie Ihre Haltung, sofort.” Sie brauchen Ihre Kunden mehr als diese Sie brauchen) Hier geht’s zur Facebook-Page des Transfer Day.

Wenn das nun so weiter geht, dann werden einerseits die kleineren Finanzinstitute von dieser Entwicklung profitieren und auch die in einem früheren Post beschriebenen Direktbanken werden erstarken. Finanzinstitute, welche customer-driven sind und sich auf Ihre Fahne geschrieben haben, dass sie das Richtige für Ihre Kunden tun. Manning und Bodine nennen dafür als Beispiel die Leitsätze der Ally Bank: “Wir machen es aus Sicht unserer Kunden richtig”,Wir reden Klartext” und “Wir streben danach, offensichtlich besser zu sein

Solche Banken werden durch Ihr kundenzentrisches Verhalten die Rosinen von Grossen picken und Kunden abwerben. Manning und Bodine nennen als konkreten Player z.B. die Englische First Direct Bank (Direktbank). Weiter stellen sie gleichzeitig fest, dass die amerikanischen Grossbanken noch keine Anstalten machen, sich zu ändern, denn Sie sind gefangen in Ihrem alten Geschäftsmodell, welches zu lange seehr gute Profite abgeworfen hat. Diese werden weiterhin probieren, den Kunden auszuquetschen, ungeachtet der negativen Kundenerfahrung, welche sie dadurch dem Kunden bieten. Und die Spirale dreht für die Grossen weiter nach unten: Neue Gebühren – Neue Abwanderungswellen… (Mehr gibt es hier).

Der Geschäftsmann wünscht eine besinnliche Weihnachtszeit 2012, auch den Bankern!

So Long, Euer Palo “Pavel” Stacho

*Achtung: Bei uns in der Schweiz kommt die Minder-Initiative: Mehr dazu nächstes Jahr (2013) auf diesem Kanal!

Quelle: Manning, Harley; Bodine, Kerry (2012-08-28). Outside In: The Power of Putting Customers at the Center of Your Business (S. 207ff).

Die erfronenen Tomaten des Geschäftsmannes 2.0 – Der Fehler war am Anfang und nicht am Ende

Die erfrorenen Tomaten im Garten – Der Fehler passierte im Frühling und nicht im Herbst. Das gibts auch im Business

Mal was in eigener Sache und etwas nicht allzu ernstes: Beim Laub rechen musste der Geschäftsmann 2.0 feststellen, dass seine Tomaten erfroren sind. Etwas mehr im Garten, das den Wintereinbruch nicht überlebt hat. Hätte man die Tomaten besser schützen können? Ja, aber das ist nicht der Punkt! Der Geschäftsmann hat mit seinen Kindern die Tomaten schlicht und einfach zu spät gesät und angepflanzt. Der Fehler passierte im Frühling und nicht im Herbst.

Unternehmungen oder Business kann man in dieser Hinsicht durchaus mit den Tomaten vergleichen. Startet man ein Geschäft zu früh, dann “krepierts” vorher, startet man es zu spät, ist die Nachfrage nicht mehr da oder jemand anderes hat das Feld bereits besetzt.

Gerade richtig ist im Business heute (2012-2013) z. B. Beispiel der Zeitpunkt für den Cloud-Umstieg im Unternehmen oder zur echten Präsenz der Führungskräfte auf den Social-Media Plattformen, der Einführung von Micro-blogging basierter Kommunikation im Unternehmen oder von der Abkehr von Microsoft Exchange… Time for Change is now!

So Long, Euer Geschäftsmann 2.0 – Der anstelle des Gärtnerns wohl besser bei den Managementhemen bleibt 😉

Palo Stacho – Raus aus der Komfortzone, rein in die Welt des Social Business: Der Geschäftsmann 2.0 orientiert sich beruflich neu

Seit zwei Jahren führt der Geschäftsmann 2.0 nun dieses Blog. Er bescheibt darin die Veränderungen in der Geschäftswelt und in der Gesellschaft, welche er unter dem Thema “Social Business” zusammengefasst hat. In den letzten zwei Jahren hat sich beim Geschäftsmann die bereits vorher vorhandene Vermutung gefestigt, dass es in den Unternehmen neue Führungs- und Managementansätze braucht, um in Zukunft weiterhin erfolgreich zu sein.

Diese Zukunft beginnt für den Geschäftsmann 2.0 jetzt! Er hatte das Privileg, in der Vergangenheit zwei komplette Führungszyklen durchlaufen zu dürfen. Das erste Dutzend Jahre baute er als Unternehmer eine erfolgreiche IT-Firma auf und die letzten 6 Jahre konnte er einen “Corporate Führungszyklus” als Managing Director bei einem international tätigen Konzern absolvieren.

