Die Business Model Generation Methode – Innovation und Strategieentwicklung einfach gemacht

Think big, start small, fail early, scale fast – Genau das unterstützt die BMG-Methode. Ein Einblick.

Kurzüberblick Business Model Generation Methode - Osterwalder / Peigneur
Strategie – Geschäftsmodellierungsprozess – Muster – Design als Disziplin – Geschäftsmodelle vs. Businesspläne

Osterwalder und Pigneur definieren in ihrem erfrischenden Buch den Term Geschäftsmodell wie folgt: “Ein Geschäftsmodell beschreibt das Grundprinzip, nach dem eine Organisation Werte schafft, vermittelt und erfasst.” Dieses Grundprinzip wird heutzutage nicht mehr mit scheingenauen, mit Tabellen vollgespickten Businessplänen beschrieben, sondern viel besser mit einer sogenannten Business Model Canvas (weitere Beispiele zur Canvas im nächsten Beitrag). Diese Canvas ist jedoch lediglich das Resultat eines umfassenden Modellierungsprozesses, welcher ziemlich viel Kenntnisse und Erfahrungen voraussetzt.

Simultane Entwicklung von zwei Geschäftsmodellen anhand der Business Model Canvas
Klicken für Grossbild: Schnappschuss nach 60 Minuten Workshop: Gleichzeitige Entwicklung von zwei Geschäftsmodellen

Trotz bestechender Einfachheit ungeahnte Vielfalt der Methode. Die oben dargestellte Business Model Leinwand – die sogenannte BMG Canvas – hat zwar nur 9 Felder (Kundensegemente, Wertangebote, Kanäle, Kundenbeziehungen, Einnahmequellen, Schlüsselressourcen, Schlüsselaktivitäten, Schlüsselpartnerschaften und Kostenstruktur), aber wie gesagt vereint Sie unglaublich viele Kompetenzen, welche dem effektiven Ausfüllen der Canvas zuträglich sind. Deswegen geht Osterwalders Buchs “Business Model Generation” vielmehr auf weitere Dritttechniken ein, welche andere bekannte Autoren bereits beschrieben haben. Andersons Long Tail wird abstrahiert, genau gleich wie J. Galbraiths Sternmodell oder die Blue Ocean Strategiemodellierung. Die BMG-Methode und sein Buch nehmen genau all diese Themen wieder auf und vereinen diese schlussendlich in der Visualisierung anhand der BMG-Canvas. Die Methode beinhaltet

  1. Die Verwendung der Canvas – Das ist ja klar, siehe nächster Beitrag
  2. Muster bei Geschäftsmodellen – Bekannte und neue , 2.0er Geschäftsmodellmuster wie Long Tail, Multi-Side Geschäftsmodelle, Gratis oder Open Business als Geschäftsmodell oder der LongTail. Speziell interessant für Intrapreneurs sind die sogenannten Entflechtungsmodelle als Muster.
  3. Die Strategiebetrachtungen im Kontext der BMG-Canvas. Die Methode eignet sich hervorragend um Strategie-Entwürfe abzubilden. Im Speziellen finden die Geschäftsmodellumgebung, die Einschätzung von Geschäftmodellen und der Umgang mit mehreren Geschäftsmodellen (in einer Strategie) Beachtung
  4.  Der Design(standpunkt) als ultimatives Basishandwerk für Innovatoren und Geschäftsmodellierer. Sie sind die Gestaltungstechniken, welche es erlauben, mit Dritten solche kreativen Prozesse anzugehen oder mitzuteilen. Als Stichworte seien hier Customer Insights, Visuelles Denken, Szenarientechnik, Storytelling oder Prototypen erwähnt. Klar ist: Der Geschäftsmann 2.0 ist in den letzten Jahren neben der Führungskraft auch zum Designer geworden, Business Model Generation hat Ihm dabei geholfen.
  5. Die fünf Phasen des Geschäftsmodellierungsprozesses und Tipps für die Anwendung sind ebenfalls eine der Hauptsäulen der Methode. Für jede der 5 Phasen  Mobilisieren, Gestalten, Verstehen, Implementieren, Durchführen werden  die notwendigen Aktivitäten, die kritischen Erfolgsfaktoren, wie auch deren Gefahren aufgezeigt.

Ablauf des Geschäftsmodell Gestaltungsprozess: 

    1. Mobilisieren – Vorbereitung, die Voraussetzung schaffen: Projektziele festlegen, vorläufige Verwendungsideen prüfen, Planen, Team zusammenstellen
    2. Verstehen – Recherche und Analyse: Umfeld abfragen, potentielle Kundne untersuchen, Experteninterviews, recherchieren, was bereits versucht wurde (und was scheiterte), Ideen und Meinungen sammeln.
    3. Gestalten – Schaffen und Testen: Brainstormin, Prototypen, Testen (Useability, Integrationsfähigkeit, Machbarkeit), auswählen
    4. Implementieren – Kommunizieren und einbeziehen
    5. Durchführen – Die Anwendung: Das Umfeld monitoren, das Geschäftsmodell laufend bewerten, das Business Model verjüngen oder überdenken, die Geschäftsmodelle der gesamten Firma in Einklang bringen, mit Synergien und Konflikten zwischen den Geschäftsmodellen umgehen

Das BMG-Mindmap für den totalen Einblick. Um während den Workshops nicht immer in den diversen Büchern rumzublättern (Ja der Geschäftsmann schlägt gerne in Literatur nach, da hat er keine Skrupel, er hat schon genug Content im Kopf) hat sich der Printout des untenstehenden Mindmaps ausbezahlt. Man hat sofort den Aufhänger zu den Themen und gleichzeitig eine Checkliste für die Moderation. Die editierbare Mindmap-Datei gibt es im letzten Beitrag auch gratis dazu.

Mindmap Business Model Generation Methode
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Die Anwendung der Methode – Just do it. Man kann die Methode problemlos selber anwenden. Natürlich macht ein erfahrener Moderator die Sache bequemer, disziplinierter, ertragreicher und einfacher. Bedient man sich eines Moderators, dann reichen  in der Regel z. B. für Strategieentwicklungen drei bis vier halbtätige Workshops. Ein Halbtag wird für Kalkulationen verwendet, der Rest ist Arbeit mit der Canvas.  Danach kann selbstständig weitergefahren werden.

Was noch? Wer nen Film sehen will, der kann das auf businessmodelgeneration.com tun – Der Movie, welcher alles in 2 Minuten erklärt ist sehr unterhaltsam. Aber Achtung, danach können Sie es immer noch nicht, verwenden Sie dazu lieber das Starterkit des Geschäftsmannes 2.0 (Kommt im letzten Post)

Weiterlesen:

  1. Attraktive Geschäftsmodellhypothesen anstelle Businesspläne
  2. Die Business Model Generation Methode
  3. Die Business Model Generation Canvas
  4. Die Lean Canvas von Ash Maurya
  5. Das ultimative Businessmodel-Generation Cheat Sheet – Der BMG-Spickzettel

Attraktive Geschäftsmodellhypothesen anstelle scheingenaue Businesspläne – Business Model Generation verändert die Wirtschaftswelt

Example Business Model Canvas
Geschäftsmodellentwurf für eine Finanzdienstleistung mit Business Model Generation

Seit 2012 hat der Geschäftsmann 2.0 “BMG” in Dutzenden von Workshops angewendet und er ist davon immer noch begeistert. In knapp 4 Jahren ist Business Model Generation von Osterwalder / Peigneur mit über 1 Mio verkauften Exemplaren zum Kultbuch geworden.  Dies ist der Start zu einer kleinen BMG-Serie auf diesem Blog.