Als Mitvierziger und nach 20 Jahren Firmenzugehörigkeit verlässt der Geschäftsmann 2.0 nun die Unternehmung, welche er in der Vergangenheit mitführen, mitaufbauen und mitgestalten durfte. Eine gute Firma. Eine erfolgreiche Firma, Eine technologisch innovative Firma. Es ist jedoch ebenfalls eine klassisch gemanagte Firma. Es ist eine Unternehmung, welche als börsenkotierte Organisation dem (Profit-) Diktat der Aktienmärkte unterworfen ist. Profit an sich ist alles andere als schlecht, nur haben sich die Wertewelt und die Führungsmaximen des Geschäftsmannes auch noch in andere Richtungen entwickelt und deswegen ist es genau der richtige Zeitpunkt, zu neuen Ufern – zu den Ufern des Social Business – aufzubrechen.

Konkrete Pläne bestehen zum heutigen Zeitpunkt keine. Klar sind bereits Ideen vorhanden und die ersten Anfragen sind auch schon eingetrudelt. Doch der Geschäftsmann 2.0 wird in den nächsten Monaten zunächst einmal bisschen kürzer treten um wieder neue Kräfte zu tanken, bevor er sich 2013 wieder ins volle Wirtschaftsleben stürzt!

Sollte bei Euch da draussen Bedarf nach dem Geschäftsmann 2.0 und seinen Kompetenzen als Führungskraft, Coach, Projektleiter oder Berater bestehen, dann steht er Euch unter der Email Adresse “palo ät stacho punkt ch” sowie unter https://www.xing.com/profile/Palo_Stacho jederzeit zur Verfügung.

So Long, Euer Palo Stacho!

PS: Das Blog läuft natürlich weiter!

 

Glauben Sie nicht alles, was Sie denken! – und besuchen Sie….

…die 36 Herbsttagung der SGO am 25.10.2012 in Zürich.

Dieser Blogbeitrag ist nicht ganz uneigennützig, ist doch der Geschäftsmann 2.0 einer der Workshopleiter an diesem sehr interessanten Kongress mit dem Thema:

Management Revolution – glauben Sie nicht alles, was Sie denken”

Die SGO hat im Jahre 2012 einen Veranstaltungszyklus zum Thema «Management Revolution – glauben Sie nicht alles, was Sie denken» durchgeführt. Die SGO und der Geschäftsmann 2.0 sind der Überzeugung, dass neue Erkenntnisse (z.B. im Umfeld Neuroleadership), weitergehende technische Möglichkeiten (z.B. Social Medias) und intensivierte internationale Vernetzungen zu grundlegend neuen, veränderten Herausforderungen für Management und Mitarbeitende aller Stufen führen. Es zeigt sich immer deutlicher, dass wir weniger vor einem Erkenntnis- als vor einem Umsetzungsproblem stehen. Das Ziel ist, die Gesellschaft und das Management für die Entwicklung und das Umsetzen des «Neuen in der Welt», in Institutionen zu begeistern, zu stärken und zu vergrössern. Bereiten Sie sich vor auf die Welt des Social Business!

Merken, Anmelden und Weitersagen: 25.10.2012 Besucht den Geschäftsmann 2.0 an der SGO Herbsttagung 2012

 

 

Fachkongress IT-Beschaffung: Spezialfokus Rahmenbedingungen für agile Softwarebeschaffung

Die Moderatoren der Fachsession am Fachkongress IT-Beschaffung vom 12.9.2012 in Bern waren Marco Fetz BBL, Bruno Schafer BIT, Stephan Sutter ti&m, Jean-Pierre Wymann SIA und Reto Maduz SwissQ

Der Geschäftsmann 2.0 durfte bereits in agilen Softwareentwicklungsprojekten mitarbeiten. Die bisherigen Kunden waren Organisationen der öffentlichen Hand und die Verträge waren ausschliesslich mit Kostendach oder “Personalverleih”. Das Resultat bei den “Kostendachprojekten” kann man sich denken: Die Software wurde zwar erfolgreich implementiert, die Kosten waren aber bedeutend höher als geplant und konnten nur zum Teil gedeckt werden. Für den Geschäftsmann 2.0 waren das eine sehr lehrreiche Erfahrungen, einerseits was die Projektrolle des Scrum-Masters anbelangt und andererseits war er dankbar für die Erkenntnis, dass er Offertausschreibungen für agil geführte Softwareprojekte nicht mehr mitmacht, wenn es sich um ein Kostendach / Fixpreis handelt. Umso interessierter verfolgte er die Fachsession zu agiler SW-Beschaffung. Unten folgt die Zusammenfassung und die Replik des Geschäftsmannes ganz am Schluss dieses Blog-Posts.

Variante a.) Ausschreibung gemäss funktionaler Ausschreibung und Dialog

Hier scheint sich gemäss dem Referat die Möglichkeit zum Einsatz des neuen Ausschreibungsmodus namens Funktionale Ausschreibung & Dialog aufzudrängen. Da wird nach neuen Lösungen, Lösungswegen oder Vorgehensweisen gesucht. Es wurde ein Beispiel eines Projektes gezeigt, welches im Vorfeld mit einer “klassischen” WTO-Ausschreibung aufgrund der Komplexität gescheitert war. Danach wählte man das neue Verfahren mit folgenden Schritten:

  1. Feb         Funktionale Ausschreibung (14 Einreicher)
  2. Apr         Präqualifikation (3 Verbliebene) (Kriterium unter anderem auch Referenzen)
  3. Apr         Dialogvereinbarung
  4. Mai        Frage / Antowrtkat
  5. Mai/Juni     3 Dialogrunden (Vergütet mit 30K pro Partner)
  6. Juni         Schlussofferte
  7. Juli         Zuschlag (Kriterium Preis 20%)

Fazit: Dialog ist nur was für Profis (500% FTE), Erfolgsfaktoren: Internes Projektmangement durch Vergabestelle ist Muss (nicht BBL), Klare Regieanweisungen, Vergütung Offerten, klare Regelung der Urheberrechte.

  • Zitate – LB: “Ich wähle nicht nur eine Lösung sondern einen Partner!”
  • Zitate – LE: “Ich steige als Pilot in einen Jumbo aber ich weiss nicht wo ich lande, am Ende des Dialoges aber dann schon!”

Variante b.) Auswahl eines “Technologie-Partners” : Grundsätze der neuen Ausschreibung (Bruno Schafer)

Rahmen:

  • Einhaltung der gesetzlichen Vorgaben
  • Flexibilität nach der Zuschlagserteilung
  • Keine Bewertung von Personen
  • Ergebnisorientierung beim Lieferanten
  • Nach Ablauf der Ausschreibung Lieferantenwechsel möglich

Kriterien der Ausschreibung:

  • Eignungskriterien (die üblichen)
  • Zuschlagskriterien
    • Unternehmensbezogene (Projvorgehenmodell, Weiterentwicklung der Ma, Managementsystem, Masterzertifizierung, sprich hat mind 1. Person so ein Zertifikat)
    • Rolllenbezogene (Projekterfahrung / Zertifizierung)
    • Arbeitsvolumen pro benötigter Hermes-Rolle mit 100% in den nächsten 5 Jahren (Wieviel Stunden braucht z.B der PL in den nächsten 5 Jahren, sprich wieviel schlägt der Offertsteller vor?)

Nach dem Zuschlag wurde ein Rahmenvertrag erstellt:

  • Vereinbarung mit projektbezogenen Einzelverträgen
  • Prozess der Leistungsvereinbarung ist geregelt (Wie kommt ein Einzelvertrag zu Standew und wie ist der Prozess dazu?)
  • Es wurde ein QS-System aufgebaut/definiert: Ampeln, Doku, Preis- Leistungsverhältnis
  • Wie wird das Projekt (vom Einzelvertrag) abgeschlossen und wie wird dies übergeben

Fazit: Mit dieser Ausschreibung ist man in der Lage nach dem Zuschlag flexible Aufträge (Einzelverträge) mit dem Technologie-Partner abzuschliessen! Beachte: Die Ausschreibung braucht Zeit, im konkreten Fall dauerte der ganze Ausschreibungsprozess 9 Monate (während der Ausschreibung ist man alles andere als agil)

In der anschliessenden Diskussion mit dem Plenum wurde von ca 95% der Anwesenden die Meinung abgegeben, dass Ausschreibungen Modus “Dialog” gut & möglich seien, beim “Konzept Wahl Technologie-Partner” waren es 90 %. Es wurden weitere Fragen gestellt, diese konnte der Geschäftsmann 2.0 aber nicht protokollieren. Anschliessend sollte in Diskussion mit Gruppen herauskristallisiert werden können was zu tun sei, damit die Softwarebeschaffung agiler gestaltet werden könnte. Dabei wurde z.B die Forderung abgegeben, dass ein “agiles Changemanagement” zu institutionalieren sei.

Replik des Geschäftsmannes:
Der Geschäftsmann beteillgte sich nicht an dieser Diskussion, er hörte einfach mal zu und notierte. Für den Geschäftsmann 2.0 ist die Sache aber ganz klar: Beide Konzepte – “Funktionale Beschaffung mit Dialog” wie auch die “Wahl des Technologiepartners” sind die ersten richtigen und wichtigen Schritte in die richtige Richtung bei der agilen, öffentlichen Beschaffung! Dies führt ja schlussendlich zur Möglichkeit, dass die öffentliche Hand Scrum-Teams für n-Sprints einkaufen kann, anstelle von fertigen Lösungen – oder es führt zum Einkauf der richtigen Lösung. Jetzt muss in der Verwaltung nur noch die “Kultur der Angst vor der Beschwerde” verschwinden. Es wird ebenfalls nötig sein, dass die Beschaffungskompetenz direkt beim Leistungsbezüger zunimmt und man nicht mehr durch irgendwelche “Beschaffungs-Technokraten” (fremd-) gesteuert wird! Und zu guter Letzt: Die Rolle der Rechtsdienste im Beschaffungsprozess wäre auch zu überdenken, wenn diese zuviel Gewicht bei der Gestaltung der Offertanfrage haben, dann kann die Gefahr bestehen, dass einerseits die beschaffende Stelle nicht das ausschreiben kann, was sie eigentlich haben will und andererseits werden die Lieferanten kaum Luft zum Atmen haben (nicht nur finanziell).