Think big, start small, fail early, scale fast. Das Internet verändert alle Bereiche der Gesellschaft, der Wirtschaft und somit auch das Management. Wir stehen vor einer Innovationswelle ungeahnten Ausmasses. Gutes Management alleine reicht nicht aus um die disruptiven Innovationswellen meistern zu können. Business Model Generation ist zusammen mit “Lean-Startup” u. A. eine der Technologien, welche hilft, um aus der “Manage-as-usual” Falle rauszukommen. Nach Jahren Anwendung schreibt der Geschäftsmann 2.0 nun einige Artikel zum Thema:

  1. Attraktive Geschäftsmodellhypothesen anstelle Businesspläne
  2. Die Business Model Generation Methode
  3. Die Business Model Generation Canvas
  4. Die Lean Canvas von Ash Maurya
  5. Das ultimative Businessmodel-Generation Cheat Sheet – Der BMG-Spickzettel

Die zwei Ur-Artikel: Wieso Geschäftsmodell-Innovation etwas mit Agilität zu tun hat und Disruptiver Stoff – Das neue Rüstzeug für die Führungskraft im 21. Jhdt.

Attraktive Geschäftsmodellhypothesen anstelle scheingenaue Businesspläne. Der Geschäftsmann 2.0 ist immer noch erstaunt darüber. Wieviele Führungskräfte und Projektleiter den von Ihm häufig verwendeten Ausdruck “Planung ersetzt den Zufall durch den Fehler” nicht verstehen. Dabei ist es ganz einfach. Auch am Schluss eines erfolgreichen Vorhabens wird es sozusagen immer so sein, dass der am Anfang des Projektes skizzierte Plan nicht eingehalten wurde. Dafür sind grundsätzlich zwei Erklärungen möglich a.) Der Plan wurde nicht eingehalten oder b.) Es wurde falsch geplant. Meistens trifft b. zu denn man plant ja am Anfang, da ist vieles ungewiss und unbekannt.  

Übertünchen der Scheinseriösität. Wie viele Strategien bei bestehenden Unternehmen stellten sich im Nachhinen als falsch oder nicht erreichbar heraus? Sehr viele. Wie viele Business-Pläne von Jungunternehmen erweisen sich später als falsch? (sozusagen alle) Fakt ist: Fast alle Strategien und Businesspläne strotzten bis heute nur so von Kalkulationen und Prognosen. Es werden unglaubliche Aufwände betrieben, die Annahmen anhand von Analogien, Beispielen oder anderen Quellen zu rechtfertigen. Mit den Zahlen und dem vielen zusammengetragenen Material entsteht eine gefährliche Scheinseriösität. Viele Führungskräfte wollen Zahlen sehen, weil Zahlen einfach geprüft werden können. Das ist gut so! Nur ist es meistens interessanter herauszufinden, wieso die Zahl “falsch” ist. Wieso wurde Vorgabe x nicht erreicht? Ist es überhaupt die richtige Vorgabe? Doch häufig werden solche Fragen dann in den Hintergrund gestellt. Denn man hatte ja zu Beginn eine seriöse Strategie oder einen seriösen Businessplan erstellt. Man hat dies gewissenhaft erledigt und seriös gearbeitet. Nichts desto trotz basierten alle diese zeitraubenden Arbeiten auf Annahmen!

Handskizze Business Model Canvas
Die neun Flächen der Business Model Canvas

Schnell und effizient skizzierte Geschäftmodellhypothese – Es ist doch viel besser, diese Zeit und Energie darauf anzuwenden zu beweisen, wie gut oder wie schlecht all diese Annahmen gestimmt haben. Und genau das ermöglicht das Business Model Canvas. Schnell und effizient werden mit der Hilfe von Post-Its die Strategie oder ein zukünftiges Geschäftsmodell skizziert. Natürlich darf und muss man das Businessmodel dann mit einer ROI- oder Break-Even Kalkulation unterlegen. Aber Aufgrund des durch die Business Model Canvas erlangten Gesamtsicht und der Kenntnis, dass alles nur (zu prüfende) Hypothesen (Siehe Lean) sind, erscheinen die Zahlen in einer gesunder Distanz und werden nicht als sakrosankt hingenommen!

Weiterlesen:

  1. Attraktive Geschäftsmodellhypothesen anstelle Businesspläne
  2. Die Business Model Generation Methode
  3. Die Business Model Generation Canvas
  4. Die Lean Canvas von Ash Maurya
  5. Das ultimative Businessmodel-Generation Cheat Sheet – Der BMG-Spickzettel