So Long, Euer Geschäftsmann 2.0,
Join me on Twitter! http://twitter.com/PaloStacho

 

Fachkonferenz IT-Beschaffung vom Dienstag 11.September 2012 an der UniS in Bern. Organisiert von /ch/open und Swiss ICT

Der Geschäftsmann 2.0 ist in der Wirtschaftsinformatik und in der Beratung tätig. Die öffentliche Hand ist dabei ein wichtiges Kundensegment für Ihn. Deswegen ging er an obige Fachkonferenz (Link zum Anlass) um sich in Sachen öffentliche Beschaffung weiterzubilden und um Herauszufinden, ob hier ebenfalls Tendenzen hin zum Social Business zu erkennen sind. Öffentliche Beschaffungen – der Geschäftsmann verwendet lieber den Term WTO-Ausschreibungen – sind sein täglich Brot und er konnte in der Vergangenheit einige solcher Offertverfahren für sich gewinnen J. Aber zugegebenermassen, es ist häufig ein Pain und häufig auch sehr viel Arbeit, so ein öffentliches Angebot auszuarbeiten und einzureichen. Es folgt eine Zusammenfassung einiger Referate des Tages:

Dr. Dominik Kuonen führte in die Thematik ein und spricht von einer Rechtszersplitterung und von einem Rechtsdschungel. Ziele/Grundprinzipien der öffentlichen Beschaffung seien Wirtschaftlichkeit, Gleichbehandlung, Transparenz und Wettbewerb. Die Ausschreibung, die Metriken und der Zuschlag wird öffentlich publiziert. Der Schwellenwert für die Bundesverwaltung liegt aktuell bei 230’000 CHF.

Es gibt 4 Verfahrensarten: Offenes Verfahren, Selektives Verfahren und unter dem Schwellenwert gibt es ein Einladungsverfahren und ein Freihändiges Verfahren. Dazu gibt es noch ein freihändiges Verfahren für Ausnahmefälle. Bei der letzten Ausschreibungsart wie auch überhalb des Schwellenwertes kann der Offertsteller Beschwerde einlegen (Nur, wer macht das schon, der Gmann kennt lediglich die IBM, die sich sowas wagt). Bei den “grossen” Verfahren ist die Mindestdurchlaufzeit von der Ausschreibung bis zum Zuschlag 60 Tage. [Anm: Der Geschäftsmann 2.0 hat aber die Erfahrung gemacht, dass es meistens 3-6 Monate geht (!) und der Ausschreiber verlangt im Pflichtenheft fast immer, dass man z.B das offerierte Personal 6 Monate (!) für einen allfälligen Zuschlag “reserviert”(!) ]

Hr. Kuonen geht auch auf die Kriterien ein, welche im Beschaffungsverfahren angewendet dürfen (Schranken).

  • Sie müssen auftragsspezifisch sein & keine Diskriminierung
  • Ein sachlicher Zusammenhang zur Beschaffung muss gegeben sein
  • Keine regional-, fiskal- und volkswirtschaftlich motivierte Kriterien (z.B Vergaben in die Romandie)
  • Technische Spezifikationen sind MUSS Kriterien
  • Es sollte nicht zu einschränkend sein (z.B. Ökolabels oder so)
  • Bezug auf bestimmte Produkte ist grundsätzlich nicht zulässig
  • Zulässig: Verlangen, das der Beschaffungsgegenstand in die Informatikumgebung der BVerw passt
  • Produktausschreibung
    • Nur zulässig, wenn diese Einschränkung wirklich gerechtfertigt ist (Keine Alternative vorhanden, Alternative ist unangemessen)
    • Wenn möglich: Händlerwettbewerb in offenem Verfahren

Seit 2010 gibt es eine neuen Ausschreibungsmodus namens Funktionale Ausschreibung & Dialog (Vor allem bei komplexen IT-Beschaffungen). Da wird nach neuen Lösungen, Lösungswegen oder Vorgehensweisen gesucht. Der Vorteil ist dass man den Beschaffungsgegenstand während dem Verfahren konkretisieren kann, der Nachteil ist der grosse Aufwand und die Offertsteller werden i.d.R. entschädigt. Deswegen werden weniger Anbieter angeschrieben à selektives Verfahren. Es sind mehrere Dialogrunden möglich. Am Schluss erwähnt Hr. Kuonen dass seit 2010 eine Lockerung stattfindet (funktionale Ausschreibung & Dialog), dass das revidierte GATT/WTO-Abkommen im April 2012 von der Schweiz unterschrieben worden ist und dass eine weitere Lockerung des engen Korsetts wünschenswert ist.

Peter Fischer als Chef des ISB (Als CIO der Bundesverwaltung) ging in seinem Referat ein, was speziell an IT-Beschaffungen in der BVerw ist. Er erwähnte dabei dass die IKT lediglich am Anfang der Industrialisierung und Standardisierung stehe. Erst bei den Supportprozessen des Unternehmens ist eine Standardisierung aktuell, da werden ERP-Systeme eingesetzt (Anm Gmann20: SAP). Herr Fischer geht darauf ein, dass man sich in einem Umfeld bewegt, welches einen langen Vorlauf benötigt (Anm Gmann 2.0: Die Vorbereitung der WTO-Ausschreibung braucht in der BVerw häufig 3-4 Monate oder länger) und während dem Prozess entstehen häufig neue Erkenntnisse, welche aber in die Ausschreibung nicht einfliessen (dürfen). Die Ausschreibung von Projekten mit agilen Entwicklungsverfahren ist eine “kleine” (Anm Gmann20: Witzbold!) Herausforderung, so Fischer. Er setzt sich dafür ein, dass die IKT-Strategie nicht über Beschaffungsverfahren festgelegt werden darf, auch die Entscheidung zwischen “make or buy” sollte nicht über ein öfftl. Beschaffungsverfahren erwirkt werden. Er schliesst mit den Anmerkungen u.A. dass bei der IT-Beschaffung in der BVerw nicht alles anders ist, dass nicht alle Beschaffungen sorgfältig vorbereitet sind und dass die Produkteauswahl häufig auch nicht gross sein kann.

Marc Steiner als Richter des Bundesverwaltungsgerichts beleuchtet die öfftl. Beschaffung aus Optik der Rechtsprechung. “Der Referent äussert seine persönliche Meinung” 😉 . “Ist in der öffentlichen Beschaffung etwas faul, dann ist im Wettbewerb häufig etwas faul” startet der Bundesverwaltungsrichter. Er stellt fest, dass nicht der Richter zur “obersten Vergabestelle” erkoren werden darf. Beim Personalverleih ist zu prüfen, ob eine Personalverleih-Ausschreibung nicht eine IT-Dienstleistungsbeschaffung umgeht. Weiter spricht Hr. Steiner über diverse Fälle, wie z.B. über die Microsoft-Vergabe im 2009 (B-3402/2009) und darüber, wer eigentlich in diesem Fall überhaupt berechtigt war, Beschwerde einzulegen (Nur Microsoft Partner waren berechtigt, aber nicht die Anbieter von OSS-Software). Zu freihändigen Verfahren sagt Steiner “Ich darf nicht antizipieren, ich bekäme nichts Besseres/Günstigeres darum verzichte ich auf den Wettbewerb”. Am Schluss macht Hr. Steiner noch ein interessantes Statement: Die Vergabestelle darf eine grosse Ausschreibung in Lose aufteilen und all diese Lose nicht nur einem Anbieter vergeben (Sprich: Zwang zur Vergabe an mehrere (Teil-) Anbieter)! Sehr interessant.

Nach der Pause startete Frau Erika Bachmann vom Sozialdepartement der Stadt Zürich mit einem Referat zur “IT-Beschaffung mit Submission. Frau Bachmann erzählt über Ihre Erfahrungen bei der Beschaffung einer ERP-Lösung für das Sozialdepartement. Die Abwicklung des Verfahrens wurde in Phasen abgewickelt mit jeweiligen Deadlines im Prozess (Anm: Auch “Milestones” genannt). Das Resultat war ein Rahmenvertrag für die Umsetzung der Lösung mit verschiedensten Lieferanten. Die Deadlines waren “Pflichtenheft erstellt”, “Auf Simap veröffentlicht”, “Offerteingang” und “Präsentation” und das für alle Lose simultan auf der Zeitachse. Auch Frau Bachmann erwähnt das Spannungsfeld Pflichtenheft vs. Eignungskriterien (Leistung/Inhalt – Kosten – Termine/Zeit – Qualität – Akzeptanz – Nutzen). Sie empfiehlt stark bei der Ausschreibung von so grossen Vorhaben auf folgende Punkte zu achten:

  • Die Choreografie der Veranstaltungen ist sicherzustellen
  • Den gleichen Ablauf für alle Anbietenden
  • Die Moderation sei entscheidend
  • Die Fragerunde ist bereits vor den eingegangenen Fragen vorzubereiten

Als Lessons Learned empfahl Frau Bachmann zum Schluss die vorgängige Erstellung einer Risikoanalyse für die Durchführung so eines Ausschreibungs-Vorhabens.

Prof. Dr. Thomas Myrach betrachtete den TCO bei IT-Beschaffungen, sprich die “Betrachtung von Kosten und Nutzen durch IT”. Mit einer Präsentation, die er scheinbar ebenfalls für Studenten nutzt erklärte er gestandenen Geschäftsleuten, dass der Nutzen der IT grösser sein sollte als die Kosten. Dabei erwähnt er speziell dass bei der TCO Betrachtung häufig lediglich die Kosten für die IT-Bereitstellung (budgetwirksam) angeschaut werden, die Kosten durch die IT-Nutzung der Anwender (nicht budgetwirksam) jedoch ausgeblendet werden! Deswegen ist eine ganzheitliche Erfassung der Kosten wichtig: Hr. Myrach referenzierte dabei das Konzept der Gartner-Group. Er wies auch auf die Gefahr hin, dass sich die Kostenstruktur von den direkten Kosten hin zu den indirekten Kosten verschieben kann (Achtung vor der quasi “Kostenverschleierung”) und er warnte auch vor der Reduzierung der Sicht auf eine reine $-Betrachtung . Am Schluss verglich Prof. Myrach die +/- von FOSS zu Microsoft anhand eines “TCO-Rasters”. Der Kontext-Bezug zur öffentlichen Beschaffung war ansonsten leider nicht sehr gross.

Fazit des Geschäftsmannes 2.0 zum Vormittag der Fachkonferenz IT-Beschaffung: Es war alles in Allem ein guter Kongressvormittag, auch wenn die Themen eher “1.0” waren (Es hatte ja viele Legals unter den Rednern, siehe hier die Meinung vom Gmann 2.0 dazu). Umso mehr freut er sich auf die Fachsession des Nachmittags mit dem Thema “Rahmenbedingungen für agile Softwarebeschaffung“. Das ist dann schon eher ein”2.0er” Thema, beinhaltet doch agile Software-Entwicklung einige Paradigmen des Social Business, wie z.B “alle Macht dem SW-Entwicklungsteam“!

Zum Schluss noch drei Anmerkungen des Geschäftsmannes:

  1. Er wünscht sich in Zukunft auch so einen Anlass zu den Allgemeinen Geschäftsbedingungen der Verwaltung (AGB). Denn er findet, dass die Anwälte die Verwaltung als Leistungsbezüger zu stark schützen und zuwenig in die Pflicht nehmen!
  2. Er gratuliert den Organisatoren /ch/open, dem ISB, der SIK, der Swiss-ICT und der mimacom zum gelungenen Weiterbildungs-Anlass!
  3. Öffnet doch bitte das nächste Mal das WLAN für die Konferenzteilnehmer, vorallem wenn im Hörsaal weitgehend lediglich Edge verfügbar ist.

So Long, Euer Geschäftsmann 2.0, Pavel “Palo” Stacho

Fachkonferenz IT-Beschaffung vom Dienstag 11.September 2012 an der UniS in Bern. Organisiert von /ch/open und Swiss ICT

Der Geschäftsmann 2.0 ist in der Wirtschaftsinformatik und in der Beratung tätig. Die öffentliche Hand ist dabei ein wichtiges Kundensegment für Ihn. Deswegen ging er an obige Fachkonferenz (Link zum Anlass) um sich in Sachen öffentliche Beschaffung weiterzubilden und um Herauszufinden, ob hier ebenfalls Tendenzen hin zum Social Business zu erkennen sind. Öffentliche Beschaffungen – der Geschäftsmann verwendet lieber den Term WTO-Ausschreibungen – sind sein täglich Brot und er konnte in der Vergangenheit einige solcher Offertverfahren für sich gewinnen J. Aber zugegebenermassen, es ist häufig ein Pain und häufig auch sehr viel Arbeit, so ein öffentliches Angebot auszuarbeiten und einzureichen. Es folgt eine Zusammenfassung einiger Referate des Tages:

Dr. Dominik Kuonen führte in die Thematik ein und spricht von einer Rechtszersplitterung und von einem Rechtsdschungel. Ziele/Grundprinzipien der öffentlichen Beschaffung seien Wirtschaftlichkeit, Gleichbehandlung, Transparenz und Wettbewerb. Die Ausschreibung, die Metriken und der Zuschlag wird öffentlich publiziert. Der Schwellenwert für die Bundesverwaltung liegt aktuell bei 230’000 CHF.

Es gibt 4 Verfahrensarten: Offenes Verfahren, Selektives Verfahren und unter dem Schwellenwert gibt es ein Einladungsverfahren und ein Freihändiges Verfahren. Dazu gibt es noch ein freihändiges Verfahren für Ausnahmefälle. Bei der letzten Ausschreibungsart wie auch überhalb des Schwellenwertes kann der Offertsteller Beschwerde einlegen (Nur, wer macht das schon, der Gmann kennt lediglich die IBM, die sich sowas wagt). Bei den “grossen” Verfahren ist die Mindestdurchlaufzeit von der Ausschreibung bis zum Zuschlag 60 Tage. [Anm: Der Geschäftsmann 2.0 hat aber die Erfahrung gemacht, dass es meistens 3-6 Monate geht (!) und der Ausschreiber verlangt im Pflichtenheft fast immer, dass man z.B das offerierte Personal 6 Monate (!) für einen allfälligen Zuschlag “reserviert”(!) ]

Hr. Kuonen geht auch auf die Kriterien ein, welche im Beschaffungsverfahren angewendet dürfen (Schranken).

  • Sie müssen auftragsspezifisch sein & keine Diskriminierung
  • Ein sachlicher Zusammenhang zur Beschaffung muss gegeben sein
  • Keine regional-, fiskal- und volkswirtschaftlich motivierte Kriterien (z.B Vergaben in die Romandie)
  • Technische Spezifikationen sind MUSS Kriterien
  • Es sollte nicht zu einschränkend sein (z.B. Ökolabels oder so)
  • Bezug auf bestimmte Produkte ist grundsätzlich nicht zulässig
  • Zulässig: Verlangen, das der Beschaffungsgegenstand in die Informatikumgebung der BVerw passt
  • Produktausschreibung
    • Nur zulässig, wenn diese Einschränkung wirklich gerechtfertigt ist (Keine Alternative vorhanden, Alternative ist unangemessen)
    • Wenn möglich: Händlerwettbewerb in offenem Verfahren

Seit 2010 gibt es eine neuen Ausschreibungsmodus namens Funktionale Ausschreibung & Dialog (Vor allem bei komplexen IT-Beschaffungen). Da wird nach neuen Lösungen, Lösungswegen oder Vorgehensweisen gesucht. Der Vorteil ist dass man den Beschaffungsgegenstand während dem Verfahren konkretisieren kann, der Nachteil ist der grosse Aufwand und die Offertsteller werden i.d.R. entschädigt. Deswegen werden weniger Anbieter angeschrieben à selektives Verfahren. Es sind mehrere Dialogrunden möglich. Am Schluss erwähnt Hr. Kuonen dass seit 2010 eine Lockerung stattfindet (funktionale Ausschreibung & Dialog), dass das revidierte GATT/WTO-Abkommen im April 2012 von der Schweiz unterschrieben worden ist und dass eine weitere Lockerung des engen Korsetts wünschenswert ist.

Peter Fischer als Chef des ISB (Als CIO der Bundesverwaltung) ging in seinem Referat ein, was speziell an IT-Beschaffungen in der BVerw ist. Er erwähnte dabei dass die IKT lediglich am Anfang der Industrialisierung und Standardisierung stehe. Erst bei den Supportprozessen des Unternehmens ist eine Standardisierung aktuell, da werden ERP-Systeme eingesetzt (Anm Gmann20: SAP). Herr Fischer geht darauf ein, dass man sich in einem Umfeld bewegt, welches einen langen Vorlauf benötigt (Anm Gmann 2.0: Die Vorbereitung der WTO-Ausschreibung braucht in der BVerw häufig 3-4 Monate oder länger) und während dem Prozess entstehen häufig neue Erkenntnisse, welche aber in die Ausschreibung nicht einfliessen (dürfen). Die Ausschreibung von Projekten mit agilen Entwicklungsverfahren ist eine “kleine” (Anm Gmann20: Witzbold!) Herausforderung, so Fischer. Er setzt sich dafür ein, dass die IKT-Strategie nicht über Beschaffungsverfahren festgelegt werden darf, auch die Entscheidung zwischen “make or buy” sollte nicht über ein öfftl. Beschaffungsverfahren erwirkt werden. Er schliesst mit den Anmerkungen u.A. dass bei der IT-Beschaffung in der BVerw nicht alles anders ist, dass nicht alle Beschaffungen sorgfältig vorbereitet sind und dass die Produkteauswahl häufig auch nicht gross sein kann.

Marc Steiner als Richter des Bundesverwaltungsgerichts beleuchtet die öfftl. Beschaffung aus Optik der Rechtsprechung. “Der Referent äussert seine persönliche Meinung” 😉 . “Ist in der öffentlichen Beschaffung etwas faul, dann ist im Wettbewerb häufig etwas faul” startet der Bundesverwaltungsrichter. Er stellt fest, dass nicht der Richter zur “obersten Vergabestelle” erkoren werden darf. Beim Personalverleih ist zu prüfen, ob eine Personalverleih-Ausschreibung nicht eine IT-Dienstleistungsbeschaffung umgeht. Weiter spricht Hr. Steiner über diverse Fälle, wie z.B. über die Microsoft-Vergabe im 2009 (B-3402/2009) und darüber, wer eigentlich in diesem Fall überhaupt berechtigt war, Beschwerde einzulegen (Nur Microsoft Partner waren berechtigt, aber nicht die Anbieter von OSS-Software). Zu freihändigen Verfahren sagt Steiner “Ich darf nicht antizipieren, ich bekäme nichts Besseres/Günstigeres darum verzichte ich auf den Wettbewerb”. Am Schluss macht Hr. Steiner noch ein interessantes Statement: Die Vergabestelle darf eine grosse Ausschreibung in Lose aufteilen und all diese Lose nicht nur einem Anbieter vergeben (Sprich: Zwang zur Vergabe an mehrere (Teil-) Anbieter)! Sehr interessant.

Nach der Pause startete Frau Erika Bachmann vom Sozialdepartement der Stadt Zürich mit einem Referat zur “IT-Beschaffung mit Submission. Frau Bachmann erzählt über Ihre Erfahrungen bei der Beschaffung einer ERP-Lösung für das Sozialdepartement. Die Abwicklung des Verfahrens wurde in Phasen abgewickelt mit jeweiligen Deadlines im Prozess (Anm: Auch “Milestones” genannt). Das Resultat war ein Rahmenvertrag für die Umsetzung der Lösung mit verschiedensten Lieferanten. Die Deadlines waren “Pflichtenheft erstellt”, “Auf Simap veröffentlicht”, “Offerteingang” und “Präsentation” und das für alle Lose simultan auf der Zeitachse. Auch Frau Bachmann erwähnt das Spannungsfeld Pflichtenheft vs. Eignungskriterien (Leistung/Inhalt – Kosten – Termine/Zeit – Qualität – Akzeptanz – Nutzen). Sie empfiehlt stark bei der Ausschreibung von so grossen Vorhaben auf folgende Punkte zu achten:

  • Die Choreografie der Veranstaltungen ist sicherzustellen
  • Den gleichen Ablauf für alle Anbietenden
  • Die Moderation sei entscheidend
  • Die Fragerunde ist bereits vor den eingegangenen Fragen vorzubereiten

Als Lessons Learned empfahl Frau Bachmann zum Schluss die vorgängige Erstellung einer Risikoanalyse für die Durchführung so eines Ausschreibungs-Vorhabens.

Prof. Dr. Thomas Myrach betrachtete den TCO bei IT-Beschaffungen, sprich die “Betrachtung von Kosten und Nutzen durch IT”. Mit einer Präsentation, die er scheinbar ebenfalls für Studenten nutzt erklärte er gestandenen Geschäftsleuten, dass der Nutzen der IT grösser sein sollte als die Kosten. Dabei erwähnt er speziell dass bei der TCO Betrachtung häufig lediglich die Kosten für die IT-Bereitstellung (budgetwirksam) angeschaut werden, die Kosten durch die IT-Nutzung der Anwender (nicht budgetwirksam) jedoch ausgeblendet werden! Deswegen ist eine ganzheitliche Erfassung der Kosten wichtig: Hr. Myrach referenzierte dabei das Konzept der Gartner-Group. Er wies auch auf die Gefahr hin, dass sich die Kostenstruktur von den direkten Kosten hin zu den indirekten Kosten verschieben kann (Achtung vor der quasi “Kostenverschleierung”) und er warnte auch vor der Reduzierung der Sicht auf eine reine $-Betrachtung . Am Schluss verglich Prof. Myrach die +/- von FOSS zu Microsoft anhand eines “TCO-Rasters”. Der Kontext-Bezug zur öffentlichen Beschaffung war ansonsten leider nicht sehr gross.

Fazit des Geschäftsmannes 2.0 zum Vormittag der Fachkonferenz IT-Beschaffung: Es war alles in Allem ein guter Kongressvormittag, auch wenn die Themen eher “1.0” waren (Es hatte ja viele Legals unter den Rednern, siehe hier die Meinung vom Gmann 2.0 dazu). Umso mehr freut er sich auf die Fachsession des Nachmittags mit dem Thema “Rahmenbedingungen für agile Softwarebeschaffung“. Das ist dann schon eher ein”2.0er” Thema, beinhaltet doch agile Software-Entwicklung einige Paradigmen des Social Business, wie z.B “alle Macht dem SW-Entwicklungsteam“!

Zum Schluss noch drei Anmerkungen des Geschäftsmannes:

  1. Er wünscht sich in Zukunft auch so einen Anlass zu den Allgemeinen Geschäftsbedingungen der Verwaltung (AGB). Denn er findet, dass die Anwälte die Verwaltung als Leistungsbezüger zu stark schützen und zuwenig in die Pflicht nehmen!
  2. Er gratuliert den Organisatoren /ch/open, dem ISB, der SIK, der Swiss-ICT und der mimacom zum gelungenen Weiterbildungs-Anlass!
  3. Öffnet doch bitte das nächste Mal das WLAN für die Konferenzteilnehmer, vorallem wenn im Hörsaal weitgehend lediglich Edge verfügbar ist.

So Long, Euer Geschäftsmann 2.0, Pavel “Palo” Stacho